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Am Vorabend des Hongkong-Spiels: Deutschland tritt gegen ultra-selbstbewusste Asiaten an
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Samstag, 10. November 2018

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Morgen wird es endgültig ernst in Marseille. Der erste von potenziell drei Schritten bis zur WM.

Morgen ist es endlich soweit. Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft geht nach monatelanger Vorbereitung in das Repechage-Turnier von Marseille. Im ersten von drei Spielen geht es gegen Hongkong, dem laut World-Rugby-Rangliste schwersten Gegner im Turnier. Der morgige Gegner gibt sich auch dementsprechend selbstbewusst - aber auch die deutsche Mannschaft sieht sich gut vorbereitet.

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Unsere Berichterstattung aus Marseille mit freundlicher Unterstützung von Decathlon

Zum Captain’s Run hatte die deutsche Mannschaft lediglich ihre Kicker geschickt - als letzte der vier am Repechage teilnehmenden Mannschaften durfte die DRV XV heute um 17 Uhr den Platz begutachten. Für die gut 30 km aus Aix-en-Provence brauchten unsere schwarzen Adler mehr als eine Stunde im Berufsverkehr der Metropole am Mittelmeer, weswegen man nur in kleiner Besetzung kam. Der Rest des Teams hätte den Rasen, der aufgrund der Regenfälle in den letzten Tagen stark strapaziert war, sowieso nicht betreten dürfen.

Zuvor hatte Hongkong, die im Gegensatz zu den anderen drei Teams in Marseille selbst untergebracht sind, gemeinsam die Anlage besichtigt. Im Schatten des großen Velodrome-Stadions, in dem bereits Europacup-Finals und WM-Halbfinals im Rugby und Fußball ausgetragen wurden, liegt das kleine aber feine Stade Delort. Ein Großteil des Hongkong-Teams durfte den Rasen nicht betreten und spielte auf der Tartanbahn des Delort wahlweise mit Tennis-, Rugby- oder Fußbällen und zeigte sich sehr gelockert.

Im Gespräch gaben sich die Männer aus der Asien-Metropole gesprächig und unglaublich selbstbewusst. „Klar wird Deutschland mit seinem Sturm viel Druck machen, aber wir haben den Flair auf der Dreiviertelreihe, wir werden sie schlagen“, so der 19-jährige Shooting-Star und Hoffnungsträger Max Denmark, der noch vor sieben Monaten mit Hongkongs Siebener-Auswahl gegen die DRV-Mannschaft bei den Hong Kong 7s den Kürzeren zog. Außen Conor Hartley gab sich ebenso selbstbewusst: „Wenn wir uns an unseren Spielplan halten, dann denke ich, setzen wir uns durch - wir waren noch nie so gut vorbereitet wie jetzt!“


Hongkong-Trainer  Leigh Jones gab sich indes ein wenig zurückhaltender, als seine Spieler: „Wir wissen nicht so ganz, was wir zu erwarten haben. Wir wissen, dass die Deutschen ein paar kräftige Stürmer haben - Mike Ford ist ein Weltklasse-Coach und er wird sie gut eingestellt haben. Wir sind nicht das allergrößte Team und werden deshalb ein sturmlastiges Spiel vermeiden wollen.“

Die deutsche Delegation kam dann eine Stunde später mit lediglich drei Spielern an. Ayron Schramm, morgen nicht im Kader, war erfreut zu hören, dass Hongkong unsere schwarzen Adler eventuell unterschätzt: „Genau das wollen wir, sie werden morgen sehen, wie wir spielen.“ Verbinder Raynor Parkinson nagelte seine Kicks, wie bei ihm schon fast erwartet, derweil aus allen Lagen und von der Seitenlinie übers Lattenkreuz.

Danach gab sich der 1880-Spieler zurückhaltend selbstbewusst - das Samoa-Spiel in Heidelberg sei die beste Leistung seit dem Rumänien-Sieg 2017 in Offenbach gewesen. Doch seitdem habe man viel vom neuen Trainer Mike Ford gelernt, „morgen werden wir das umsetzen wollen“, so Parkinson im Gespräch mit TR.  

DRV-Präsident Robin Stalker war zusammen mit den Spielern im Stadion und im Gespräch mit TR betonte der seit über 20 Jahren in Deutschland lebende Neuseeländer, dass er die Mannschaft nach der couragierten Leistung aus dem Samoa-Spiel gut vorbereitet sieht: „Sie haben jetzt dieses Mal eine richtig gute Vorbereitung gehabt, wissen was von ihnen verlangt wird und ich glaube wir haben eine gute Chance!“

Die deutsche Mannschaft dürfte im morgen erwarteten Nieselregen von Marseille vor allem ihre Stärke bei den Standards zur Waffe machen müssen, dann dürfte man gegen Hongkong gute Chancen haben. Zwar hat Hongkong gegen Teams wie Russland oder Kenia gute Resultate eingefahren, aber spielt zumeist doch gegen unterklassige Teams aus der zweiten Reihe des asiatischen Rugbys.

Der größte Vorteil der Mannschaft von Hongkong dürfte die Eingespieltheit sein. Alle Spieler sind in der Acht-Millionen-Metropole nur ein paar Minuten mit der U-Bahn auseinander und trainieren seit Monaten regelmäßig zusammen. Die deutsche Mannschaft kam Anfang dieser Woche erstmals komplett zusammen. Doch das will Raynor Parkinson nicht als Ausrede gelten lassen: „Die Auslandsprofis und Neulinge haben sich super eingefügt. Alle wissen was zu tun ist und jeder kennt seine Rolle.“

Ein Sieg ist fast schon Pflicht. Natürlich wäre die Qualifikation nach einer Niederlage noch möglich, doch dann müssten unsere schwarzen Adler sich auf andere Ergebnisse verlassen. Deshalb ist ein erfolgreicher Repechage-Auftakt morgen umso wichtiger.

 

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