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TR-Vorbericht: Gegen Spanien den Klassenerhalt sichern
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Samstag, 16. März 2019

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Auf diesen jungen Schultern ruhen die Hoffnungen der deutschen Fans - Nikolai Klewinghaus wird für unsere Adler morgen als Verbinder auflaufen. Foto (c) Perlich
Für Deutschland heißt es morgen siegen, oder der Abstieg in die zweitklassige Rugby Europe Trophy droht. Nach zwei knapp verlorenen Duellen gegen Belgien und Russland, sowie zwei klaren Auswärtspleiten gegen Georgien und Rumänien muss im letzten EM-Spiel dringend ein Sieg her. Gegen Spanien waren unsere Adler zuletzt vor drei Jahren, ebenso in der Domstadt Köln, knapp an einem Sieg dran. Am Ende reichte es "nur" zu einem Unentschieden. Morgen muss unser Team einen Schritt weiter gehen.

Die Ausgangslage ist klar: Deutschland steht mit einem einzigen Zähler auf dem letzten Rang der Rugby Europe Championship. Belgien, das im bisherigen Turnier-Verlauf lediglich gegen uns siegen konnte, rangiert mit vier Zählern vor uns. Sollte den schwarzen Teufeln in Brüssel gegen Rumänien keine Überraschung gelingen, reicht dem deutschen Team ein Sieg gegen Spanien, um den letzten Platz und damit die Relegation (höchstwahrscheinlich gegen Portugal) zu vermeiden.

Im Sportpark Höhenberg wird sich also morgen ab 13 Uhr entscheiden, ob Deutschland den Klassenerhalt auf dem direkten Weg schafft, oder sich im Sommer ein nervenaufreibendes Duell um den Verbleib in Europas höchster Spielklasse liefern muss. Gerade mit Blick auf die geplante Einführung der Nations League im Jahr 2023 wäre der Klassenerhalt imminent wichtig.

Die Erklärgrafiken zum Nations-League-Konzept vom Weltverband World Rugby, beruhend auf der Weltrangliste aus dem letzten September, hatten für einiges Entsetzen unter deutschen Rugby-Fans gesorgt. Auf den lediglich zur Illustration genutzten Schaubildern war Deutschland in der drittklassigen Division 3 angesiedelt, während Portugal zweitklassig dargestellt wurde. Dass dieses Szenario nicht zur Realität wird, gilt es bis zur geplanten Nations-League-Einführung 2023 zu vermeiden.

Dass dieses Spiel zu gewinnen ist, hörte man im DRV-Team immer wieder, allen voran von Coach Mike Ford. Die Erinnerungen an 2016, als es an gleicher Stelle gegen den gleichen Gegner ebenso um den Klassenerhalt ging, dürften helfen. Das deutsche Team war ebenso als Underdog in das Duell mit den Iberern gegangen und hatte ihnen schlussendlich ein Unentschieden abgetrotzt. Mit ähnlich viel Kampf und Einsatz dürfte auch morgen ein Ergebnis drin sein, auch wenn die zwei Punkte für ein Unentschieden knapp nicht reichen würden.

Die Hoffnungen ruhen auf dem erst 21-jährigen Verbinder Klewinghaus

Die Hoffnungen im deutschen Team ruhen unter anderem auf den noch jungen Schultern von Nikolai Klewinghaus. Der erst 21-jährige TSV-Handschuhsheim-Spieler wird wohl morgen die so Verbinder-Rolle übernehmen, nachdem Christopher Hilsenbeck von seinem Klub RC Vannes für das Auswärtsspiel in Biarritz angefordert wurde. Gerade bei den vorhergesagten windigen und teils nassen Bedingungen keine leichte Aufgabe.

Für den HRK war Klewinghaus in der letzten Europapokal-Saison vor allem als Außen eingesetzt worden. Doch seine Geschwindigkeit und Finisher-Qualitäten sind nicht die einzigen Stärken, die Klewinghaus auszeichnen. Sein Vereinstrainer beim TSV Handschuhsheim, , der Ire Gordon Hanlon, betont: „Er hat ein großartiges Gefühl für den Raum, eine tolle Übersicht, kann selbst die Linie angreifen, aber genauso gut den Ball schnell nach Außen bringen. Sein Kickspiel ist großartig und ich bin der festen Überzeugung, Nikolai ist die beste Zehn in Deutschland.“

So viel Lob vom Coach, mit dem Klewinghaus seit dem vergangenen Sommer täglich arbeitet, sind natürlich schon eine Hausnummer. Und selbst auf die Nachfrage ob Klewinghaus der bessere Verbinder, als der erfahrene Raynor Parkinson sei, entgegnet Löwen-Trainer Hanlon: „Absolut - er verteidigt verdammt gut, ist mit dem Ball in der Hand für den Gegner ein Gefahrenherd und kann, sofern benötigt, auch taktisch gut kicken!“

Adler-Sturm kommt entscheidende Rolle zu

Sollte es Klewinghaus schaffen, das Spielgeschehen in die richtigen Bereiche des Feldes zu verlagern, muss der deutsche Sturm seinen Teil zum Erfolg beitragen. Denn in den bisherigen Spielen hatten unsere Adler des öfteren mit dem Sturm entscheidende Meter, oder beispielsweise gegen Belgien per Paket auch zwei Versuche erzielen können. Bei wahrscheinlich feuchten und eher langsamen Bedingungen sicherlich eine gefährliche Waffe.

Tobias Williams, Sebastian Ferreira und Eric Marks müssen ihre Stärken als Ballträger nutzen, um Deutschland konstant über die Vorteilslinie zu bekommen. Auf der Bank warten gleich drei massive Verstärkungen für die Sturm-Schlacht in der ersten Reihe. Die Props Julius Nostadt und Matthias Schlösser, sowie Hakler Mika Tyumenev dürften in der Schlussphase noch ein Mal für Vorwärtsdrang im deutschen Sturm sorgen.

Doch mit Marcel Coetzee, der morgen als Schluss auflaufen wird und mit Außen Carlos Soteras-Merz sind auch zwei weitere Top-Spieler für die Dreiviertelreihe neu im Kader. Sollte sich das deutsche Team in aussichtsreiche Position bringen, dürften Coetzee und Co. durchaus in der Lage sein, Kapital daraus zu schlagen.

Spanien will die Vizeeuropameisterschaft

Für los Leones gilt es sich morgen die Vizeeuropameisterschaft zu sichern. Für die Spanier, die momentan auf dem zweiten Platz rangieren, ist ein Sieg der garantierte Vize-Titel, selbst wenn Russland im Parallelspiel gegen Georgien die Überraschung gelingen sollte. Doch bei den Spaniern hat man auch einen Blick auf die den nächsten WM-Zyklus, bei dem die erst zweite World-Cup-Quali überhaupt das erklärte Ziel des spanischen Verbands ist.

Deshalb waren im erweiterten 30er-Kader für das Deutschland-Spiel gleich neun potenzielle Debütanten. Darunter mit Thierry Feuteu auch ein ganz besonderes interessanter Erste-Reihe-Stürmer, dessen Geschichte in Spanien viele inspiriert hat. Der 23-jährige gebürtige Kameruner war vor fünf Jahren vor der gefährlichen Lage in seinem Geburtsland Kamerun geflüchtet und hatte es im fünften Versuch geschafft den Zaun der spanischen Exklave Melia in Marokko zu überwinden.

Anfangs mittellos, half ihm Rugby, der Sport, den er bereits in Kamerun lieben lernte, Fuß in Spanien zu fassen. Über die Jahre arbeitete er sich von der dritten bis in die erste spanische Liga vor und steht nun vor seinem Debüt. Dass „Titi“, wie er im Spanien-Team genannt wird, gerade in Köln sein Debüt geben wird, scheint Schicksal zu sein. Hier hat sich in den letzten Jahren das Rugby-Flüchtlingsprjekt Rugby United einen Namen gemacht und wurde vor wenigen Wochen sogar von World Rugby ausgezeichnet.

Das Land zu repräsentieren, das ihn einst mit hohen Zäunen und Wachtürmen von der Einreise hindern wollte, ist für den 115-Kg-Mann ein in Erfüllung gehender Traum. So sehr die Geschichte Feuteus inspiriert, aus deutscher Sicht wünschen wir uns von TR morgen einen Sieg. Für alle die noch mit dem Gedanken spielen - es gibt im Kölner Stadion noch einige wenige Sitzplatzkarten und genügend Stehplätze.

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