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Gegnervorstellung : Deutschlands erster Gegner im November, Los Teros aus Uruguay
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Mittwoch, 2. November 2016

Kompromisslos auch gegen die ganz Großen: Les Teros, der erste Gegner der DRV XV im November. Foto (c) U.R.U. Instagram
Kompromisslos auch gegen die ganz Großen: Les Teros, der erste Gegner der DRV XV im November. Foto (c) U.R.U. Instagram

Wenn die deutsche Rugby Nationalmannschaft am 12.11. im Frankfurter Volksbank Stadion auf die Nationalmannschaft Uruguays treffen wird, erwartet unsere DRV XV nicht nur ein absoluter sportlicher Härtetest, den Nationaltrainer Potgieter als "physisch extrem harten Kampf" antizipiert. Los Teros und der Rugby-Verband Uruguays URU können darüber hinaus auch als Vorbild für die Verantwortlichen von Verband und Trainerteam herhalten. Denn das kleine Land am Rio de la Plata hat es geschafft, mit nur 3,5 Millionen Einwohnern und einer schmaleren Spielerbasis als der DRV, drei Mal an einer Rugby-Weltmeisterschaft teilzunehmen.

Angesichts der bescheidenen Vorraussetzungen Uruguays ist die Rugby-Geschichte des kleinen Landes, das genau zwischen den größten beiden Ländern Südamerikas Brasilien und Argentinien liegt, hat Uruguay doch einige Erfolge vorzuweisen. Bereits 1999, 2003 und im vergangenen Jahr konnten Los Teros an Rugby-Weltmeisterschaften teilnehmen und befinden sich momentan auf Platz 18 der offiziellen Weltrangliste. Mit - je nach Quelle - nur 6.000 bis 8.000 registrierten Vereinspielern und momentan nur drei Profis, die ihr Rugby im Ausland spielen, ist dies mehr als beachtlich. Zwar blieben die in himmelblau spielenden Südamerikaner bei der Weltmeisterschaft im letzten Jahr in England ohne Sieg, konnten aber in der Todesgruppe A phasenweise mit den ganz Großen des Geschäfts mithalten und hatten Fidschi nach zwei Versuchen am Rande einer Niederlage.

All dies geschah ohne ihren besten Spieler und Ex-Kapitän, der auch gleichzeitig für die Probleme steht, die der Verband zu bewältigen hat. Rodrigo Capo Ortega, Zweite-Reihe-Stürmer bei Castres Olympique in der Top 14, hatte völlig überraschend wenige Wochen vor der WM seinen Rückzug aus der Nationalmannschaft angekündigt. Ortega äußerte sich selbst nicht zu dem Thema, doch die Verlautbarung seines Vereins, dass persönliche Gründe hinter der Entscheidung stünden, wurde sowohl von französischen Medien, als auch von der URU bezweifelt. Immerhin hatte Ortega kurz zuvor noch öffentlich seine Vorfreude auf das Turnier bekundet, während sich bei seinem Verein Castres die Verletztensituation im Sturm zusehends verschlimmerte. Deshalb war der Konsens in Frankreichs Sportpresse und bei der Nationalmannschaft: Capo Ortega wurde von seinem Arbeitgeber unter erheblichen Druck gesetzt, um während der WM in der Top 14 und nicht für sein Heimatland aufzulaufen.

 

Auf und neben dem Platz im Aufwind: Uruguays Rugby Verband

Doch die URU-Auswahl befindet sich trotz solcher Probleme auf dem richtigen Weg. Die neu formierte Americas Championship, die in diesem Jahr erstmals parallel zu den Six Nations ausgetragen wurde, ermöglicht den in Uruguay basierten Spielern regelmäßige Spielpraxis auf hohem Niveau. Gegen die A-Mannschaft Argentiniens, sowie die Nationalmannschaften Brasiliens, Chiles, Kanadas und der USA schlug sich Uruguay mehr als achtbar und errang drei Siege aus fünf Spielen. Mit dem nationalen Leistungszentrum, das am verbandseigenen Estadio Charrúa in der Hauptstadt Montevideo liegt, hat der Verband darüber hinaus schon vor Jahren für die nötige Infrastruktur gesorgt.

Eben jenes eigene Stadion versetzt den Verband auch in die Lage, sich für internationale Turniere zu bewerben. So richtet Uruguay im kommenden Jahr die Junior World Trophy aus, die U-20 WM unterhalb der besten zwölf Teams. Doch der Verband fand auch für dieses Turnier eine Reihe von prominente Sponsoren und sicherte sich eine Pay-TV Übertragung in HD-Qualität im eigenen Land. Solche Deals erreicht der Verband aber auch nur über seine straffe Organisation, die auch vom Weltverband World Rugby ausdrücklich gelobt wurde.

Im Rahmen der Vergabe des Turniers lobte Mark Egan, der World Rugby Verantwortliche im Vorstand für Wettbewerbe und Entwicklung, die Arbeit der URU in höchsten Tönen. Der gebürtige Ire und ehemalige Kapitän der Rugby-Mannschaft der Universität Oxford hatte bereits dem DRV vor zwei Monaten nach einem Besuch in Heidelberg eine gute Entwicklung attestiert (TotalRugby-Bericht). Beim Besuch in Uruguay, im Zuge der Vergbae der Junior Trophy, bezeichnete Egan Uruguay als "Vorbild für andere kleine Rugby-Nationen". Die zentralisierte Planung anhand eines Hochleistungskonzeptes, dem zentralien Spielermanagement, die Regierungsunterstützung und die leidenschaftlichen Spieler, all diese Faktoren ließen sich in der Kombination in keinem anderen Rugby Land der zweiten Garde wiederfinden. Was sich in den letzten zehn Jahren am Estadion Charrúa getan habe sei "beachtlich" so der Mann vom Weltverband.

Dementsprechend fördert der Weltverband die Anstrengungen Uruguays momentan mit US$ 700.000 jährlich, für eine weitere Steigerung die Uruguay laut Egan aufgrund seiner Anstrengungen verdient habe, müsse jedoch die realistische Option bestehen, dass Uruguay die Gruppenphase einer WM übersteht.

 

Nationaltrainer Potgieter: "Uns erwartet ein physisch extrem harter Gegner"

Auf dem Feld ist Uruguay über die Jahre, analog zum großen Nachbarn Argentinien, für sein gutes und vor allem hartes Stürmerspiel bekannt geworden. Doch genau wie der Nachbar los Pumas haben sich auch Los Teros spielerisch weiterentwickelt. Mark Egan von World Rugby betonte bei seinem Besuch ebenso, wie sehr sich das Spiel von Los Teros moderner geworden sei und dass die Chance groß sei, in den nächsten Jahren besser eingeschätzte Teams zu schlagen.

Auch Nationaltrainer Kobus Potgieter hat den Fortschritt der Südamerikaner bei WM und Americas Rugby Championship genauestens verfolgt und warnt gegenüber TotalRugby vor der "physisch harten Spielweise", die seine DRV XV erwarten wird. Speziell das Gedränge des kommenden Gegners "kann uns unter sehr viel Druck setzen." Da Uruguay auch in der Verteidigung mit krachenden Tackles und viel Druck in den Offenen spiele, werde dies zweifelsohne "ein physisch harter Kampf werden" so der Südafrikaner weiter, der seit 2013 für die Geschicke der Nationalmannschaft verantwortlich ist.

Da diese Partie ein echter Härtetest für die DRV werden wird, bittet Potgieter das Frankfurter Publikum sich ähnlich lautstark hinter die Mannschaft zu stellen, wie es im Frühjahr bereits die zahlreichen Zuschauer in Hannover und Köln getan hatten. "Unsere Spieler bekommen durch die Unterstützung noch Mal einen extra Schub." Die deutsche Mannschaft befindet sich in einer harten Vorbereitung und will dem Publikum dementsprechend einiges auf dem Feld bieten.

Tickets für das Spiel in Frankfurt sind unter folgendem Link zu Preisen ab €12 erhältlich -> AdTicket

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