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DRV VII vor den Dubai 7s: Verletzungs-Comebacks und ein neuer Leitwolf fürs Wolfpack?
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Mittwoch, 21. November 2018

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Bald ein Leitwolf fürs Wolfpack? Manasah Sita will das sogenannte Olympia-Schlüpfloch nutzen. Foto (c) Seufert-Chang

Wenn die deutsche Siebener-Auswahl in neun Tagen bei den Dubai 7s antritt, geht es in erster Linie nicht um das Ergebnis beim hochklassig besetzten Einladungsturnier. Fünf Monate vor dem vierten Anlauf auf die Sevens World Series in Hongkong will das Trainerteam der DRV-Auswahl dem Nachwuchs, sowie einigen Wiedergenesenen die Chance geben sich auf allerhöchstem Niveau unter Wettkampfbedingungen zu zeigen. Ein Name auf der Nominierungsliste des DRV sorgte gestern für einige Verwunderung: Manasah Sita wird in Dubai mit dem Adler auf der Brust auflaufen.

Der Leistungsträger des SC Neuenheim, der mittlerweile seit mehr als zehn Jahren in Deutschland lebt, hatte noch bei den Hong Kong Sevens 2016 gegen Deutschland gepunktet. Normalerweise erlauben die Regularien von World Rugby einen Wechsel der Nationalmannschaft nicht, sobald man auch nur einen einzigen Einsatz in einer Senioren-Nationalmannschaft hat, ob im Siebener- oder Fünfzehner-Rugby. So hatte es der Weltverband IRB im Jahr 2000 nach der peinlichen „Granny-Gate“ Affäre um zwei walisische und einen schottischen Nationalspieler, die entgegen der damals noch deutlich laxeren Regeln aufgelaufen waren, eingeführt.

Doch seitdem unser Sport im olympischen Programm ist, gelten die IOC-Regeln und so hat sich seit dem Vorlauf zu Rio 2016 das sogenannte „Olympia-Schlupfloch“ aufgetan. Dieses ermöglicht den Wechsel der Nationalmannschaft, unter gewissen, aber stringenten Bedingungen, wie bereits in der Diskussion um Ex-England-Spielmacher Toby Flood klar wurde: Der betroffene Sportler muss die Staatsbürgerschaft seines „neuen“ Landes besitzen, drei Jahre lang nicht mehr für seine alte Nationalmannschaft aufgelaufen sein und kann dann erst in der Olympia-Quali teilnehmen - erst nach dieser ist der Spieler dann voll spielberechtigt.

Bei Sita wird das 3-Jahres-Kriterium erst im kommenden Jahr erfüllt sein, doch in Einladungsturnieren wie den Dubai 7s Invitational, kann der pfeilschnelle SCN-Außen bereits für das Wolfpack auflaufen. Ob Sita dann irgendwann auch in einem offiziellen Wettbewerb mit dem Adler auf der Brust auflaufen wird, steht auf einem ganz anderen Papier, wie der Co-Trainer der DRV VII Clemens von Grumbkow gegenüber TR erläutert: „Wir hatten ein zwei Gespräche mit ihm, er will die Möglichkeit ergreifen und trainiert auch schon seit einigen Wochen mit uns - er könnte durch dieses Olympia-Schlupfloch schlüpfen, ob wir ihn dann auch nominieren nächstes Jahr für die Olympia-Quali, ist eine andere Frage.“

 

Im Siebener ist Sita vielzeitig einsetzbar und hat bereits Erfahrung auf der World Series


Sita als zusätzlicher Leitwolf im Wolfpack?

Im Wolfpack könnte der im Oktober 32 gewordene Sita zu einem zusätzlichen Leitwolf werden. Schon jetzt sei es ein unschätzbarer Vorteil den mit World-Series-Erfahrung gesegneten gebürtigen Simbabwer an Bord zu haben: „Er erhöht das Trainingsniveau ungemein und passt auch charakterlich hervorragend in unser Team“, wie von Grumbkow weiter erläutert. Auf dem Feld ist der ebenso schnelle wie physisch durchsetzungsfähige Sita flexibel einsetzbar: Er ist stark genug um als Prop aufzulaufen, kreativ und passsicher genug um Verbinder zu spielen und schnell wie ein Außen.

Im letzten Olympia-Zyklus nutzten lediglich drei Spieler dieses damals noch neue und relativ unbekannte Schlupfloch: Anton Rudoi (Kasachstan->Russland), Cooper Vuna (Australien->Tonga) und der sicherlich prominteste der drei Spieler, Tim Nanai-Williams, der nach mehreren Einsätzen für die All Blacks 7s nun für das Land seiner Eltern Samoa aufläuft. Bereits knapp zwei Jahre vor Olympia in Tokyo sind die Spekulationen darüber, wer diesen Weg noch gehen könnte, bereits intensiv. Laut neuseeländischen Medienberichten könnte Ex-All-Black Charles Piutau bald für Tonga auflaufen - laut dem NZ Herald, der größten Zeitung des Landes, könnte auch Victor Vito diesen Weg gehen.

 

 

Der nächste Anlauf auf Hongkong wird vorbereitet

Sita wäre aber erst nach den Hong Kong 7s eine Option, für die die Vorbereitung nun erneut losgeht. In den letzten Wochen wurde im Siebener-Nationalteam eher an individuellen Skills, als an teamtaktischen Spielaspekten gearbeitet. Denn zuletzt mussten einige der Sportsoldaten in den Reihen der DRV VII Lehrgänge des Bundes absolvieren und darüber hinaus waren einige Spieler in der Marseille-Vorbereitung der DRV XV involviert. Weiterhin stand laut Trainerteam im Fokus, dass alle Spieler fit in die heiße Phase der Vorbereitung gehen. So sollten Spielmacher Sam Rainger und Außen Zani Dembele eigentlich beide in Dubai ihr Comeback nach langer Verletzung feiern.

Doch Rainger ist nach seiner Schulter-Verletzung ebenso knapp nicht rechtzeitig fit geworden, wie Dembele. Auf den Außen aus der Akademie des französischen Star-Ensembles Racing 92 hält man in DRV-Kreisen große Stücke. Doch der gebürtige Saarländer hatte sich Anfang des Jahres in der Rugby Europe Championship gegen Georgien schwer am Knöchel verletzt, noch bevor er sein Debüt in der DRV VII feiern hätte können. Sowohl Dembele, als auch Rainger werden sehr bald wieder im DRV-Trikot auflaufen können. Sebastian Fromm, der sich nach den Hong Kong7s einer Schulter-OP unterziehen musste, wird dagegen ebenso wie Spielmacher Leon Hees, der lange mit Patellasehnen-Problemen aussetzen musste, in Dubai mit am Start sein. 

Ein konkretes Ziel hat man sich im Trainer-Team für die Dubai 7s indes nicht gesetzt, wobei man natürlich so erfolgreich wie möglich abschneiden will - auch wenn mit Irland und Russland die größten Honkong-Konkurrenten ebenso am Start sind. In erster Linie gehe es darum, den Rückkehrern und einigen Youngstern die Chance zu geben, sich unter Wettkampfbedingungen zu zeigen. Denn die ganz heiße Phase der Hongkong-Vorbereitung beginnt wie im Vorjahr in Südamerika, wo unsere DRV VII an den Turnieren in Punta del Este und Vina del Mar teilnehmen wird. Wer es in den Südamerika-Kader schafft, Clemens von Grumbkow abschließend, habe beste Chancen sich im Team festzuspielen.

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Kommentare (2)add comment

Christian Fischer said:

3424
...
Finde ich geil, wir brauchen mehr von solchen Spielern.
November 22, 2018

Sabine Hangel-Stein said:

3711
Dubai weekend
Hi Fellow rugby fans
I am in Dubai to watch the games especially u19 but also all others. Looking for someone to share coach or taxi from downtown to stadium at around 14.00h local time on Thursday. Anybody coming as well?
See you in Dubai:-)
Sabine
November 28, 2018

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