 Eine Woche nach der enttäuschenden Derby-Pleite gegen den Berliner RC, strebt der RK 03 Berlin beim RC Leipzig einen Bonuspunkt-Sieg an - (c) Goltz
Werden alle Bundesliga-Spiele regelkonform zu Ende gebracht? Lautet die dominante Fragestellung vor dem 3. Spieltag der Erstliga-Vorrunde. Doch nicht nur für die Tratsch-Freunde unter Deutschland Ruggern hält die nächste Bundesliga-Runde einiges bereit, auch sportlich verspricht sie den ein oder anderen Leckerbissen. Wir verraten Euch wo es besonders spannend wird!
Nord
FC St. Pauli - TSV Victoria Linden Samstag, 7. September 15 Uhr
Zum dritten Heimspiel in Folge tritt Vorjahres-Achtelfinalist FC St. Pauli am Sonnabend (7. September, 15 Uhr) in der Rugby-Arena Saarlandstraße gegen den deutschen Rekordmeister Victoria Linden an. Mit diesem Spiel läutet Pauli-Sprecher Oliver Winkler die heiße Phase im Kampf um die Qualifikation für die Meisterrunde ein. „Bisher haben wir nicht überzeugt und sind wie die anderen Teams dabei, uns spielerisch zu finden“, räumt er ein. „Aber wir sind von unseren Fähigkeiten überzeugt und werden uns mit unseren Aufgaben steigern.“ Dies ist auch von Nöten. Denn der lediglich knappe und spielerisch wenig überzeugende Derbysieg gegen den Hamburger RC verhagelte Pauli-Trainer Paul McGuigan doch sichtlich die Laune.
Ob dabei Schlüsselspieler wie Verbinder Friedrich Michau und Prop Tom Lübbers am Wochenende in die Mannschaft zurückkehren, ist noch ungewiss. Zudem werden wohl noch weitere Spieler aus privaten Gründen ausfallen. Dass diese Umstände es nicht leichter gegen einen „unangenehmen Gegner“ wie Victoria machen, liegt auf der Hand. „Linden ist im Sturm ein harter Brocken, dem wir mit schnellem Passspiel beikommen müssen“, sagt Winkler. Und in Anbetracht der anstehenden heißen Phase in Richtung Meisterrunde, riskieren einzelne Spieler schon mal einen Blick auf die anderen Vorrundengruppen – besonders auf die Oststaffel. Registrieren dabei aber auch, was im Süden „passiert oder besser nicht passieren sollte“.
Victoria-Coach Boris Borkowski hängt immer noch die knappe Niederlage zum Saisonauftakt gegen Germania List in den Kleidern. „Die mangelnde Disziplin hat uns in diesem Spiel den Sieg gekostet. Ich hoffe, das wird sich nicht noch rächen“, betont Borkowski. Positiv sieht er dagegen die erste Halbzeit gegen Hannover 78. „In den ersten 40 Minuten konnten wir dagegenhalten. Mangels Auswechselmöglichkeiten brachen wir dann mit zunehmender Spieldauer ein.“ Und auch aktuell hat die medizinische Abteilung alle Hände voll zu tun, damit der Trainer in Hamburg eine schlagkräftige Truppe aufbieten kann. „Der FC St. Pauli ist auf Grund der bisher erzielten Ergebnisse nur schwer einzuschätzen. Aber aus vergangenen Jahren ist bekannt, dass es eine heimstarke Truppe ist“, sagt Borkowski.
TotalRugby-Prognose: Der FC St. Pauli wird auf spielerischer Wiedergutmachung aus sein und endlich die Performance aus der vergangenen Saison bestätigen wollen. Leidtragende werden die Zebras aus Hannover sein, die mit einem ausgedünnten Kader lediglich kämpferisch dagegenhalten können. Deshalb gewinnen die Hausherren mit +17 Punkten.
Hannover 78 - SC Germania List Samstag, 7. September 16 Uhr
SC Germania List muss diesen Sonnabend (7. September, 16 Uhr) beim Tabellenführer DSV Hannover 78 antreten. Und ähnlich wie beim FC St. Pauli macht sich auch bei Germania ein wenig Unmut über die bisher gezeigte Leistung breit. „Wir sind mit unseren bisherigen Ergebnissen nicht zufrieden, müssen aber berücksichtigen, dass wir kein Testspiel hatten und können daher auch nicht meckern“, betont Abteilungsvize Dirk Städler. Für ihn sind die Tabelle und die Ergebnisse zudem eine Momentaufnahme.
Scheinen die Teams, die nach Hannover 78 folgen, aktuell auf einem gleichmäßigen Niveau zu agieren, so steht für Städler fest, dass die bisherigen Ergebnisse täuschen – und es doch ein stärkeres Leistungsgefälle zwischen den drei Erstplatzierten und den restlichen Teams der Nordgruppe gibt. Feststeht aber auch: „78 ist gegen uns klar favorisiert. Dennoch wir werden uns anstrengen und mal schauen, was am Ende herauskommt“, sagt Städler. Dabei sollte sich Germania auf die eigenen Stärken besinnen, anstatt in den Medien über die angebliche unfaire Gangart des Gegners zu lamentieren. Denn ob sich Hannover 78 wieder die konstatierte Unkonzentriertheit wie in der ersten Halbzeit gegen Victoria Linden erlaubt, ist stark zu bezweifeln. Aber dennoch ist der Tabellenführer jederzeit in der Lage, ein bis zwei Gänge zu zulegen.
TotalRugby-Prognose: Auch Germania List wir den Gruppenprimus nicht vor allzu schwere Aufgaben stellen. Zwar trifft 78 auf den bisher schwersten Gegner aus der Nordgruppe, doch auch dieses Spiel geht mit +55 Punkten an den Tabellenführer.
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