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Gruß von der Insel: Das beste Turnier der Welt
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Donnerstag, 16. Februar 2017

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Wie zahlreiche andere deutsche Rugby-Fans habe auch ich am Wochenende mit großer Freude den sensationellen Sieg der Nationalmannschaft über Rumänien verfolgt. Die Leistungen, die sowohl das 15er als auch das 7er Team derzeit abliefern, verdienen höchsten Respekt. Auch wenn manch einer hier in England immer noch überrascht schaut, sobald die Wörter “Deutschland” und “Rugby” in einem Satz erwähnt werden, bin ich mir sicher das die DRV-Jungs in naher Zukunft einen bleibenden Eindruck im internationalen Rugby hinterlassen werden.



Vielleicht wird eines Tages der Plan umgesetzt, eine Auf- und Abstiegsregel für die Six Nations einzuführen, so das auch sogenannte „Tier-2 Nations“ die Chance bekommen den Anschluss nach ganz oben zu schaffen. Sicherlich ist das noch ein sehr weiter und steiniger Weg für das deutsche Team, aber die derzeitigen Leistungen geben Hoffnungen. Die Teilnahme an der Rugby WM 2019 in Japan ist hoffentlich drin.


Bis dahin wird das Sechs-Nationen-Turnier weiterhin mit gewohnter Beteiligung stattfinden. Dabei lässt sich nach den ersten zwei Spieltagen feststellen, dass der Wettbewerb in diesem Jahr so anspruchsvoll wie selten zuvor ist. Abgesehen von den Italienern, die in den beiden Auftaktspielen enttäuscht haben, ist die Qualität der anderen Teams überragend.


Ein Grund für das hohe Level in diesem Jahr ist mit Sicherheit die kommende Lions-Tour. Die 37 Kaderplätze sind hochbegehrt und die Spieler aus Irland und Großbritannien scheinen noch einmal bei der Bewerbung eine Schippe draufzulegen. Die Akteure hüten sich zwar davor, das Wort Lions auch nur in den Mund zu nehmen, aber es ist eindeutig das es in diesem Jahr um viel geht.


Alleine die beiden Spiele am vergangenen Wochenende zwischen England und Wales sowie Frankreich gegen Schottland waren hoch intensiv und an Spannung kaum zu überbieten.

 


Allerdings gibt es für das hohe Niveau noch eine weitere Erklärung. Schnell wird vergessen wie sich vor allem England in den letzten 12 Monaten verbessert hat. Das Team von Eddie Jones ist derzeit auf Rang Zwei in der Weltrangliste, direkt hinter Weltmeister und Lions-Gegner Neuseeland.
Seit 2007 ist kein Six-Nations-Team so gut platziert in das Turnier gegangen. Die Engländer haben inzwischen 16 Spiele in Folge gewonnen, die beste Serie in ihrer langen Geschichte. Mit drei weiteren Siegen (also einem weiteren Grand Slam) würde England gar den Rekord von Neuseelands 18 Siegen in Folge einstellen.


Allerdings verhält es sich hier ähnlich wie bei der Auswahl zum Lions-Kader; es wird nicht darüber gesprochen. Eddie Jones schaut weder zurück in die Vergangenheit noch weit in die Zukunft. Für ihn gilt stets das alte Sepp Herberger Motto: „Das nächste Spiel ist immer das schwerste.“
Das England trotz der vielversprechenden Erfolge seit der enttäuschenden WM im eigenen Land, nur äußerst knapp gegen Erzrivalen Wales und Frankreich gewonnen hat, zeigt wie stark die anderen Teams sind. Irland und Wales, jeweils auf Rang vier fünf in der Weltrangliste, unterstreichen die enorm gute Form der europäischen Teams.


In den sechs bisher gespielten Partien waren die Spiele, ohne italienische Beteiligung, bis zum Schluss völlig offen. Die Franzosen hatten in Twickenham die Nase fast 80 Minuten lang vorn, Wales hätte England am Samstag durchaus schlagen können, wenn die Engländer nicht solch eine starke Reserve hätten und Schottland war leider vom Verletzungspech in Paris geplagt.


Eddie Jones und seine Truppe setzen derzeit den Maßstab im Wettbewerb und der ist hoch aber die Mannschaften dahinter versuchen alles, um dranzubleiben. Das ist gut für die Spannung und die Qualität des Turniers. Denn 18 Monate nach der WM, bei der es kein einziges europäisches Team in das Halbfinale geschafft hat, scheint das beste Rugby-Turnier der Welt derzeit ausgerechnet wieder hier in Europa stattzufinden.


Max Lueck, 32, hat seine Rugby-Karriere als Spieler in Brühl angefangen und zog 2007 nach England, um dort Coaching zu studieren. Mittlerweile hat er mit vielen Rugby-Vereinen und Athleten als Trainer und Manager gearbeitet. Derzeit leitet er mit Leidenschaft und Ehrgeiz das Projekt 7 Bamboos Rugby und bloggt regelmäßig für diverse Plattformen und Online Magazine. Weitere Information unter www.7bamboosrugby.com

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