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Victoria Linden verzichtet auf den Bundesligaaufstieg
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Geschrieben von Jamie Deuce   
Donnerstag, 27. Mai 2010

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Der TSV Victoria Linden trifft im Endspiel um die Deutsche Zeitligameisterschaft auf den Stuttgarter Rugby Club

Nach intensiver Beratung hat sich der Deutsche Rekordmeister TSV Victoria Linden wohl dazu entschieden, das Abenteuer Bundesliga doch nicht in Angriff zu nehmen.

Den im Jahr 1900 gegründeten Lindenern war es erst am letzten Spieltag der 2. Bundesliga Nord, durch einen Sieg über den FC St. Pauli, gelungen, den bis dahin führenden USV Potsdam von der Tabellenspitze zu verdrängen. Doch in Anbetracht der enormen Fahrtkosten und der dünnen Spielerdecke, vor allem im Sturm, scheuen die Zebras den Kraftakt 1. Bundesliga. Vielleicht auch um einem ähnlichen Schicksal, wie es zuletzt dem ASV Köln zuteil wurde, zu entgehen.

Da auch der Stuttgarter RC, seines Zeichens Meister der 2. Bundesliga Süd, auf sein Aufstiegsrecht verzichten möchte, steht nach dem Rückzug des ASV Köln und dem sportlichen Abstieg von Hannover 78, noch eine Entscheidung aus, ob acht oder neun Teams an der kommenden Bundesligarunde teilnehmen werden.

Sollte man sich dazu entscheiden, dass der sportliche Abstieg von Hannover 78 Bestand hat, dann wäre die erste Saison in der langen Geschichte der Rugbybundesliga ohne einen Vertreter aus Niedersachsens Hauptstadt besiegelt und somit der zwischenzeitliche Tiefpunkt der ehemals so stolzen Rugbyhochburg erreicht.

Für Victoria kann es nun nur darum gehen seinen jungen Talenten, allen voran den jungen 7s-Nationalspielern Mike Härtel und Florian Wehrspann, eine sportliche Perspektive zu bieten, da sonst ein langsames Ausbluten des eigenen Talentschuppens droht.

TotalRugby wird vom Zweitligafinale zwischen dem Stuttgarter RC und dem TSV Victoria Linden am Samstag (29. Mai) ab 11:55 Uhr per LiveTicker aus Frankfurt berichten. Zuletzt waren der Süd- und der Nordmeister im vergangenen Jahr, anlässlich des 100. Jubiläums des Endspiels um die Deutsche Rugbymeisterschaft, aufeinander getroffen.

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Kommentare (12)add comment

Christian Pfusch said:

102
...
Schade, schade, für Hannover!!!!! Aber aus wirtschaften Gründen verständlich. Ich glaube schon, dass die Verantwortlichen des TSV Victorias lange überlegt und gerungen haben, wieder in die 1. Bundesliga aufzusteigen. Das Abenteuer 1.Bundesliga mit den Proficlubs bzw. Halbproficlubs wäre sportlich und finanziell nicht zu stemmen gewesen. Kurzfristig Sponsoren zu finden, eigentlich unmöglich!!! Es wird, wie wir alle wissen, immer schwieriger für Amateure sportlich und finanziell dagegen zu halten. Ob, diese "Klassenunterschiede" gesund für unseren Rugbysport sind, müssen wir abwarten. Hoffentlich entscheidet sich der DRV dafür, Hannover78 weiterhin in der 1. Liga spielen zu lassen, sonst haben wir, wie im Bericht schon erläutert, einen "Ausverkauf" von jungen Talenten hier in Hannover. Und das wirft den hannoverschen Rugbysport für Jahre!!! zurück. Das kann eigentlich nicht im Sinne des deutschen Rugbysports sein.
 
Mai 27, 2010
Votes: +6

Andreas Müller said:

709
Der Ausverkauf geht schon los!
Beide genannten Talente fahren demnächst nach Heidelberg zu ihren möglichen neuen Vereinen, weil sie sportlich gefördert werden wollen.
Wir hoffen auf das 1% das sie nicht gehen!

Was die Frage nach der Anzahl der spielenden Vereine je Liga angeht, meine ich, ist es erst mal wichtiger dafür zu sorgen das mit gleichen Mitteln gekämpft wird. Es macht keinen Sinn, ob ich als 6ter, 8ter oder 10ter völlig K.O. gehe!
Hier sind die Verantwortlichen beim DRV gefragt, ob die Professionalisierung uns soviel weiter gebracht hat und ob die Konkurrenz in Heidelberg nicht auch irgendwann ausstirbt, wenn jetzt schon im Norden gewildert wird?!
 
Mai 27, 2010
Votes: +2

gregor rom said:

384
...
"wenn jetzt schon im Norden gewildert wird?!"

naja... das haben so unschön formuliert hannoversche vereine in ihren besten jahren auch überall gemacht. jetzt also nicht weinen, wenn man dann mal selbst vermeintlich leidtragend ist.
und nicht das abwandern der talente ist schuld am niedergang des niedersächsischen rugbys.
 
Mai 28, 2010
Votes: -1

Andreas Müller said:

709
Grundsatzfragen zum deutschen Rugby!
@ Gregor: Es geht nicht darum das wechselwillige Spieler den Verein wechseln um sich sportlich bzw. wirtschaftlich zu verbessern, sondern um den Hintergrund, das das deutsche Rugby insgesamt darunter leidet.
Wenn die vermeintliche Hochburg Hannover keinen Bundesligisten mehr stellt und aus anderen Großstädten niemand aufsteigen will, dann sollte man auch zwischen den Zeilen lesen, sonst sitzt Heidelberg ganz schnell auf einem ähnlichen Ast.
Stichpunkte: Langeweile und Nationalmannschaften!
Oder wird die Liga nur verkleinert, damit man sich weiter Legionäre leisten kann und damit kaschiert ein paar Pseudo 7s zu spielen?
Ovale Grüße aus Linden
 
Mai 28, 2010
Votes: +2

Oliver Benecke said:

786
...
Das Thema mit dem Wildern bzw. Ausbluten gibt es doch schon immer und jetzt ist eben mal Viktoria dran. Vor einigen Jahren, als es dem hannöverschen Rugby noch richtig gut ging, waren Viktoria, DRC und 78 die Mannschaften, die die hoffnungsvollen Talente der anderen, schwächeren Teams wegholten. Und wenn es nur mit dem Argument war, daß man schon einem renommierten Verein angehören müsse, um Chancen auf einen Platz in der Nationalmannschaft zu haben. Dazu kam ein Handgeld oder die Aussicht auf einen Aus- oder Fortbildungsplatz. Da hat sich also nicht viel geändert...

Ich als Hannoveraner hoffe nur, daß die Vereine im Norden bald wieder auf die Beine kommen. Das deutsche Rugby ist im Umbruch, es gibt fruchtbare Diskussionen und gute Ideen. Hoffentlich profitieren auch die Traditionsvereine aus Hannover daran und erkennen bzw. nutzen ihre Chance.
 
Mai 28, 2010
Votes: +5

Lucas Sack said:

1497
...
Das Problem ist doch nicht das Abwandern der Spieler, sondern die Leistungsdiffenz zwischen den Ligen. Die ist nämlich so gross, dass die SPieler keine andere Wahl haben als sich Vereine entsprechend der eigenen Ambitionen und Leistungen zu suchen. Anscheinend gibt es in den 2. Ligen keinen Verein der sich in der 1. Liga behaupten kann - sei es aus sportlichen oder finanziellen Gründen. Das wissen auch die Spieler - sie wandern zu den Topclubs ab. Das kann man aber niemandem vorwerfen, zumindest nicht den aktiven, schliesslich ist der Leistungsgedanke das was (Leistungs-)Sport ausmacht.
Ziel muss es also sein eine Lösung zu finden die nicht das Niveau senkt, sondern es Vereinen ermöglicht (trotz sukzessivem LEistungsanstieg der Ligen an sich) eine Aufstieg bewältigen zu können ohne dabei auf die Hilfe von Legionären angewiesen zu sein. Diese kann man sich nämlich nur am obersten Ende der Nahrungskette auf Dauer leisten.
Es sagt niemand dass es eine einfache Aufgabe ist. Meine Meinung ist jedoch, dass das einfache herumschrauben an der Anzahl der Clubs in der 1. BL nur Symptombekämpfung bzw. ein cachieren des gravierenden Leistungsabfalls innerhalb der deutschen Ligastruktur ist.
Im Übrigen existiert die gleiche Problematik für weite Teile des Regionalliga / 2. Liga Übergangs.
Zum Thema 7s: Es gibt Länder in denen der Rugbysport durch 7er populärer geworden ist. Was man aber nicht vergessen darf ist die Tatsache, dass 7er nicht mit 15er gleichzusetzen ist. Es ist ein anderes Spiel - Förderung von 7er um im 15er gut zu sein ist ähnlich erfolgversprechend wie die Förderung von League um im Union zu glänzen.
 
Mai 28, 2010
Votes: +3

Ulrich Scholz said:

1030
...
Profirugby in Deutschland? Habe ich was verpasst...???
 
Mai 28, 2010
Votes: +1

Robert Martin said:

143
...
Warum spielt ein Robert Mohr in Frankreich (Gut, jetzt nach dem Aufstieg ist das wohl nicht mehr so die Frage) und nicht z.B in Frankfurt oder beim HRK, wo ja offensichtlich genug gezahlt wird um Rugbyprofis aus der ganzen Welt anzulocken?

Die Profifrage im Deutschen Rugby existiert meines Erachtens nicht wirklich.
Das sind immer nur temporäre Erscheinungen um den eigenen Verein mal aus dem Loch zu holen.
 
Mai 28, 2010
Votes: +0

gregor rom said:

384
...
@ andreas: "Es geht nicht darum das wechselwillige Spieler den Verein wechseln um sich sportlich bzw. wirtschaftlich zu verbessern, sondern um den Hintergrund, das das deutsche Rugby insgesamt darunter leidet."

unter dem von dir angesprochenen vermeintlichen wildern? tut mir leid, aber das verstehe ich jetzt inhaltlich nicht.

dass hannover nicht wegen der abwanderung der zu wenigen talente keine erstligamannschaft mehr stellt, haben wir ja bereits geklärt. worunter das hannoversche rugby heute leidet, ist die mangelhafte jugendförderung der letzten jahre, jahrzehnte. das alles passierte doch mit deutlicher ansage von allen seiten. man möchte sagen, ihr wart gewarnt. nur habt ihr kassandras rufe nicht wahrnehmen wollen. ihr bekommt nun schon seit einigen jahren einfach sportlich(!) die quittung. während gerade die heidelberger und berliner vereine sich die ganze zeit mühten, mit viel zeitlichem und finanziellen einsatz gute spieler selbst aus dem boden zu stampfen, hatten hannoversche mannschaften jahrelang nur spieler anderer teams abgezogen und andere vereine die jugendarbeit für sich machen lassen (ist es das, was du unter wildern verstehst?). nur ging diese rechnung auf lange sicht eben nicht auf. darum steht heute auf eurer quittung eben ein sattes minus.

und ehrlich kann ich nichts verwerfliches daran finden, wenn gute teams ihre mannschaften mit eurer handvoll guter leute, die erste liga spielen wollen und können, ergänzen. im gegensatz zur hannoverschen praxis der neuziger und des frühen jahrtausend vernachlässigen die von dir angesprochenen vereine dennoch darüber die eigene jugendarbeit nicht.
mach dir klar, die spieler gehören euch nicht. sie sind nicht eure leibeigenen. jeder hat das freie recht, dahin zu gehen, wohin er möchte und dort zu spielen. es ist albern, jetzt rumzuweinen, wie ungerecht ihr doch behandelt werdet. ihr als hannoverscher verein hättet euch das ganze einfach früher überlegen müssen und habt euren "untergang" selbst verschuldet.

im übrigen geht es dem deutschen rugby trotz aller probleme besser als lange jahre zuvor. die basis verbreitert sich stetig und die nationalmannschaft ist trotz des nur kurzen verbleibs in liga eins(!) noch um längen besser als die der jahrtausendwende. und ehrlich finde ich gerade die heutige bundesliga gesünder als in den wirklich finsteren neuzigern, als teilweise von acht erstligateams drei aus heidelberg und fünf aus hannover (oder wahlweise vier und vier) kamen.

also bitte, bitte hört auf, auch nur irgendwelche schuld anderen zuzuschieben.

im übrigen bedauere ich, wie wohl so ziemlich jeder in rugbydeutschland, dass es so mit dem hannoverschen rugby gekommen ist und heute nur noch der staub der erinnerung an bessere zeiten über den einen oder anderen verweisten rugbyplatz in niedersachsens hauptstadt weht. ich würde mir ehrlich ein, zwei gesunde mannschaften in der ersten liga wünschen. aber dem ist nun mal nicht. dennoch wenn ihr jetzt anfangt oder besser in den verbliebenen vereinen vernünftig weitermacht, seid ihr in spätestens fünf bis zehn jahren wieder oben mit dabei. indianerehrenwort.
 
Mai 28, 2010
Votes: +2

Christian Pfusch said:

102
...
Ich weiss zwar nicht, ob der TSV Victoria Linden zum Endspiel 2. Bundesliga gegen den Stuttgarter RC mit der "besten" Mannschaft gespielt hat. Aber nach dieser Niederlage von 10:59 hat die Vereinsführung jedenfalls im Punkto "sportlicher" Aufstieg alles richtig gemacht. Wenn man so ein Endspiel nicht zumindest ausgeglichen gestalten kann, macht es keinen Sinn als "Kanonenfutter" in der 1. Bundesliga zu spielen....
Trotzdem herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft der 2. Bundesliga Nord.
 
Mai 29, 2010
Votes: +3

Markus Danke said:

870
potsdam nun aufsteiger?!?
kann nun eigentlich der tabellenzweite der zweiten liga nord, der usv potsdam, als quasi "nachrücker" aufsteigen, da victoria linden auf das aufstiegsrecht verzichtet?!??
 
Mai 30, 2010
Votes: +0

gregor rom said:

Mai 30, 2010
Votes: -2

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