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Six Nations 3. Spieltag: Schottland und Wales kämpfen um Anschluss, Irland muss Frankreich schlagen
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 24. Februar 2017

Zurück in Irlands Startaufstellung: Verbinder Jonathan Sexton
Zurück in Irlands Startaufstellung: Verbinder Jonathan Sexton

Das kommende Six Nations Wochenende verspricht ein erneut unglaublich spannendes zu werden. Während die Partie England-Italien am Sonntag eine einseitige Angelegenheit zu werden droht, geht es bei den beiden anderen Partien um den Anschluss an den von Eddie Jones trainierten Spitzenreiter England. Viel wird bei den daheim spielenden Schotten gegen Wales davon abhängen, wie sie den Ausfall von Kapitän Greig Laidlaw verkraften werden. Irland wird wiederum auf die Dienste seines besten Verbinders Johnny Sexton vertrauen können, während Frankreich-Trainer Novès mit wenigen Feinjustierungen auszukommen glaubt, um in Dublin bestehen zu können.


Schottland - Wales, Murrayfield Edinburgh, Samstag 15:25, live auf DAZN!


Die Gastgeber schienen nach ihrem Auftaktsieg über die favorisierten Iren seit Jahren erstmals wieder zu den Titelkandidaten im Sechs-Nationen-Turnier zu zählen. Doch seit der ernüchternden Niederlage gegen Frankreich, bei der mit Josh Strauss und Kapitän Greig Leidlaw gleich zwei immens wichtige schottische Stützen langfristig ausfielen, ist man in Edinburgh wieder ein wenig zurückhaltender in Sachen Titelambitionen. Mit einem Sieg gegen Wales würden sich die Schotten aber erneut in eine sehr ordentliche Ausgangslage bringen.

Auf walisischer Seite verbleibt Ross Moriaty auf der Achter-Position, obwohl Wales solideste Option auf dieser Position in den letzten Jahren, Taulupe Faletau, wieder zur Verfügung steht. Dan Biggar erhält erneut auf der Zehn den Vorzug vor seinem jungen Ospreys-Rivalen Sam Davies und der stark kritisierte Außen der Waliser, Alex Cuthbert, fliegt mit der Wiedergenesung von George North aus dem Kader. Cuthbert wurde nach dem letzten Spiel die Verantwortung für den späten Versuch der Engländer durch Daly zugeschustert und dementsprechend von der walisischen Presse und in den sozialen Medien zerrissen.

Seit neun Duellen ist Wales gegen die Schotten nun ohne Niederlage bei den Six Nations geblieben, doch die aufstrebende schottische Mannschaft von 2017 dürfte die wohl größte Herausforderung der letzten Jahren darstellen. Viel wird darauf ankommen, inwiefern Schottland die pfeilschnellen Außen North und Liam Williams in Griff bekommen. Denn das schottische Pendant Tim Visser gilt als ebenso offensivstark wie defensivschwach. Ohne den sehr sicheren Kicker Leidlaw wird noch mehr Verantwortung auf den jungen Schultern von Verbinder Finn Russel liegen, der die Verantwortung vom Tee übernehmen dürfte.

Zum entscheidenden Nachteil könnte sich für die Schotten erweisen, die auf dem Papier deutlich schlechtere dritte Sturmreihe zu haben. Mit Interimskapitän John Barclay, John Hardie und Ryan Wilson fehlt den Schotten ein dynamischer Ballträger, der die Bravehearts verlässlich über die Vorteilslinie bringen könnte. Das könnte sich für die beiden walisischen Siebener, Warburton und Tipuric, als die perfekte Gelegenheit erweisen, Bälle in den Offenen zu klauen. Moritaty bei den Walisern ist genauso ein gnadenloser Tackler wie wertvoller Ballträger. 

Wales wird, auch angesichts der positiven Bilanz in den letzten Jahren, mit breiter Brust in die schottische Hauptstadt fahren. Um nach der Niederlage gegen England noch eine Titelchance zu haben, wird ein Sieg von Nöten sein. Für den neutralen Zuschauer sollte das ein hoffentlich offenes Spiel ergeben.

 

 

Irland - Frankreich, Aviva Stadium Dublin, Samstag 17:55, live auf DAZN!

Für die Iren von Coach Joe Schmidt geht die Aufholjagd nach der unnötigen Niederlage am Auftaktwochenende gegen Schottland weiter. Um den Anschluss an die Engländer zu halten, die an diesem Wochenende sichere Punkte gegen Italien einfahren dürften, muss gegen Frankreich ein Sieg her. Wieder mit an Bord sein wird Verbinder Jonathan Sexton, der sich von einer Waden-Verletzung im Europacup erholt hat. Paddy Jackson muss für ihn Platz machen und rückt auf die Bank. Für Kapitän Rory Best, der selbst nach einer durch einen Magen-Infekt bedingten Pause in die Startaufstellung rückt, ist die „Weltklasse-Verstärkung“ in Form von Sexton extrem wichtig für die Chancen der irischen Mannschaft.

Mit Blick auf die vorhergesagten schwierigen Wetterbedingungen gab sich Irlands Coach Schmidt gelassen: „Bereits gegen Schottland haben wir uns davon ablenken lassen und am Ende waren die Bedingungen großartig.“ Sollte Sturm Doris also für schwierige Umstände sorgen, habe man mit Conor Murray und Johnny Sexton immer noch zwei erfahrene Köpfe, die das irische Spiel an die Bedingungen anpassen könnten. Auf die Frage ob Verbinder Sexton nach vierwöchiger Auszeit einfach so zurück in seine angestammte Rolle schlüpfen könne antwortete der Neuseeländer gegenüber der Irish Times, dass es wohl kaum einen anderen gebe, dem dies derart gut gelinge. Immerhin sei er schon bei mehr als 90% seiner Topform.

Auf französischer Seite wird der gebürtige Fidschianer und lebhafte Highlight-Maschine Virimi Vakatawa schmerzlich vermisst werden. Er hatte sich gegen Schottland an der Wade verletzt und wird nun durch den erfahrenen Yoann Huget ersetzt. Überraschenderweise hat sich Coach Guy Novès dazu entschieden, keinen spezialisierten Verbinder auf die Bank zu setzen. Sollte sich Camille Lopez also verletzen, dürfte höchstwahrscheinlich einer der beiden Neuner, Baptiste Serin oder Maxime Machenaud, übernehmen. Denn in Frankreich wird in der Jugendarbeit darauf wert gelegt, dass ein Verbinder gleichzeitig Gedrängehalb spielen kann und andersherum.

Insgesamt schaden könnte Frankreichs Unerfahrenheit. Denn im Vergleich zur irischen Start-Fünfzehn, die es zusammen auf 700 Länderspiele bringt, haben Frankreichs erste Fünfzehn mit 387 gerade einmal halb so viele Länderspiele auf dem Buckel. Doch die jugendliche Frische des Gedrängehalbs Baptiste Serin beispielsweise, der im November per Rückhand-Pass einen Versuch gegen die All Blacks vorbereitet hatte, kann für die Franzosen auch zum Bonus werden. Sollten die Wetterbedingungen allerdings tatsächlich so schlecht ausfallen, wie vorhergesagt, könnte ein konservativer Spielstil eher zum Sieg führen.

 

 

England - Italien, Twickenham Stadium London, Sonntag 17:00, live auf DAZN!

Die Vorzeichen vor diesem Duell sind klar: Italien ist selbst für die eigenen bescheidenen Verhältnisse schlecht gestartet, während England weiter auf den Weltrekord in Sachen Siege in Folge zusteuert. Für den Gastgeber geht es um den zweiten Grand Slam in Folge und da werden Eddie Jones Männer im 23. Aufeinandertreffen mit Italien insgesamt alles tuen, um dabei den 23. Sieg einzufahren. Denn den Azzurri ist es in ihrer Geschichte noch nie gelungen, eine englische Rugby-Auswahl zu schlagen. Darauf zu hoffen, dies am Sonntag zu ändern, wäre vermessen.

Dementsprechend hat Englands australischer Trainer Eddie Jones eine kleine Rotation eingeleitet. Was aber wiederum für Italien nicht unbedingt gute Nachrichten sind. Denn Innendreiviertel Ben Te’o, der von der Bank aus kommend in den beiden bisherigen Partien groß aufgespielt hatte, gibt sein Debüt in der Startaufstellung. Außerdem rückt mit Danny Care eine ständiger Unruheherd an den Rändern der Offenen in die Startaufstellung.

Italiens irischer Trainer Conor O’Shea hat sich derweil entschieden auf der Verbinder-Position die Pferde zu wechseln. Carlo Canna und Tomasso Allan tauschen die Plätze und Italiens wohl bester Innendreiviertel Michele Campagnaro rückt in die Startaufstellung. Campagnaro selbst ist einer der wenigen Italiener die als Legionär unterwegs sind. Auf seinen Teamkollegen bei den Exeter Chiefs Jack Nowell wird er erst später treffen, da dieser auf Seiten der Engländer von der Bank warten wird.

So gut die Männer um Kapitän Sergio Parisse sich am Sonntag in Twickenham auch aufbäumen sollten, ein Sieg gegen England scheint undenkbar. Für Eddie Jones wiederum ist, trotz anderslautender Behauptungen gegenüber der Presse, der Bonuspunkt sicherlich ein Muss. Damit wäre England noch mehr auf Titelkurs im Sechs-Nationen Turnier.

 

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