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TR-Bundesligavorschau: Nord-Heidelberg-Dery um den Klassenerhalt, Fernduell im Norden um Platz 2
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 2. Juni 2017

Wild entschlossene Löwen wollen ihrem Coach im Derby einen hervorragenden Abschied bereiten. Foto (c) Seufert-Chang
Wild entschlossene Löwen wollen ihrem Coach im Derby einen hervorragenden Abschied bereiten. Foto (c) Seufert-Chang

Auch wenn vor dem abschließenden Spieltag der letzten regulären Runde der Rubgy-Bundesliga die meisten Entscheidungen bereits gefallen sind. Einige wichtige Entscheidungen werden in den nächsten 48 Stunden fallen: Vor allem wer sich im Norden den zweiten Playoff-Platz sichert und wer im Süden den direkten Klassenerhalt verpasst.

Süd/West

SC Neuenheim - TSV Handschuhsheim
Sonntag 4. Mai, 15:00 Uhr

Die uralte Rivalität zwischen den langjährigen Platznachbarn - das Duell zwischen den Handschuhsheimer Löwen und ihren königsblauen Erzrivalen aus dem nur einen Steinwurf entfernten Neuenheim - es ist das mit Abstand brisanteste Derby in der Rugby-Bundesliga. Doch an diesem Pfingstsonntag geht es im ewigen Duell SCN-TSV um mehr als die Vorherrschaft im Norden Heidelbergs. Denn beiden Kontrahenten droht am letzten Spieltag der regulären Spielzeit noch die Relegation. Für die beiden Traditionsklubs wäre ein Abstieg geradezu undenkbar, dementsprechend hart umkämpft dürfte das Duell werden.

Der Neuenheimer Sportclub, immerhin der Hinspielsieger, hat dabei die deutlich schlechtere Ausgangslage. Als momentan Vorletzter und damit auf den Relegationsplatz hat der SCN drei Punkten Rückstand auf die Löwen sowie den SC 1880 Frankfurt und liegt einen Punkt hinter Heusenstamm - die Königsblauen sind zum Siegen verdammt. Doch Spielertrainer Lars Eckert zeigt sich vor dem Spiel der Spiele entspannt: „Unser Ziel vor der Saison war es den Klassenerhalt zu schaffen, ob nun direkt oder per Umweg Relegation“. Doch ebenso will der Teilzeit-Verbinder der Königsblauen möglichst die Relegation vermeiden.

Ob er dabei selbst zum Einsatz kommen werde, wie im Hinspiel? „Möglichst nicht, ich werde auf der Bank sein, meine Jungs werden das aber sicher alleine hinbekommen“ so das SCN-Urgestein. Denn personell kann der SCN aus dem Vollen schöpfen, „wir haben keinerlei prominente Ausfälle zu verkraften, es sind alle an Bord“ bestätigt Eckert gegenüber TotalRugby. Auf die Frage ob er angesichts der drei Paket-Versuche der Löwen in der Vorwoche gegen Frankfurt ein ähnliches Spiel des Erzrivalen erwarte, entgegnet Eckert: „Das dürfte bei den Löwen das übliche Sturm-Spiel werden, was sehr schwer zu verteidigen sein wird. Deshalb müssen wir ihnen gar nicht erst die Chance zu Gassen in unserer 22 geben, also möglichst wenig Straftritte verursachen.“

Insgesamt gehe man beim Gastgeber mit Selbstbewusstsein auf den altehrwürdigen Museumsplatz - mit der Rückrunde sei man insgesamt zufrieden bei den Königsblauen. Der Sportclub hofft auf zahlreiche Fans, die ihren Klubs zum Derbysieg schreien. Doch ebenso wird der Gast am Sonntag traditionell von zahlreichen Unterstützern nach vorne geschrien. Löwen Coach Peter Ianusevici, der Sonntag höchstwahrscheinlich letztmals als Löwen-Trainer die Geschicke des TSV leiten wird, bedankt sich noch einmal ausdrücklich bei den treuen Handschuhsheim-Fans. Diesen Unterstützern, aber auch dem sich ebenso verabschiedenden Ex-Nationalspieler Alex Hug einen guten Saison-Abschluss zu bereiten und die Relegation vermeiden - beim TSV hat man noch genug Ziele vor der Brust.

Mit dem Sieg in Frankfurt in der Vorwoche - der aufgrund der kurzfristigen Absage unter für beide Teams „unfairen Bedingungen stattfand - konnten sich die Löwen zwar nicht ganz von ihren Abstiegssorgen befreien, sich aber dafür eine sehr gute Ausgangsposition verschaffen. Es müssten schon verdammt schlecht laufen für den TSV, damit das Damoklesschwert Relegation zur traurigen Gewissheit wird. Zum einen müsste die zuletzt formstarke Truppe von Ex-Bundestrainer Peter Ianusevici das Derby verlieren. Außerdem müsste der SC 1880 beim HRK mehr Punkte holen, als die Löwen bei einer eventuellen Niederlage. Heusenstamm müsste darüber hinaus gegen die RGH gewinnen. Dementsprechend „wichtig“ war der Sieg, so Löwen-Dompteur Ianusevici, auch wenn der ehemalige Nationaltrainer Rumäniens lieber mit der besten Mannschaft gegen die beste Frankfurter Mannschaft angetreten wäre.

In das abschließende Duell gegen den Erzrivalen geht der Gast mit breiter Brust und mit der Zielsetzung den vierten Platz zu halten. Nach einer äußerst mageren Hinrunde wäre das für den als Trainer aufhörenden Ianusevici das perfekte Abschiedsgeschenk. Vor seinem Trainer-Gegenüber Lars Eckert hat Ianusevici indes großen Respekt: „Er ist die treibende Kraft beim SCN und wir gehen fest davon aus, dass er spielen wird“. Auf Eckerts Mutmaßung, dass der TSV mit seinem traditionellen Sturmspiel auftrumpfen wolle, reagiert Ianusevici aber ein wenig genervt: „Wir wollen nicht nur Pakete kreuz und quer schieben, das ist langweiliges Rugby. Wir wollen ein offenes Spiel und von der Qualität her besseres Rugby spielen.“ 

TotalRugby-Prognose: In den letzten Jahren wurde der Sportclub Neuenheim immer mehr zum Angstgegner der Löwen. Im vergangenen Sommer triumphierten die Königsblauen gar im Lionspark um sich den Pokal zu sichern. Doch mit ansteigender Formkurve und motiviert, um Klub-Legenden Peter Ianusevici und Alex Hug einen würdigen Abschied zu bereiten werden die Löwen zu Gast beim SCN triumphieren. An gleicher Stelle, an der vor wenigen Wochen noch Meister Pforzheim geschlagen wurde, setzt sich der TSV knapp aber verdient mit +6 durch.

Heidelberger RK - SC Frankfurt 1880
Samstag 3. Juni, 14:00 Uhr

Durch die Spielabsage des RC Luxemburg und dem automatischen 50:0 Sieg des TV Pforzheim grüßt der HRK plötzlich nicht mehr von der Tabellenspitze. Das schnellstmöglich zu ändern ist die Prämisse des Heidelberger Ruderklubs im abschließenden Heimspiel der regulären Saison, um auch im Halbfinale wieder auf dem gewohnten künstlichen am Harbigweg antreten zu dürfen. Das wiederum ist eine schlechte Nachricht für den SC Frankfurt 1880, der in der Rückrunde einzig einen knappen Last-Minute-Sieg gegen den bereits als Absteiger feststehenden RC Luxemburg vorweisen kann.

Beim Ruderklub sind die zahlreichen Akteure aus der Nationalmannschaft wohlbehalten aus der kenianischen Hauptstadt Nairobi zurückgekehrt und werden im Gepäck ordentlich Selbstbewusstsein mitgebracht haben. Zwar muss der Klub auf den rotgesperrten Kapitän Kehoma Brenner, den vor wichtigen Prüfungen stehenden Außen Robert Hittel sowie die in Moskau weilenden Siebener-Asse verzichten. Doch im Verlaufe der bisher makellosen Rückrunde mit bisher sechs Siegen in Folge konnte der Ruderklub im Gegensatz zur Hinrunde beweisen, wie gut man mit den zahlreichen Ausfällen zurechtkommt. Zumal mit Nationalmannschafts-Kapitän Sean Armstrong, der mit einem Muskelfaserriss ausgefallen war, nach seinem Comeback im Trikot der DRV XV wieder zur Verfügung steht.

 

 

 

Ohne jegliche Berührungsängste: Der HRK-Sturm mit Dale Garner



Dennoch gibt Klub-Coach Pieter Jordaan die Marschroute vor: Mit einem Sieg das Heim-Halbfinale sichern! Denn sonst drohen den Kurpfälzern gleich zwei Trips in die Hauptstadt in Folge. Erst zum Bundesliga-Halbfinale zum RK 03 und nur eine Woche darauf im Falle eines Sieges erneut an die Buschallee zum Finale.


Frankfurt dagegen ist als Fünfter noch alles andere als gerettet. "Wenn die Ergebnisse am Wochenende gegen uns laufen, könnte es sein, dass wir am Ende auf dem Relegationsplatz landen", sagt Trainer Karl Savimaki. "Ich habe das vor einem Monat durchgerechnet. Als ich sah, dass dieser Fall noch eintreten kann, hat mir niemand geglaubt." Sollte es tatsächlich so kommen, wäre das laut Savimaki "ein extrem enttäuschendes Szenario", zumal man stark in die Saison gestartet war.

In der Hinrunde gewann Frankfurt fünf Spiele und verlor nur zwei - gegen Meister TV Pforzheim (17:35) und den kommenden Gegner Heidelberger RK (6:17). Doch nach der Winterpause lief nicht mehr viel zusammen. Auf den mühevollen 22:20-Erfolg gegen das abgeschlagene Schlusslicht RC Luxemburg folgten fünf Niederlagen in Serie. "Ich könnte viel Gründe und Entschuldigungen auflisten", sagt Savimaki, "aber letztlich zeigte es nur, wie eng es diese Saison in der Süd/West-Gruppe zugeht. Da kann jeder jeden schlagen. So sollte Rugby aus neutraler Sicht sein. In diesem Sinne ist es positive für das deutsche Rugby.“

Die Frankfurter sehnen das Ende der Saison herbei. Körper und Kopf seien bei jedem Spieler müde. So bleibe wohl nichts übrig, als nach dem Spiel die anderen Partien abzuwarten und zu schauen, ob man in ein paar Wochen erneut spielen muss, so Savimaki. "Das ist ein Szenario, das für uns nach dem DRV-Pokalfinale undenkbar war.“

TotalRugby-Prognose: Frankfurt sehnt sich dem Saisonende entgegen, muss aber mit der Verlängerung Relegation rechnen. Denn der HRK wird sich nach der bisher perfekten Hinrunde das Heimspiel-Halbfinale nicht nehmen lassen. Auch mit zahlreichen Ausfällen hat der Klub noch zu viele Waffen im Arsenal, allen voran Gedrängehalb Sean Armstrong und Dritte-Reihe-Ass Jaco Otto, um sich daheim gegen geschwächte Frankfurter die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Der Ruderklub setzt sich souverän mit +24 durch.

RG Heidelberg - RK Heusenstamm
Samstag 2. Juni, 16:00 Uhr

Das Gastspiel der Füchse bei den Orange Hearts steht unter einem klaren Vorzeichen. Während die personell auf dem letzten Loch pfeifende RGH sich ihren dritten Platz bereits gesichert hat, will der RK Heusenstamm die Relegation und eine ähnliche Unsicherheit, wie im letzten Sommer nunmehr dringend vermeiden. Dabei haben die Männer aus dem Frankfurter Umland den Vorteil vorlegen zu dürfen, denn der direkt hinter den Füchsen platzierte SCN spielt erst am Sonntag gegen den TSV. Mit einem Sieg wäre der Klassenerhalt für die Füchse sicher.

Die Gastgeber werden dabei auf fünf in Moskau mit der Siebener-Nationalmannschaft weilende Akteure sowie den sich auf Abruf bereithaltenden Robert Haase verzichten müssen. Dazu ist der Einsatz von Außen Stefan Wadlinger noch unsicher. So kommt es, wie es kommen muss: „Wir spielen wieder mit einem Haufen 18-jähriger“ so RGH-Coach Finsterer. Zwar werde oft davon geredet man verheize die Jugend, doch die Jungs wollen spielen ist sich das RGH-Urgestein sicher.

Und tatsächlich, mit dem sicheren dritten Tabellenplatz im Koffer, werden die Debütanten früh an ein hohes Spielniveau herangeführt, was sich langfristig für die Männer vom Harbigweg auszahlen dürfte. Egal was in dieser Partie geschehen möge, bei der RGH ist man der festen Überzeugung eine „Bomben-Saison“ gespielt zu haben, gerade auch angesichts der schwierigen Umstände.

Beim RK Heusenstamm wird die Partie trotz der bislang starken Rückrunde (vier Siege, zwei Niederlagen) für die „Füchse“ zu einer Art Endspiel. Die Rechnung ist einfach: Gewinnt der RKH, ist er gerettet. Andernfalls müsste man einen Tag lang zittern. Denn: Der SC Neuenheim, der aktuell mit einem Punkt Rückstand auf die „Füchse“ den Abstiegsrelegationsplatz belegt, empfängt erst am Sonntag den benachbarten Lokalrivalen TSV Handschuhsheim zum Derby.

Dass die Partien des letzten Spieltages nicht - wie in anderen Sportarten üblich - zeitgleich ausgetragen werden, sorgte bereits für Diskussionen. Jens Steinweg vom Trainerteam des RKH will sich daran aber nicht beteiligen. Die Heidelberger Rivalen treffen erst einen Tag später aufeinander, aber das sei ihm „eigentlich egal“. 

Die „Füchse“ wollen nicht debattieren, sondern auf dem Platz für Fakten sorgen. „Wir gewinnen und dann sind wir raus aus den Spekulationen“, so Steinweg. Die RGH (3., 45 Punkte) steht in der Tabelle zwar deutlich vor den Heusenstammern, steht aber jenseits von Gut und Böse. Platz drei ist den „Orange hearts“ nicht mehr zu nehmen. Zuletzt taten sie sich beim 39:12-Erfolg beim bereits als Absteiger feststehenden Schlusslicht RC Luxemburg schwer.

Und nun müssen sie aufgrund des Starts der Grand Prix Series auch noch auf rund ein Dutzend Siebener-Nationalspieler verzichten. „Vor allem Bastian Himmer und Fabian Heimpel haben uns stets Probleme bereitet“, gibt Steinweg zu. Den „Füchsen“ fehlen in Leon Hees (mit der DRV-Auswahl in Moskau), Sam Rainger und Tim Biniak (beide verletzt) ihrerseits drei Nationalspieler. Zudem fallen Patrick Weber, Jakob Seifert und Louis Biniak aus. Stürmer Benjamin Polheim hat sich beim Amsterdam Sevens zwar am Knie verletzt, wird aber laut Steinweg „wohl auf die Zähne beißen“. Ansonsten sind alle Mann an Bord. „Wir haben einen sehr guten Kader für das Spiel am Samstag“, meint der „Füchse“-Coach.

TotalRugby-Prognose: Beide Teams treten am morgigen Samstag-Nachmittag ohne ihre besten Akteure an. Dennoch ist von den beiden Teams mit der hohen Siebener-Affinität ein schnelles und ansehnliches Spiel zu erwarten. Doch da es für den RKH noch um verdammt viel geht und der RGH mehr Schlüsselspieler fehlen, prognostizieren wir einen Füchse-Sieg mit +8 Punkten.

TV Pforzheim - RC Luxemburg
Samstag 2. Juni 14:00

Die bereits als Absteiger feststehenden Luxemburger treten nicht zum Auswärtsspiel beim amtierenden Meister, der das Spiel kampflos mit 50:0 gewinnt!

 

Nord/Ost

FC St. Pauli - Hannover 78
Samstag 2. Juni, 15:00

Angesichts des klaren Hinspielsieges der 78er wäre es vermessen hier mit einer großen Überraschung zu rechnen. Und sollte es tatsächlich zum erwarteten Spielverlauf kommen, ist das Spiel mehr oder weniger ein Warmlaufen für beide Teams. Denn sowohl für Hannover 78, als auch für den FC St. Pauli ist die Saison mit dem morgigen Spiel noch nicht beendet, wenn auch unter gänzlich unterschiedlichen Vorraussetzungen. Denn während Hannover 78 noch Chancen auf den deutschen Meistertitel hat, hofft man bei den Hanseaten auf den Klassenerhalt im Nachsitzen.

Pauli hat nach eine durchwachsenen Saison, an deren Ende einzig zwei Siege gegen den Absteiger Victoria Linden auf der Sollseite stehen, keine Chancen mehr auf eine Verbesserung in der Tabelle. Der Mannschaft um Kapitän Tom Behrendt und Neu-Nationalspieler Ben Ellermann, der wohlbehalten von seinem DRV XV Debüt in Kenia zurückgekehrt ist, bleibt nunmehr nur noch abzuwarten gegen wen sie in den Playoffs antreten muss, um sich den Klassenerhalt im Nachsitzen zu sichern.

Für Hannover 78 ist die Ausgangslage ebenso klar: „Wir wollen fünf Punkte holen, die fünf Punkte für einen Bonuspunkt-Sieg sind Pflicht“ ist sich 78-Trainer Benjamin Krause sicher. Auch wenn die Hannoveraner mit einigen Ausfällen im Sturm leben müssen und Bennie Simm auszufallen droht, ist alles als ein Sieg keine Option. „Wenn wir das Spiel in Hamburg versauen, haben wir auch nichts im Halbfinale zu suchen, deshalb heißt es von Beginn an Vollgas“ ergänzt Krause gegenüber TotalRugby.

Wie man den Gegner genau einzuschätzen habe wisse man aber dennoch nicht genau. Denn auf den deutlichen Hinspielsieg konnte Pauli knappe Spiele gegen die Berliner Klubs folgen lassen. Auch deshalb werden die Niedersachsen mit der gebotenen Vorsicht an die Alster fahren, auch um im Rhythmus zum wahrscheinlichen Halbfinalgegner nach Heidelberg fahren zu können.

TotalRugby-Prognose: Für Hannover 78 gibt es keine andere Losung, denn der hauchdünne Vorsprung auf Germania List will verteidigt werden. Sollte der Bonuspunkt gegen den Vorletzten verpasst werden, böte sich die Chance für Germania List an den Hannoveranern vorbeizuziehen. Deshalb wird die Mannschaft vom Trainerduo Schippe Krause keine Kompromisse eingehen und mit +20 siegreich vom Platz ziehen.

 

TSV Victoria Linden - RC Leipzig
Samstag 3. Juni, 15:00

Das Abschiedsspiel des Rekordmeisters Victoria Linden steht an. Der Hannoveraner Stadtteilklub, trainiert von niemanden geringeres als Ex-Siebener-Nationaltrainer Rainer Kumm, muss sich bereits nach einer Saison wieder aus dem Rugby-Oberhaus verabschieden, so viel steht bereits vor dem letzten Spiel fest. Auch wenn man den jungen Zebras noch einen Sieg gönnen würde, bevor die mit Eigengewächsen gespickte Mannschaft aus der Landeshauptstadt Niedersachsens den Weg in Liga zwei antritt, gegen den RC Leipzig dürfte dies schwierig werden. Das Hinspiel im Oktober ging mit 92:5 an die Sachsen. Ein ähnlich hohes Ergebnis scheint auf Lindner Boden unwahrscheinlich, zumal sich die Zebras mit erhobenem Haupt aus der Bundesliga verabschieden wollen, um hoffentlich in einem Jahr schon wieder zu den besten 16 Mannschaften der Republik zu gehören.

 

Das Hinspiel endete im Rekordsieg für den RCL



Die Leipziger Gäste wollen nach einem eher schwächeren Auftritt gegen den Berliner RC Wiedergutmachung betreiben und zumindest noch den fünftplatzierten HRC abfangen. Während die kämpferische Leistung gegen die Berliner gestimmt habe, sei die Koordination auch aufgrund vieler Ausfälle schlecht gelaufen. Während man nun voll auf Sieg spiele, ist man ebenso vor den bereits als Absteiger feststehende Lindnern gefeit. Immerhin wollten diese sich vor heimischen Publikum verabschieden ist sich RCL-Teammanager Sven Paukstat sicher. Die Stimmung im Kader sei gut und nach einer eher auf Regeneration ausgerichteten Trainingswoche würde die Mannschaft frisch in die Begegnung in Hannover gehen.

Trotz einiger Verletzungen kann man beim RCL immerhin wieder auf Kapitän Benno Förtsch zählen, der gegen den BRC gefehlt hatte. Die Chance auf „den fünften Tabellenplatz wollen wir uns nicht nehmen lassen und zugleich Victoria nicht unterschätzen“ so RCL-Teammanager Paukstat abschließend.

TotalRugby-Prognose: Die jungen Lindner Zebras werden sich ordentlich und mit erhobenen Haupt aus der Liga verabschieden. Doch der RCL ist eine Nummer zu groß für den Absteiger, der sich damit leider ohne einen Sieg aus der Bundesliga verabschiedet. Leipzig gewinnt mit +30 Punkten.

 

Hamburger RC - RK 03 Berlin
Sonntag 4. Juni, 15:00

Für den Hamburger RC war der Höhenflug nach dem Derbysieg über Pauli sowie dem unerwarteten Heimtriumph über den BRC schnell verflogen. Beim 0:64 des HRC zu Gast bei Hannover 78 gingen die rotschwarzen Hamburger sang- und klanglos unter, es war schlicht ein Spiel zum vergessen. Platz vier mussten die Hanseaten an den BRC abgegeben und nun sieht alles danach aus, als würde der HRC noch einen weiteren Platz abrutschen. Aber auch beim RK 03 hat man wenig glorreiche Erinnerungen an das letzte Spiel, aber aus völlig anderen Gründen. Nur vier Stunden vor dem angesetzten Spiel gegen Absteiger Victoria Linden hatte der Tabellenletzte die Partie abgesagt. Für den RK 03 war damit der Halbfinaleinzug sicher, aber dafür sind die Ostberliner seit nunmehr drei Wochen ohne Spiel.

Um vor dem Heim-Halbfinale in den Rhythmus zu kommen, wird dieses Spiel essenziell so RK 03 Teammanager Lutz Joachim gegenüber TotalRubgy. Außerdem habe man sich beim RK zum Ziel gesetzt auf keinen Fall noch ein Spiel abzugeben und angesichts der deutlichen 3:68 Schlappe der Hamburger im Hinspiel wäre ein Sieg des HRC eine riesige Überraschung. In Sachen Personal kann der RK 03 nach der ungeahnten Pause aus dem Vollen schöpfen, so dass an diesem Wochenende und im alles oder nichts Spiel im Halbfinale alle Mann an Bord sind. Immerhin könnte sich der RK 03 den Traum vom Finale daheim verwirklichen! 

TotalRugby-Prognose: Der HRC hat eine Saison mit vielen Höhen und Tiefen erlebt und auch wenn die Spielzeit gegen die beste Nord-Mannschaft wohl mit einem Tief endet, kann Trainer Carsten Segert zufrieden sein. Der direkte Klassenerhalt ist für den HRC ein Erfolg, so viel steht fest! Die Berliner werden aber einen Teufel tun und die letzte Möglichkeit auf Spielpraxis vor dem so wichtigen Finale auf die leichte Schulter nehmen. Der RK 03 gewinnt mit +20 Punkten.

 

Berliner RC - SC Germania List
Samstag 3. Juni, 15:00

Das letzte Spiel der Saison steht an und für den BRC geht es um nichts mehr, als um die Platzierung in der Endabrechnung. Die Hannoveraner können jedoch mit ein wenig Schützenhilfe vom Lokalrivalen auf den zweiten Tabellenplatz rücken und sich einen Platz im Halbfinale erkämpfen. Das Spiel verspricht also Spannung pur.

Derweil sind die Berliner guter Stimmung. Die Saison stand im Zeichen des Teambuildings und das erfreut BRC-Headcoach Danny Stephens: „Die Jungs haben an einem Strang gezogen, trotz einiger schlechter Ergebnisse. Und das haben sie auch gegen den RC Leipzig gezeigt“. Daher freut sich Stephens auf das bevorstehende Match gegen Germania: „Germania folgt einem breit fächernden Spielplan und ist auf der Jagd nach Versuchen. Unser Ziel ist genau das gleiche“, prognostiziert Stephens.

Mit Sicherheit wollen sich die Berliner mit Bravour aus dieser Saison verabschieden. Zu holen ist nichts mehr, denn der BRC ist außer Schlagweite des dritten Tabellenplatzes und hat sechs Punkte Vorsprung vor dem fünftplatzierten Hamburger RC. Daher hat Stephens die Chance des guten Wetters genutzt und seine Männer an der Kondition und am Handling feilen lassen.

Dennoch werden die Berliner dem Gegner keine Gastgeschenke bereiten und mit voller Kapelle auflaufen. Selbst der bislang wegen einer schweren Gehirnerschütterung fehlende Mathis Blume wird am Samstag sein Comeback geben.

Für die Germanen aus List kann ein Sieg gegen den BRC den Einzug ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft bedeuten. Daher werden sie garantiert mit der gleichen Wucht in Berlin auflaufen, wie am vergangenen Wochenende gegen den FC St. Pauli, den sie mit 94:03 niederringen konnten. In diesem Spiel erwies sich wieder einmal stärkster Spieler der Australier Jarrod Saul, der mit zahlreichen Durchbrüchen die Hamburger Verteidigung aushebeln konnte. Mit dieser Performance unterstrich Saul abermals seinen Platz im Kader der Siebener-Nationalmannschaft.

Die Berliner werden es den Hannoveranern aber nicht so leicht machen. Denn auch hier stehen einige Anwärter für die Perspektivmannschaften des DRV in den Reihen.

Nichtsdestotrotz wissen die jungen Hannoveraner um was es in dieser Partie geht. Sollte der Lokalrivale von Hannover 78 sein Spiel verlieren, können sie mit einem Sieg gegen die Berliner noch auf den zweiten Platz und damit ins Halbfinale rutschen.

TotalRugby Prognose: Das Spiel wird hart ausgefochten. Die Berliner wollen sich auf heimischem Geläuf mit einem letzten versöhnlichen Sieg aus der laufenden Saison verabschieden und die Hannoveraner können sich noch eine weitere Runde erspielen. Beide Mansnchaften sind ähnlich aufgestellt. Ein agiler Sturm, gepaart mit einer schnellen und flexiblen Hintermannschaft. Das ist schwer zu tippen, aber wir setzen auf den unbedingten Willen der Hannoveraner. Germania List +12.


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