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U18-Damen vor dem EM-Turnier in Vichy: Ist das Podium für die deutschen Mädels erneut drin?
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 9. September 2016

Die Käpitäninnen der 16 Teams vor der Oper Vichys. Foto (c) Rugby Europe
Die Käpitäninnen der 16 Teams vor der Oper Vichys. Foto (c) Rugby Europe

Am morgigen Samstag startet die U18 Siebener-Nationalmannschaft im zentralfranzösischen Vichy in die Europameisterschaft. Nach dem sensationellen dritten Platz im letzten Jahr im belgischen Lüttich, der alle Erwartungen übertroffen hatte, konnte Nationaltrainer Melvine Smith erneut einen starken Kader für das diesjährige Turnier aufbieten. Doch bereits die Gruppenphase verspricht keine ganz einfache Aufgabe zu werden. Mit Irland, Russland und der Gastmannschaft USA werden bereits die Gruppenspiele zur ersten richtigen Standortbestimmung.

Nach einer intensiven Vorbereitung mit einem Lehrgang in Bonn umfasst der Kader um Kapitänin Johanna Hacker insgesamt fünf Spielerinnen, die bereits in der EM-Serie für die A-Nationalmannschaft Erfahrung sammeln durfte. Folgende zwölf Spielerinnen werden morgen den Adler auf der Brust tragen dürfen:

 

Berliner RC: Hilde Becker

Heidelberger RK: Carola Armbruster, Alicia Hohl, Johanna Hacker, Lara Rückauf

SC Neuenheim: Amelie Harris, Anne-Liese Schömer

RK 03 Berlin: Celine Fehmann

SC Germania List: Yona Rossol

StuSta München: Katharina Boie

VfR Döhren: Anna Heinke

Victoria Linden: Maya Wevering

 

 

 

Die deutschen Mädels am Vortag des Turniers in Vichy

 

Nachdem man im Vorjahr auf Platz fünf hoffend sensationell den dritten Platz und damit einen Rang auf dem Treppchen sichern konnte, ist man als Dritter der diesjährigen Setzliste insoweit bevorteilt, als dass man den ganz großen Brocken England und Spanien in der Gruppenphase aus dem Weg gehen kann. Allerdings brauchen die deutschen Mädels auch nicht darauf hoffen, von ihren Gegnerinnen unterschätzt zu werden.

Kapitänin Johanna Hacker ist sich indes sicher, dass man neben den individuellen Qualitäten des Vorjahrs nun auch mit mehr Eingespieltheit auftrumpfen könne. Mit dem richtigen Einsatz sei ein erneuter Podiumsplatz im Rahmen des Möglichen. In der Gruppenphase werden die deutschen Mädels morgen dann in dieser Reihenfolge auf ihre Gegnerinnen treffen:

Deutschland - USA 11:58 Uhr

Deutschland - Russland 15:38 Uhr

Deutschland - Irland 18:56 Uhr

Nationaltrainer Melvine Smith sieht die Stärken seines Teams auf der Dreiviertelreihe, gerade da die fünf Spielerinnen, die die Saison über bei den Senioren unterwegs waren, auf der Reihe beheimatet sind. Für die ganze Reihe von Spielerinnen die dem jüngeren 99er Jahrgang angehören und damit auch noch im nächsten Jahr spielberechtigt sein werden, galt es in der Vorbereitung auch an den Grundlagen des Spiels zu arbeiten. Bereits im Vorjahr hatte Smith die Zielsetzung fünfter Platz Glück gebracht und so gab der gebürtige Südafrikaner auch in diesem Jahr die Devise aus, zumindest den fünften Platz erreichen zu wollen.

Viele der Gegerinnen seien für das Team unbekannt, so dass man sich umso mehr um die Implementierung des eigenen Spielsystems kümmern müsse. Gerade die beiden Gastteams aus Nordamerika, Kanada und die USA, befinden sich schon seit einer Weile vor Ort und werden dementsprechend eingespielt sein. Doch mit der erfahrenen Truppe von Trainer Smith scheint auch in diesem Jahr bei unseren Mädels einiges möglich zu sein.

Wer das Geschehen aus dem südfranzösischen Vichy morgen verfolgen will, der kann auf TotalRugby per Livestream alle Spiele der deutschen Mannschaft verfolgen.

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Kommentare (11)add comment

Peter Adam said:

103
...
Habe mir sämtliche Spiele der Mannschaft angetan äh angeschaut. Das war phasenweise ja echt gruselig, kein Ball wird gefangen, unfit, schlechte Verteidigung und kein Biss.

Was ist da los bei den Mädels? Die Promo fürs Turnier auf Facebook war riesig, das Ergebnis (v.a. im Vergleich zum Vorjahr) absolut gruselig.

Je ein Sieg gegen das Bürgerkriegsland Ukraine und gegen ne französische Klubmannschaft (in aberwitzig großen Trikots), das hat mit Leistungssport gar nix zutun.

Hapert es an der Grundausbildung? Wo sind die Talente vom letzten Jahr? Sind die Coaches überfordert? Bei den Männern wird doch vorgemacht wie es geht, kann man das dort aufgebaute nicht als Blaupause verwenden?
September 11, 2016

Caroline Augspurger-Hacker said:

3871
...
Lieber Peter,
Deine Aussagen kann ich in Teilen nur der schlechten Qualität des Streams zuschreiben, zumindest den ersten Teil. Als Zuschauer vor Ort konnte man erkennen, dass die deutsche Mannschaft maximal 5 Gedränge gegen sich aufgrund von Handlingfehlern hatte. Das war nicht das Problem. Die Punkte schlechte Verteidigung und mangelnde Fitness schon eher.
Was allerdings das größte Problem ist, ist dass der größte Teil der Mädels (bis auf wenige Ausnahmen) kaum Spielerfahrung (in dieser Mannschafts-Zusammensetzung fast keine) und -übersicht hat. Dies zum Punkt mangelnde Verteidigung.
Bis auf vier Spielerinnen stammen alle aus dem jüngeren Jahrgang der U18, was auch bedeutet, dass sie bis auf Ausnahmen wenig (oder gar keine) Erfahrung in Bundesliga bzw. auf 7er-Turnieren sammeln konnten. Ohne persönliche Betreuung sind sie z.T. wahrscheinlich auch mit den vorhandenen Trainingsplänen überfordert (sie sind 16!) oder auch aufgrund der sehr kurzen Vorbereitungsphase gar nicht fähig, entsprechend gute Fitness aufzubauen.
Egal wie gut die Trainer sind, kann man diese Probleme in zwei Wochenend-Lehrgängen und einem Turnier (ohne vorheriges gemeinsames) Training nicht abstellen.
Im Vergleich zum letzten Jahr konnte ich nur feststellen, dass alle Mannschaften (bis auf die Ukraine) extrem gut gearbeitet haben. Bei den meisten Gegnern werden die Kader in regelmäßigen Trainings oder sogar mehrwöchigen Lehrgängen zusammengezogen und gemeinsam auf diesen wichtigen Wettbewerb vorbereitet - selbst die französische Regionalauswahl (nicht Clubmannschaft); das kann man bei entsprechender Recherche erfahren. In Deutschland (aus Budgetgründen?) leider nicht!
Von daher kann ich zumindest deinem letzten Satz völlig zustimmen: In Deutschland wissen wir eigentlich schon, wie das geht. Warum wird das dort aufgebaute nicht als Blaupause verwendet?
PS: Von den letztjährigen Spielerinnen waren drei auch in diesem Jahr Teil der Mannschaft. Alle anderen sind mittlerweile Frauen.
September 12, 2016

Matthias Hase said:

381
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Ich darf daran erinnern, dass die 7er-Frauen selbst die Blaupause geliefert haben, bei denen sich die Männer bedient haben. Die Frauen hatten anfänglich eine hauptamtliche Trainerin, arbeiteten mit einem OSP zusammen und hatten Sportförderplätze bei der BW, einen 7er-Spielbetrieb. Beim DOSB/BMI war man daher der Meinung, ausschließlich die Frauen zu fördern, weil die Lücke zu den Spitzennationen nicht so groß wie bei den Männern war, und den Frauen daher die größeren Chancen eingeräumt wurden, sich für Rio zu qualifizieren. Es war also alles angerichtet. Wie es aber dann gekommen ist, ist bekannt.
September 12, 2016

Matthias Hase said:

381
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Empfohlen sei zu diesem Thema dieses Interview: http://www.dosb.de/de/leistung...inter.html
September 12, 2016

Caroline Augspurger-Hacker said:

3871
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Ich habe hier eigentlich nicht und bedingt Sportförderplätze und hauptamtliche Trainer gemeint - wir sprechen hier ja von der U18! - sondern eher so banale Dinge wie mittelfristige Förderungskonzepte oder mehrere dezentrale Stützpunkttrainings (denn Schülerinnen können i.d.R. nicht permanent Strecken über 100 km zu Trainingsplätzen bewältigen).
Die 7er-Liga ist sicherlich eine gute Maßnahme, um das Niveau sukzessive zu steigern.
September 12, 2016

Matthias Hase said:

381
...
Ich zitiere aus dem Interview: "Ziel dieses Projektes ist es, die Spielerinnen über den Zeitraum von vier Jahren unter bestmöglichen Rahmenbedingungen zu fördern und sportlich auszubilden. Dabei wird auch auf Nachhaltigkeit geachtet. Im Zuge dessen sollen auch Nachwuchskonzepte entwickelt werden. Wir haben damit die Möglichkeit Rugbyathletinnen unter hervorragenden Bedingungen aus- und weiterzubilden. Das ist ein starkes Signal für das Frauenrugby und wird meines Erachtens große Auswirkungen auf Qualität und Attraktivität, auch für die Landesverbände und Vereine, haben."

Mit dem Abstieg der Frauen aus der WGPS gibt es auch keine Förderung des Bundes mehr - was eben auch Auswirkungen auf die Konzepte für die Nachwuchsförderung hat. Die Bundesmittel dürfen halt nur zweckgebunden eingesetzt werden. Sprich: Aktuell werden nur die Männer gefördert. Andere finanzielle Mittel stehen dem DRV im 7er-Bereich nur sehr begrenzt zur Verfügung.
September 12, 2016

Caroline Augspurger-Hacker said:

3871
...
Abgesehen davon, dass Sie auch diese Diskussion wieder auf den von Ihnen so bevorzugten und immer wieder gerne angebrachten Punkt Finanzen bringen:
1. wurde die Grundlage für den letztjährigen Erfolg in diesem von Ihnen angesprochen Konzept gelegt.
2. dürfen wir - wenn wir das Konzept aus welchen Gründen auch immer verwerfen (ganz ohne Wertung!)- uns an unerwarteten Erfolgen wie 2015 zwar freuen, aber nicht ernsthaft erwarten, dass wir auf Dauer mit Nationen wie Canada, USA, Großbritannien oder auch Niederlande (die auch nur 11. wurden) mithalten können. Was unterscheidet uns in diesem Punkt von dem Bürgerkriegsland oder der Regionalauswahl aus Frankreich?
Aber nicht alles ist alleine nur eine Geldfrage, sondern manchmal auch eine Frage der Flexibilität und der Ideen.
September 12, 2016

Matthias Hase said:

381
...
Da bin ich absolut bei Ihnen. Zu den Punkten Flexibilität und Ideen möchte ich zudem noch Leistungsbereitschaft und Willen hinzufügen - besonders bei fehlenden finanziellen Mitteln. Ich nennen die finanziellen Mittel auch deshalb, weil die angeblich schlechteren (finanziellen) Rahmenbedingungen oft als ein Grund dafür angeführt wurden, wieso die Frauen aus der WGPS abgestiegen sind - ungeachtet dessen, dass die 7er-Frauen die besseren Startbedingungen als olympische Sportart hatten.

Dass Geld alleine nicht der ausschlaggebende Faktor ist, sehen wir an dem Beispiel Niederlande, die trotz erheblichem Mitteleinsatzes sich ebenfalls nicht für Rio qualifizieren konnten. Was die USA und Kanada angeht, so ist der Sport dort anders organisiert (High School, College), woraus sich andere Möglichkeiten ergeben. Und in England/Großbritannien laufen seit drei Jahren Profispielerinnen auf.

Infos zum DRV-Konzept siehe hier: http://www.rugby-verband.de/?p=8297

Btw hat die Mannschaft in der EM-Wertung den elften Platz belegt.
September 12, 2016

Caroline Augspurger-Hacker said:

3871
...
Dann sind wir uns ja fast einig :-).
September 12, 2016

Yan Waldner said:

3631
knapp dabei ist auch daneben
es fehlt schlichtweg die breite Basis sowohl bei den Damen als auch bei den Herren, die Erkenntnis kann doch nicht so schwer sein, Förderkonzept hin oder her. Wenn der Pool aus dem man schöpfen kann um ein vielfaches kleiner ist als bei anderen Nationen ist, hilft alles nichts , vielleicht mal ein Strohfeuer wenn man mal eine goldene Generation erwischt ( die es anscheinend 2015 gab) aber langfristig ist ohne breite Basis nichts zu machen.
September 12, 2016

Matthias Hase said:

381
...
Spitzensportförderung findet nicht an der breiten Basis statt. Und Quantität ist nicht immer gleich Qualität. Zeigt zB Georgien, deren Verband nicht größer als der DRV ist. Und bei den Frauen müssen wir noch gar nicht auf die \"großen\" Nationen - da sind noch erstmal einige \"kleine\" einzuholen.
September 12, 2016

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