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Das Aufstiegsrennen wird ernst: Pauli, StuSta, Luxemburg & Hausen drängen in die Bundesliga
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Dienstag, 8. Mai 2018

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Im direkten Duell mit Rekordmeister Victoria Linden sicherte sich St. Pauli die Pole Position im Norden. Foto (c) Franck Delaloy

Die letzte reguläre Runde der Zweitliga-Saison im Unterhaus steht an - bereits in allen vier Staffeln stehen die Meister und damit auch die Favoriten der in gut zwei Wochen beginnenden Aufstiegs-Playoffs fest. Vor allem Pauli, Luxemburg, die StuSta aus München sowie die TGS Hausen drängen mit aller Macht in die Rugby-Bundesliga. Ost-Sieger Berliner SV hingegen will trotz einer souveräneren Saison als bestes Ost-Team vorerst in Liga zwei verbleiben und sich um den eigenen Nachwuchs kümmern. Wir haben die Top-Teams des Unterhauses genauer unter die Lupe genommen.

Nord - Pauli will den direkten Wiederaufstieg

In der Zweitliga-Nordstaffel lief gleich zu Saisonbeginn alles auf einen Zweikampf der beiden Bundesliga-Absteiger aus der Vorsaison, dem FC St. Pauli und dem deutschen Rekordmeister Victoria Linden, hinaus. Mit nur fünf Teams im Norden sah der Spielplan drei direkte Duelle der beiden rivalisierenden Traditionsklubs vor. Nach einem deutlichen 55:19 Heimsieg der Paulianer im Oktober und einem äußerst knappen 17:15 Heimsieg der Hannoveraner Zebras steht spätestens seit dem 29:10 Sieg der Hanseaten am vergangenen Samstag fest: Der FC St. Pauli geht als Nord-Meister und Favorit in die Nordost-Aufstiegsplayoffs.

Die Paulianer hatten sich gleich nach ihrem Abstieg im Relegationsspiel vergangenen Sommer gegen die Berliner Grizzlies die sofortige Rückkehr ins Oberhaus zum Ziel gesetzt. Das bestätigt auch Rugby-Abteilungsvorsitzender beim FC St. Pauli, Nils Zurawski, gegenüber TR: „Wir wollen auf jeden Fall wieder aufsteigen. Es ist zwar nicht so, dass wir in dieser Liga nichts verloren hätten, das zu sagen wäre vermessen. Wir konnten in dieser Saison viele Spiele gewinnen und dabei Selbstvertrauen tanken. Aber auf Dauer jedoch ist die Liga mit fünf Teams langweilig.“


Denn für Pauli, so führt Zurawski weiter aus, gehe es auch darum im Wettbewerb um die besten Spieler in der Hansestadt attraktiv zu sein: „Wir haben hier mit dem HRC die Konkurrenz vor der Haustür. Wir brauchen nicht davon reden und uns darauf verlassen, dass nur der Name Pauli zieht.“ Deshalb gelte es nun den Aufstieg mit zwei Siegen klarzumachen. Auch wenn man bei Pauli mit der Playoff-Auslosung, die ein mögliches Aufstiegsfinale auf dem Platz von Victoria Linden vorsieht, nicht gänzlich zufrieden ist. Immerhin hatten die Hamburger den Hannoveraner Konkurrenten hinter sich gelassen und müssen nun höchstwahrscheinlich in Linden um den Aufstieg kämpfen.

Sollte dieser gelingen, sieht man sich in Hamburg gewappnet für die Rückkehr in Liga eins, auch wenn der Klassenerhalt zunächst „enorm schwer“ werden würde, so der Vorsitzende Nils Zurawski im weiteren Gespräch mit TR. Was im Umfeld des FC St. Pauli und beim Vorsitzenden Hoffnung verbreitet: Die eigene Jugendarbeit trägt zunehmend Früchte - „wir bringen viele Spieler aus der U18 hoch und haben drei vollwertige Mannschaften bei den Herren im Spielbetrieb.“ Zusammenfassend resümiert Zurawski: „Wir sind noch lange nicht am Ende unserer Reise.“


Ost - Meister Berliner SV will sich in Liga 2 weiterentwickeln

Ganz anders sieht es mit den Ambitionen von Ost-Meister Berliner SV, der sich vor zwei Wochen gegen Jena endgültig den Ost-Titel gesichert hatte, aus. Wie bereits im Vorjahr auch, gelang es dem Aufsteiger aus der Regionalliga Nordost - damals waren dies die Grizzlies - sich überraschend die Meisterschaft zu sichern. Doch anders als die Grizzlies haben die Wilmersdorfer zumindest in diesem Sommer noch keine Aufstiegsambitionen - so bestätigt es der Vorsitzende des BSV Matthias Scheuerlein gegenüber TotalRugby: „Wir werden erstmal in der zweiten Bundesliga bleiben, denn wir wollen nichts überstürzen.“ Ein direkter Durchmarsch würde dem gleichkommen.

Natürlich werde man an den Playoffs teilnehmen, aber zunächst gelte der Fokus sich als drittgrößter Berliner Rugby-Verein mit rund 220 Mitgliedern, davon mehr als die Hälfte Nachwuchsspieler, weiterzuentwickeln - „Wir werden in der kommenden Saison eine zweite Mannschaft in der Regionalliga melden“ so Scheuerlein weiter. Dabei gehe es auch den vielen nachrückenden Nachwuchsspielern eine Perspektive zu bieten und ihnen den Schritt in die erste Mannschaft zu erleichtern. In der übernächsten Saison dann allerdings, wenn man die zweite Mannschaft etabliert hat, habe man nichts gegen einen Aufstieg.

Aufsteiger, Meister und dennoch ohne Aufstiegsambitionen: Der Berliner SV 92

Eine weitere Baustelle, die Anlage am Heidelberger Platz im Südwesten der Hauptstadt, bleibt dabei erstmals ungelöst. Diesen städtischen Platz teilt sich der Verein mit einer Reihe zahlreicher anderer Sportarten und ist auch deshalb immer wieder von Sperren betroffen. Mit Neid blickt man da auf den Ost-Nachbarn RK 03 mit seinen drei Plätzen. Perspektivisch hoffen sowohl der BSV, als auch der im gleichen Berliner Bezirk beheimatete BRC, auf eine Verbesserung der jetzigen Platz-Situation. Wer dem BSV wahrscheinlich als Ost-Zweiter in die Playoffs folgen wird, dürfte sich im Übrigen heute Abend im direkten Duell Potsdam-Velten entscheiden. Denn die Zweitvertretung vom BRC, momentan hinter dem BSV gelegen, kann bekanntlich nicht aufsteigen.

Süd - StuSta in Liga 2 zufrieden, aber will „endlich Mal was gewinnen“

Im Süden hatte die Münchner StuSta das Geschehen über fast den gesamten Saisonverlauf nach Belieben dominiert. Zehn Bonuspunktsiege in zehn Partien - doch ausgerechnet im Derby mit dem großen Münchner Stadtrivalen RFC folgte dann die herbe Schlappe. Dennoch richtet sich der Blick Nord-Münchner nun auf die Playoffs: Nachdem man im Vorjahr als Zweiter den unangenehmen Weg nach Aachen antreten musste, genießt man nun als Süd-Meister das Heimrecht gegen die TGS Hausen.

Dabei ist der Aufstieg eigentlich gar nicht die allergrößte Priorität des im englischen Garten der bayerischen Landeshauptstadt angesiedelten Vereins, wie Spielmacher Simon Jung gegenüber TR konkretisiert: „Wir sind vom Niveau her sehr glücklich in der zweiten Bundesliga Süd, die nur noch besser werden kann durch den Abstieg von Neuenheim. Wir haben viele Spiele auf Augenhöhe. Gleichwohl wissen wir auch, dass wir in der ersten Bundesliga große Probleme haben würden. Aber dennoch wollen wir jetzt kein einziges Spiel mehr verlieren!“

Im Süden mit einer fast makelosen Bilanz: StuSta München

Grund dafür sei der Rückschlag vor zehn Tagen gegen den RFC: „Die Derby-Niederlage und die Art und Weise, wie wir da aufgetreten sind, hat so was von genervt, dass niemand von uns das mehr will.“ Auch dafür, dass die harte Arbeit vom italienischen Trainer Umberto Re der letzten vier Jahre nun endlich Früchte trage. Nach zwei Ligapokalfinal-Niederlagen und dem zweimaligen Scheitern in den Playoffs sei es an der Zeit wirklich Mal etwas zu gewinnen, so der StuSta-Spieler und DAZN-Kommentator abschließend. Zusammen mit Meister StuSta wir der RC Rottweil als zweiter Süd-Vertreter in die Playoffs gehen - nach der 14:46 Heimniederlage der Schwarzgelben gegen die StuSta am vergangenen Wochenende bleibt den Rottweilern zunächst nur die Underdog-Rolle.

West - Luxemburg und Hausen wollen mit aller Macht in Liga 1

Die West-Staffel des Rugby-Unterhauses war in diesem Jahr nicht nur die einzige, die in voller Sollstärke mit acht Teams ausgespielt wurde. Auch in Sachen Spannung und Ausgeglichenheit hatte der Westen wohl am meisten zu bieten. Mit Hausen und Luxemburg ziehen zwei eingespielte Teams in die Playoffs ein, die aber beide im Saisonverlauf bereits Federn lassen mussten.

Nachdem die aus dem Frankfurter Umland stammenden Hausener in der Hinrunde noch empfindliche Niederlagen gegen Köln und Luxemburg einstecken mussten, bescherte ihnen ein Rückrunden-Run mit sechs Siegen in Folge, darunter auch gegen Luxemburg und Köln, den Playoff-Einzug. Schützenhilfe von eben jenen Kölnern, die den direkten Konkurrenten Aachen bezwangen und der Sieg gegen Luxemburg am vergangenen Wochenende bedeuteten, dass Hausen die Nase im Foto-Finish vorne behielt.

 

Playoff-Einzug im direkten Duell gegen Luxemburg: Die TGS Hausen

Die Hausener hatten im Winter ihre Ambitionen unterstrichen, indem sie Spielmacher Tobias Apelt vom Lokalrivalen Heusenstamm abgeworben hatten. Dieser äußerte sich gegenüber der Offenbach-Post wie folgt: „Ich hatte von Anfang an gesagt, dass das Potenzial da ist und man lediglich an ein paar Stellschrauben drehen muss“. Nun will er als spielender Co-Trainer bei seinem Jugendverein für die Sensation sorgen. Dabei steht nun zuerst der weite Trip nach München an wo die StuSta wartet. Für TGS-Trainer Benoit Grob „der Brüller der starken Süd-Gruppe und der Topfavorit auf den Aufstieg“.

Luxemburg wird daheim den RC Rottweil empfangen - bis auf die Niederlage gegen Hausen, bei dem einige Topspieler der Himmelblauen gefehlt hatten, war der Absteiger aus dem Vorjahr die dominierende Mannschaft im Westen. Gerade auf dem heimischen Kunstrasen in Cessange sind die Luxemburger eine Macht. Im Falle eines wahrscheinlichen Sieges gegen Rottweil genößen die Luxemburger auch im Finale Heimrecht - sowohl für die StuSta, als auch für Hausen keine einfache Aufgabe.

 

Die Playoff-Termine im Überlick

Halbfinale

Nord vs. Ost
Berliner SV 92 - TSV Victoria Linden (26. Mai)
St. Pauli - Velten/Potsdam (27. Mai)


Süd vs. West
StuSta München - TGS Hausen (26. Mai)
RC Luxemburg - RC Rottweil (26. Mai)

Finale

Nord/Ost
BSV/Victoria - Pauli/Potsdam/Velten (2./3. Juni)

Süd/West
StuSta/Hausen - Luxemburg/Rottweil (2./3. Juni)

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Kommentare (3)add comment

Andreas Hauer said:

2314
Paulis Ärger kann ich versteheb
Was für eine bescheuerte Aufstiegsregelung, dass das Finale beim
Zweitplatzierten ausgetragen werden muss
Mai 09, 2018

Mahmud Marachi said:

652
verschieden Sichtweisen
Man kann das so oder so sehen.
Wenn der Zweite einer Gruppe das Finale erreicht, dann bedeutet das, dass es sich gegen den Ersten der anderen Gruppe durchgesetzt hat. Er nimmt dessen Platz ein und ist damit sozusagen auf Augenhöhe mit dem Gegner.
Bei dieser Sichtweise wäre losen fair.

Generell ist es empfehlenswert, Regeln nicht mit zu vielen "wenn - dann" Konstruktionen zu belasten. Die Aussage "das Heimrecht wird gelost" ist für alle Beteiligten einfach und verständlich. Das führt dann gelegentlich zu vielleicht auf den ersten Blick unverständlichen Ergebnissen. Andererseits sind wir jetzt im gefühlt zehnten Jahr, in dem die Frage zum ersten mal auftaucht.

Man kann es anders machen. Ein unangenehmer Nebeneffekt dabei ist aber, dass ich zweigleisig organisieren muss (da ich eventuell erst eine Woche vor dem Spiel erfahre, ob ich zu Hause oder auswärts spiele) und, aus dem gleichen Grund, weder nennenswerte Zuschauerwerbung machen noch Fanbusse organisieren kann.

Alles hat seine zwei Seiten.

Welche Regelung zukünftig zum Tragen kommt, ist mir persönlich egal. Ich finde es jedoch nicht ok, den gemeinsamen Beschluss aller beteiligten Vereine "bescheuert" zu nennen.
Mai 09, 2018

Werner Cromm said:

67
...
Worauf gründet sich die Aussage "dass das Finale beim Zweitplatzierten ausgetragen werden muss"?
Das Heimrecht wurde ausgelost und dies ist nur eine von mehreren Möglichkeiten. Das Heimrecht ist vom Ausgang der Aufstiegsspiele abhängig.
Mai 11, 2018

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busy
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