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TotalRugby-Review: HRK mit Kantersieg gegen geschwächte RGH - Germania weiter auf Kurs
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Montag, 18. September 2017

Zu selten konnten die Leipziger ihre Hannoveraner Widersacher wie hier stoppen. Foto (c) RC Leipzig
Zu selten konnten die Leipziger ihre Hannoveraner Widersacher wie hier stoppen. Foto (c) RC Leipzig

Es war die erwartete Packung für die Rudergesellschaft. Ohne ihre Siebener-Nationalspieler antretend hatten die Orange Hearts nicht den Hauch einer Chance gegen den übermächtigen Nachbarn vom Harbigweg. Im Norden setzt der SC Germania List seine überragende Form fort, während der RK 03 gegen den Aufsteiger SG Odin/Döhren überraschend Punkte liegen lässt.

Süd/West

Heidelberger RK 97 - 3 RG Heidelberg
Die Niederlage kam für die RGH wenig überraschend - dennoch wird die höchste Niederlage seit Jahren den Orange Hearts geschmerzt haben. Dabei hatte Coach Rudolf Finsterer aus Protest auf seine Siebener-Stars verzichtet, um seine Unzufriedenheit über die Personalpolitik des HRK und der Wild Rugby Akademie zu äußern.

Dass dies sportliche Konsequenzen haben würde und der Sieg in der gleichen Partie im Vorjahr damit unmöglich werden würde, wird auch RGH-Trainer Finsterer gewusst haben. Mit welcher Wucht der HRK aber seine Angriffe vortrug, wird auch den einen oder anderen in Orange überrascht haben.

Sportlich lieferte die junge RGH-Truppe einen aufopferungsvollen aber aussichtslosen Kampf - zumal man gänzlich ohne Auswechselspieler angetreten war. Schnell erarbeitete sich der Ruderklub eine Drei-Verusuche-Führung mit 17:0 - doch danach stockte der Angriffswirbel eine Weile lang, bevor ein Zwischensprint zur Pause den HRK-Zählerstand auf 41 hochschraubte.

Hälfte zwei begann dann für den HRK mit einem Schock. Jaco Otto, der sich laut HRK-Pressemitteilung von den RGH-Spielern provoziert fühlte, trat gegen einen am Boden liegenden Spieler. Aus gelb wurde für den Flanker der DRV XV rot, als er dem Schiri-Gespann noch einige unsportliche Worte hinterherrief. Laut Aussage des Klubs wird diese Unsportlichkeit auch intern Konsequenzen haben. Doch dem HRK-Angriffswirbel tat diese Schwächung keinen Abbruch, zumal die RGH ohne Ausswechselspieler selbst das Schlussviertel in Unterzahl bestreiten musse.

Weiter fiel Versuch um Versuch und obwohl auch die HRK-Offiziellen der jungen RGH-Mannschaft eine gute kämpferische Leistung attestierten, zeigte der Klub auf dem Feld wenig Gnade. Am Ende hatte der HRK 15 Versuche auf dem Konto. Nach der Auswechslung von Verbinder Raynor Parkinson zeigte sich Marcel Coetzee ebenso zielsicher vom Tee.

Neckarsulmer SU 47 - 27 RK Heusenstamm

Auch der RK Heusenstamm trat am Wochenende ohne seine beiden Siebener-Stars an. Beim ambitionierten Aufsteiger gab es für die Füchse wenig zu holen. NSU-Coach Mark Kuhlmann hatte die klare Losung ausgegeben und von seinen Jungs die vollen fünf Punkte eingefordert. Doch die Füchse hatten tatsächlich den besseren Start und gingen nach einem NSU-Straftritt von Verbinder Max Kopp per Versuch in Front. Speziell an den Kontaktpunkten zeigten sich die Gastgeber schläfrig und mussten gegen die Liga-erfahrenen Füchse Lehrgeld zahlen.

Bis zur Halbzeit konnte Wallas Mascaro aber für die Gastgeber nachlegen und es ging beim Stand von 13:13 in die Pause. Hälfte zwei jedoch geriet zu einer wirklichen Achterbahnfahrt. Die NSU kam viel wacher aus der Pause und konnte in nur 200 Sekunden durch Kapolla und Vozyk zu einer ersten komfortablen Führung kommen. Ein weiterer Versuch durch Bicker kam einer Vorentscheidung gleich.

Doch nach einer Rangelei musste Verbinder Kopp für zehn Minuten auf die Sünderbank. Doch auch das konnte der RKH nicht nutzen, stattdessen zementierte die NSU ihren ersten Sieg im Oberhaus mit dem fünften Versuch. In einer vogelwilden Schlussphase konnte der RKH dann doch noch zwei Versuche legen - die Gastgeber in Form von Carrizo ließen es sich aber nicht nehmen, mit dem sechsten Versuch den Schlusspunkt zu setzen. Welch ein Sieg für die NSU die bereits nach wenigen Wochen in der Bundesliga angekommen zu sein scheint. Kein Wunder, dass sich Trainer Kuhlmann zufrieden zeigte und vor allem betonte, dass man den Füchsen den vierten Versuch und damit den Bonuspunkt verwehrt habe.

 

Reißfeste Trikots & erster Bundesliga-Sieg: Check!

TV Pforzheim 34 - 22 Handschuhsheim

Nach einer deutlichen Klatsche zum Auftakt gegen die RGH ist der Vizemeister zurück in der Spur. Gegen den nächsten Heidelberger Widersacher. TVP-Team-Manager Jens Poff resümierte zufrieden: „Das war die Reaktion, die ich erwartet hatte. Das Team hat sich gegen aufopferungsvoll kämpfende Handschuhsheimer durchgesetzt.“ Weiterhin blickte Poff auf die weitere Saison und bezeichnete den Sieg gegen starke Löwen als „Mutmacher“.

Tatsächlich hatten die Löwen den besseren Start und gingen durch einen Versuch von Sturm-Tank Wetzel mit 10:3 Führung. Doch noch vor der Pause kamen die Rhinos durch einen Dreifach-Schlag in Front. Vor allem Simbabwe-Neuzugang Josh Gando fand zwei Mal den Weg über die Mallinie der Gäste. Ein weiterer Neuzugang, der Südafrikaner, Kelvin de Bruyne und Ali Sürer konnten nach der Pause nachlegen und Siebener-Ass Carlos Soteras-Merz erwischte vom Tee einen sicheren Tag.

Den Löwen, die weitere Chancen versiebten, blieben am Ende nicht viele Chancen. TSV-Abteilungsleiter Rugby Volker Kraft zeigte sich nach dem Abpfiff enttäuscht und ebenso stolz auf seine Jungs: „„Es macht mich stolz zu sehen, wie unsere Mannschaft, von denen heute 19 aus der eigenen Jugend stammen, einer bunt zusammengekauften Truppe so lange mindestens ebenbürtig Paroli geboten hat!“ Ob die Breitseite gegen einen anderen Bundesligisten in der Form nötig gewesen war, lassen wir Mal dahingestellt.

 

Glückliche Pforzheimer nach dem hart erarbeiteten Sieg gegen die Löwen

 

SC Frankfurt 1880 36 - 11 SC Neuenheim

Noch in der Rückrunde der Vorsaison hatte es im gleichen Duell an anderer Stelle (der SC musste am Samstag nach Oberursel ausweichen) zwischen beiden Teams eine ganz schwache Rugby-Partie gegeben. Vier Straftritte zu Null hieß es am Ende für die königsblauen Gäste. Die ersten zwanzig Minuten ließen in dieser Partie kein spielerisches Feuerwerk erwarten - zahlreiche Fehler auf beiden Seiten ließen keinen richtigen Spielfluss zu. Doch kurz vor der Pause fassten sich die Frankfurter ein Herz und auf einmal ließ es auch spielerisch: Drei Versuche in schneller Folge vor dem Pausenpfiff und SCN-Trainer Lars Eckert werden Erinnerungen an die epische Klatsche gegen den HRK hochgekommen sein. Zum Glück aus Neuenheimer Sicht, hatte Frankfurt-Verbinder Cameron-Dow zu wenig Zielwasser gegen seinen Ex-Klub getrunken und versiebte alle drei Erhöhungen.

Mit einem Strafkick kamen die Königsblauen nach der Pause zu ersten Punkten, kassierten aber im Gegenzug den nächsten Versuch. Nachdem sich der Flanker des SCN böse das Knie verdreht hatte und ersetzt wurde, legte der SC 80 nach und hatte damit bereits 20 Minuten vor dem Ende den Bonus in der Tasche. Nach einem Ehrenversuch für den SCN stand es am Ende 36:11 und Neuenheim damit in der Tabelle weiter mit 0 Punkten am Ende. Frankfurt wiederum ist neben dem HRK das einzige Team mit einer weißen Weste - wenn auch beide Siege zugegebenermaßen reichlich glanzlos zustande kamen. Beim Blick auf die Tabelle - Frankfurt ist momentan Zweiter - dürfte das den Rot-Schwarzen aber reichlich egal sein.


Nord / Ost

RC Leipzig 5 - 69 SC Germania List

Bereits am ersten Spieltag hatten die Leipziger Besuch von einem Hannoveraner Spitzenverein und am Ende stand eine Niederlage zu Buche. Dieses Mal sollte es für die in der Vorsaison sportlich positiv überraschenden Leipziger noch dicker kommen. Zwar konnte der RCL den besseren Start hinlegen und nach einer schönen Kombination durch Innen Botha mit 5:0 in Front gehen, doch was wenige in der Messestadt geahnt hätten: Dies sollten die letzten Punkte des RCL werden.
Germania List mit seiner gewohnten Spielstärke bei den Dreivierteln und der neugewonnen Stärke im Sturm übernahm nun das Zepter. Einen schönen Angriff der Germanen konnte Michael Vaaiga nur per zu hoch angesetztem Tackle unterbinden, was eine gelbe Karte und einen Strafversuch zur Folge hatte. In der Folge spielten die schnellen Germanen ihre sächsischen Widersacher ein ums andere Mal schwindlig und legten bis zur Pause noch weitere drei Versuche zum 29:5 und dem vorzeitigen Offensiv-Bonus.

In Hälfte zwei konnte auch der wiedergenesene Nico Windemuth ins Geschehen eingreifen und harmonierte von Beginn an gut mit dem anderen Innen Jarrod Saul: Beide sollten zusammen ganze sechs Versuche erzielen. Leipzig dagegen musste am Ende verletzungsbedingt gar in Unterzahl spielen und zahlte schlussendlich mit der zweiten Heimklatsche im zweiten Spiel gehörig Tribut. Germania hat damit vor den beiden schweren Spielen gegen den Lokalrivalen Hannover 78, der ebenso bisher die weiße Weste behalten konnte und den RK 03 eine absolut makellose Bilanz.

RK 03 Berlin 20 - 20 SG Odin/Döhren

Eine faustdicke Überraschung gab es am Samstag an der Berliner Buschallee. Die in „Notbesetzung“ angetretene Hannoveraner Spielgemeinschaft schaffte beim Nordost-Krösus der Vorsaison, dem RK 03 Berlin, ein unerwartetes Unentschieden. Dabei hatte der haushohe Favorit und Gastgeber den deutlich besseren Start erwischt. Durch Duwe und Colic konnten die sturmstarken Ost-Berliner früh Luft zwischen sich und die Hannoveraner Gäste bringen.

Doch trotz 0:14 beim Vorjahres-Sieger der Nordstaffel gab sich der Aufsteiger um Spielertrainer Rafael Pyrasch nicht auf - im Gegenteil. Die SG übernahm gegen Ende der ersten Hälfte immer besser ins Spiel und konnte selbst zwei blitzsaubere Versuche legen. Zur Pause trennten beide Teams beim Stand von 12:14 lediglich zwei Zähler, da Berlins Kicker Hackl einen Kick daneben setzt.

Mit einem Straftritt sollte die SG in Hälfte zwei weiter in Front gehen. Ein Versuch des RK 03 durch das starke Paket schraubte das Punktekonto auf 17:17 aus Sicht der Gastgeber hoch. Ein RK 03 Kick durch Hackl hatte den RK gar in letzter Sekunde in Front gebracht, doch mit der letzten Aktion konnte sich Odin/Döhren die zwei unerwarteten Punkte für ein Unentschieden sichern.

Hannover 78 57 - 7 Berliner RC

Die favorisierten Hannoveraner hatten gegen die Gäste aus der Hauptstadt einen holprigen Start erwischt. Ein erster Versuch der 78er wurde durch die Berliner nach einer 5-Meter-Gasse egalisiert, da sich Innen Kain Rix nach nur wenigen Minuten eine berechtigte Gelbe für das Rausschlagen des Balls abgeholt hatte. Den fälligen Straftritt bugsierten die Berliner zur Gasse, wo sie die letzten Meter per Paket überwinden konnten.

Doch eben jener Kain Rix sollte im weiteren Spielverlauf seinen Fehler mehr als nur wiedergutmachen. Der durchbruchsstarke Innen spielte die BRC-Defensive mehr als nur einmal schwindlig und erarbeitete sich von seinen Mitspielern trotz der gelben Karte das Prädikat Spieler des Spiels. Gedrängehalb Piosik konnte noch vor der Pause zur 15:7 Führung ablegen.
Was in Hälfte zwei folgte war eine wahrhaftige Demonstration der 78er. Im Minutentakt konnten die Gastgeber am schnellen Graben im Berliner Malfeld einlaufen und insgesamt ganze acht weitere Versuche erzielen. Coach Benny Krause lobte die Fitness seiner Mannschaft und resümierte „nach der Pause hatten die Berliner keine Chance mehr“. Bald geht es für 78 nun in das ewig junge Hannoveraner Derby, doch zuerst wartet der ambitionierte Aufstieg Berliner Grizzlies.

Berliner Grizzlies 21 - 20 Hamburger RC

Den ersten Sieg errangen die Grizzlies schon unter der Woche. Eine vermeintliche Niederlage am grünen Tisch gegen Odin konnte abgewendet werden, da die Grizzlies nachweisen konnten zwölf für Deutschland spielberechtigte Akteure zu haben.

Auf dem Rasen gab es beim Berliner Aufsteiger ebenso einen wahrhaften Krimi zu sehen. Gegen die chronisch auswärtsschwachen Hamburger stand am Ende bereits der zweite Sieg im zweiten Spiel für den Verein, dem der Durchmarsch von der Drittklassigkeit bis ins Oberhaus gelungen war. Ein Erhöhungs-Kick aus kniffliger halbrechter Position, bei dem Grizzlies-Verbinder Daniel Heyes Nerven aus Stahl bewies, sicherte am Ende den Sieg mit dem geringsten aller Abstände.

Zuvor hatten die Zuschauer im Berliner Plänterwald eine packende aber nicht immer hochklassige Partie gesehen. Ähnlich, wie beim ersten Heimspiel gegen Odin konnte Berlin phasenweise stark aufspielen, um doch über Phasen hinweg zu sehr das Zepter aus der Hand zu geben und Hamburg somit im Spiel zu halten. Grizzlies-Prop Smith bewies in Hälfte eins auf Seiten der Berliner gleich zwei Mal Finisher-Qualitäten und forcierte seinen Weg über die Linie.

Doch Hamburger hielt sich über den starken Sturm in der Partie und sah Minuten vor dem Ende beim Stand von 14:21 wie der sichere Sieger aus. Doch ein ganz später Versuch der Grizzlies mit der letzten Aktion sowie die essenzielle Erhöhung durch Verbinder Heyes drehten die Partie unter dem Jubel der Grizzlies-Anhänger. HRC-Kapitän Bodensieck trauerte nach dem Abpfiff den verpassten eigenen Chancen hinterher. Nach eigener Überlegenheit hätte man schlicht gewinnen müssen so der HRC-Flanker

 

Der siegbringende Kick von Verbinder Heyes

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