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TR-Update: SCN sichert sich 7er-Titel, St. Pauli und Luxemburg machen den Aufstieg perfekt
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Montag, 4. Juni 2018

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Die beiden Finalisten Arm in Arm: Meister SCN und Vize Germania bei der Siebener-DM in Stuttgart. Foto (c) Deutsche Rugby-Frauen

Am Wochenende war viel los in Rugby-Deutschland: In Stuttgart krönte sich der SC Neuenheim trotz Verletzungssorgen nun auch bei der Siebener-Meisterschaft mit einem 27:7 Finalsieg über Germania List zum deutschen Meister. Auch die Hannoveranerinnen blicken positiv auf das Turnier zurück,  Indes gab es bei den Aufstiegs-Playoffs zwei Favoriten-Siege - Luxemburg und St. Pauli kehren jeweils nach nur einer Zweitliga-Saison zurück ins Oberhaus.

Für den SC Neuenheim war es das Doppel - nach dem Gewinn der Meisterschaft im Fünfzehner-Rugby unterstrichen die Neuenheimerinnen auch in der Baden-Württembergischen Landeshauptstadt ihre momentane Ausnahmestellung im deutschen Frauen-Rugby. Das ohne die Siebener-Nationalspielerinnen Lisa Bohrmann, Steffi Gruber und Anja Czaika, die allesamt verletzungsbedingt ausfielen. Knapp vier Wochen vor dem GPS-Auftakt sicherlich keine guten Nachrichten für Nationaltrainer Melvine Smith.

Doch Smith dürfte sich wie das SCN-Trainerduo Kocher/Trick über die Leistung der jungen Spielerinnen des SCN gefreut haben, die in die großen Fußstapfen getreten sind. Meistertrainer Trick gegenüber TR: „Wir haben uns im Trainerteam besonders über die Titelverteidigung gefreut - denn wir waren von großen Personalsorgen geplagt. Die Mannschaft hat sich über das Turnier super zusammen gefunden und sich dabei von Spiel zu Spiel gesteigert und am Ende eine super Leistung abgeliefert.“

Besonderes Lob vom SCN-Coach bekam auch die Turnier-Organisation in Stuttgart erhalten, die genau wie das Spielniveau sehr ansprechend gewesen seien. Angesprochen auf das zweite Double in Folge sprach SCN-Kapitänin Elisa Trick von einer „unglaublichen Leistung“.

Finalgegner des SCN und damit Vizemeister war die SC Germania List. Mit einer blutjungen Mannschaft mit einem Altersschnitt um die 20 Jahre hatten die Hannoveraner Mädels nach dem fünften Platz im Vorjahr den größten Sprung gemacht - nachdem sich die Hannoveraner aus der Fünfzehner-Bundesliga verabschiedet hatten, um sich komplett auf die olympische Variante zu konzentrieren, hat sich dieser gewagte Schritt zumindest beim Siebener-Championat gelohnt.

Germania-Trainer Jakob Clasen zeigte sich gegenüber TotalRugby „überwältigt“ von der Leistung seiner Mannschaft. Die letzten 15 Monate mit dem Fokus auf dem Siebener hätten sich ausgezahlt: „Wir arbeiten seitdem professionell wie noch nie, deshalb war unser Ziel im Vorfeld Platz fünf auszubauen.“ Dabei sei man sich des Jahr für Jahr steigenden Niveau im Siebener der Frauen in Deutschland bewusst und hatte dies dementsprechend als ambitioniertes Ziel gesehen.

Mit Blick auf die kommende Saison will die Germania sich weiter verbessern, wie Claasen bestätigt: „Das nächste Jahr muss sich um den weiteren Ausbau der Kadertiefe drehen und hoffentlich spielen wir am Ende um die deutsche Meisterschaft. Ich kann die neue Saison kaum erwarten“

Siebener-Rekordmeister HRK revanchierte sich im kleinen Finale gegen den RSV-Köln. Der Fünfzehner-Vizemeister und Siebener-Meister von 2016 hatte erst im Semifinale gegen den SCN den Kürzeren gezogen und unterlag dann auch dem HRK im Spiel um Platz drei. Die Plate-Trophäe für Rang fünf gewann StuSta München vor dem RK 03 Berlin und den Gastgeberinnen vom Rugby Club Stuttgart.

Abschlusswertung:

1. SC Neuenheim
2. SC Germania List
3. Heidelberger RK
4. RSV Köln
5. StuSta München
6. RK 03 Berlin
7. Stuttgarter RC
8. RC Würzburg
9. RC Mainz
10. USV Potsdam
11. Eintracht Frankfurt
12. FC St. Pauli

2. BL Herren: Pauli und Luxemburg machen den direkten Wiederaufstieg perfekt

Bereits am Samstag hatte der FC St. Pauli beim Nord-Rivalen den direkten Wiederaufstieg ins Rugby-Oberhaus klargemacht. Die Männer um Maxi Michel hatten das Geschehen in Hannover von Beginn an dominiert und lagen zur Pause bereits mit 19:0 vorne. Auch in Durchgang zwei ließen die Gäste nichts anbrennen und ließen den Rekordmeister selten richtig ins Spiel kommen. Am Ende stand ein deutliches 36:17, der damit ab der kommenden Saison wieder erstklassig ist.

St. Paulis Rugby-Abteilungsvorsitzender Nils Zurawski freute sich über das „beste Spiel der Saison“, lobte zugleich aber auch die Leistung der Gastgeber - insgesamt habe man den Zuschauern ein gutes Rugbyspiel geboten. Der Aufstieg sei die Ernte nach gelungener „Aufbauarbeit“ in der Mannschaft. Mit Blick auf die kommende Saison im Oberhaus betont Zurawski im Gespräch mit TR: „Die erste Liga wird ein schwerer Brocken und Stand heute kann ich nur sagen, dass der siebte Platz das angepeilte Ziel sein muss. Alles andere ist ein Bonus. Wir freuen uns selbstverständlich auf die Hamburg Derbys, wissen da aber erst nach den Spielen, wo wir stehen. Das lässt sich momentan noch nicht sagen.“

 

Der Jubel beim FC St. Pauli war groß nach dem gelungenen Wiederaufstieg

Pauli-Präsident Zurawski bemerkte darüber hinaus: "Gestern haben zwei Teams auf dem Platz gestanden, die ihren Kader zu großen Teilen aus der eigenen Jugend aufgebaut haben. Das zu erwähnen halte ich für wichtig, denn in der Entwicklung und Gewinnung junger Spieler liegt in der Nachwuchsarbeit, das ist die langfristige Zukunft des zuletzt vielbeschworenen Rugby-Deutschlands, alles andere ist auch wichtig, aber in den Clubs eher kurzfristig und langfristig wenig nachhaltig. Die Vereine, die sich an die schwierige, teure, zeitintensive Arbeit machen, wissen wovon ich rede, alle anderen sollten darüber nachdenken. Dringend." Die unterlegenen Zebras wiederum können immer noch den Wiederaufstieg schaffen, benötigen dazu allerdings einen Sieg im Delegations-Duell mit den Berliner Grizzlies. Das Spiel ist auf den 7. Juli terminiert womit mehr als ein Monat zur Vorbereitung bleibt.

Im Parallelspiel im Großherzogtum Luxemburg schaffte auch der RCL den direkten Wiederaufstieg. Im Duell mit den Münchner Studentenstädtern legten die Himmelblauen früh vor und schienen mit 18:0 auf der Siegerstraße - zwar kamen die Gäste mit zwei Versuchen in schneller Folge noch einmal spät zurück, aber für die Münchner war dies zu wenig. Luxemburg konnte damit, nachdem man vorletzte Saison beim Bundesliga-Debüt trotz eines Sieges im direkten Duell gegen Neuenheim, als letzter Abstieg, die Rückkehr klarmachen. Aber auch die Studentenstädter werden am 7. Juli daheim gegen den RK Heusenstamm eine zweite Chance auf den Bundesliga-Aufstieg haben.

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