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TotalRugby Vorschau 1. Bundesliga - 4. Spieltag 2009/2010
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Geschrieben von Jamie Deuce   
Donnerstag, 17. September 2009

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Das Psycho-Duell zwischen Berlins Routinier Siebenhörl (am Ball) und Handschuhsheims Kapitän Jens Schmidt (Nummer 4) hat TotalRugby als einen der entscheidenden Zweikämpfe am kommenden Spieltag ausgemacht - (c) Miriam May

Sowohl der Meister als auch der Vizemeister wollen so schnell wie möglich Anschluss zu den Play-Off Plätzen herstellen, während die Teams am unteren Tabellenende der Liga darauf aus sind, jeden sich bietenden Zähler aufzulesen, könnte er sich doch am Ende beim Kampf um den Klassenerhalt als der Entscheidende herausstellen. Der kommende 4. Spieltag bietet ein paar ganz brisante Begegnungen und daher unternimmt TotalRugby auch diese Woche den bescheidenen Versuch, die Zukunft möglichst exakt zu deuten.

TSV Handschuhsheim : Berliner RC
Samstag, 19. September 14:30 Uhr

So, die Zeit der “Trainingsspiele” ist vorbei! Die Löwen müssen am Samstag Zähne zeigen, wollen sie die Tabellenführung gegen die kräftigen “Bären” verteidigen. Nach zwei Aufsteigern und dem stark abstiegsbedrohten RK Heusenstamm wartet mit dem Berliner RC das erste richtig schwere Kaliber auf die zuletzt erfolgsverwöhnten Handschuhsheimer. Daher freut sich die sportliche Leitung des Tabellensechsten der vergangenen Spielzeit, dass auch die zur Zeit 2-3 angeschlagenen Spieler bis zum Wochenende wieder einsatzfähig sein werden und lediglich der erfahrene Gedrängehalb Christoph Heising ersetzt werden muss. Für ihn wird vermutlich der U19-Nationalspieler Mathias Marin ins Trikot mit der Nummer 9 schlüpfen, aber auch der nicht minder begabte Moritz Bayer wäre ein Kandidat für die vakante Position des Gedrängehalbs. Für Marin spricht sein besseres Kickspiel und die Tatsache, dass er diese Saison schon viermal ins gegnerische Malfeld eintauchen konnte, für Moritz Bayer spricht seine größere Erfahrung und seine kräftigere körperliche Konstitution, ein Vorteil, der gegen die als robust bekannten Berliner nicht von der Hand zu weisen ist. Auch im Sturm verfügt der junge Head Coach der Löwen Jan Ceselka über den Luxus, zwischen mehreren Spielern auswählen zu können. In Sturmreihe eins balgt sich U21-Nationalspieler Marcus Bender, mit dem im Gedränge stärkeren aber läuferisch deutlich schwächeren Rene Engelhardt. In der zweiten Reihe meldet sich Neuzugang Erin Doyle nach überstandener Verletzung zurück, er wird sich im Training gegen den ehemaligen Löwen-Kapitän Johannes Laule beweisen müssen, wenn er seinen Platz in der Startformation zurückerobern möchte. Auf Sturmreihe drei herrscht trotz der noch ausstehenden Rückkehr von Südafrika-Stipendiat Alexander Metz nach wie vor das größte Gerangel. Dabei scheint U21-Nationalspieler Gregor Hartmann momentan die schlechtesten Karten auf einen Einsatz von Beginn an zu haben, wohingegen Nachwuchsmann Patrick Eiermann nach überstandener Kreuzbandverletzung mit drei Versuchen im letzten Spiel der zweiten Mannschaft des TSV seine Ambitionen auf eine schnelle Rückkehr in den 1. Mannschaftskader eindrucksvoll untermauern konnte. Doch allen Luxusproblemen zum Trotz sieht Manager Mathias Jech den Berliner RC, vor der ersten richtigen Standortbestimmung, nicht zuletzt auf Grund der jüngsten Neuzugänge in der Favoritenrolle. Die Stärken der Berliner sind allen im Lager der Gastgeber bekannt und nicht zuletzt deshalb herrscht im gesamten Kader, trotz der guten Grundstimmung, eine gewisse Anspannung vor dem Aufeinandertreffen mit dem ersten großen Brocken.

Doch auch für den Berliner RC stellt die Partie in Heidelberg bei Leibe keine leichte Aufgabe dar. Auswärts tun sich die “reiseschwachen” Hauptstädter immer schwer, zuletzt eindrucksvoll illustriert durch den für Berliner Verhältnisse schwachen Auftritt beim bisher einzigen Auswärtsspiel gegen Hannover 78. “Wir wissen, dass vor allem die Auswärtssiege für uns diese Saison wichtig sein werden”, mahnt daher 7s-Nationalspieler Franck Moutsinga vor dem zweiten Auswärtsspiel der laufenden Spielzeit. Trotzdem ist die Zielsetzung eine eindeutige: “Wir wollen natürlich gewinnen, je höher desto besser”, so der Berliner Pfeiler Krystian Trochowski. Allerdings sieht man im Lager der Spreestädter die Mannschaft aus dem Heidelberger Stadtteil Handschuhsheim nicht zu Unrecht auf Platz 1 der aktuellen Bundesligatabelle und vor allem der gewohnt starke Sturm der Löwen nötigt den Gästen einiges an Respekt ab. Die taktische Marschroute heißt daher: Kein “klein-klein” mit Handschuhsheimer Stürmern, schnelles Recycling der Bälle am offenen Gedränge und dann ohne große Umwege in die schnellen Hände der Berliner Hintermannschaft, die möglichst weit entfernt vom Getümmel zu Versuchen kommen soll, auf diese Weise sollen die gewichtsmäßigen Defizite der Rot-Weiß-Schwarzen Stürmer kompensiert werden. Als Schwäche bei den Platzherren meinen die Westberliner die junge Handschuhsheimer Achse 9-10 ausgemacht zu haben, hier werden sie versuchen, die Verteidigung der Löwen zu durchbrechen, um das dadurch entstehende Momentum dann wie oben beschrieben zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen. Der letzte Woche auf vielen Positionen ungewohnt besetzte Kader der Berliner ist fast wieder komplett, lediglich Flanker Eugen Feidt weilt in Flitterwochen, der jüngste van Look Bruder Robin laboriert weiter an einer Knieverletzung und Außendreiviertel Martin Freund ist nach einer Muskelverletzung noch nicht wieder auf den Beinen. Zurück im Team ist 3. Reihe Stürmer Ermanno Mattera, er hat seine Schulterverletzung überwunden, weswegen Spielmacher Colin Grzanna vom Sturm zurück in die Hintermannschaft entlassen werden dürfte, es ist aber gut möglich, dass der nominelle Gedrängehalb Franck Moutsinga auch in Handschuhsheim als Flanker auflaufen wird. Die Moral im Team ist gut und der neue englische Coach Steve Redfern hofft auf eine ähnlich gute Leistung wie bei seinem Einstand gegen den RK Heusenstamm.

TotalRugby Head to Head: Der Berliner 1. Reihe Stürmer Boris Siebenhörl ist eine wahrhaft unverwüstliche Natur. Der 30-jährige bestritt in der vergangenen Spielzeit 17 von 19 Berliner Saisonspielen und hat auch in dieser Saison jede der bisher drei Berliner Partien von Beginn an bestritten. Siebenhörl ist kein besonders auffälliger Stürmer, doch seine große Führungsqualität, welche er immer wieder als Kapitän oder Interimskapitän der Berliner unter Beweis gestellt hat und seine große Vereinsverbundenheit machen ihn im Berliner Ensemble besonders kostbar. Ähnlich wertvoll und nicht minder vereinstreu präsentiert sich zweite Reihe Stürmer Jens Schmidt, der ehemalige Kapitän der Nationalmannschaft ist vielleicht nicht mehr ganz so laufstark wie zu Beginn seiner Bundesligakarriere, doch dank seiner unveränderten Opferbereitschaft gelingt es dem Anführer des Löwensturms Woche für Woche aufs neue, seine Mitspieler mitzureißen. Auch am kommenden Wochenende wird Schmidt seine schätzungsweise 120 kg den anstürmenden Gästen schonungslos und unermüdlich in den Weg werfen und darauf hoffen, diese mit seiner Körperlichkeit nachhaltig beeindrucken zu können. Genau diesen Effekt wird Siebenhörl als moralische Stütze des jungen BRC-Teams verhindern wollen.

TotalRugby Prognose: 22:19 konnte der Berliner RC das letzte Aufeinandertreffen mit dem TSV Handschuhsheim gewinnen, dieses fand jedoch in der Bundes- und nicht in der Rugbyhauptstadt statt. Doch die Leistungskurve der Gäste zeigt weiter kontinuierlich nach oben, während die Gastgeber nach relativ leichtem Auftaktprogramm bisher nur sehr schwer einzuschätzen sind. Beim Aufeinandertreffen von Power und Speed, in Form des kräftigen Löwensturms mit der flinken Hintermannschaft der Hauptstädter, behält diesmal Speed die Überhand. Der BRC entführt die Punkte aus Heidelberg und gewinnt mit 9 Punkten Vorsprung, dabei geht der TSV leer aus.

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RK 03 Berlin : ASV Köln
Samstag 19. September 15:00 Uhr

Das positive Gefühl aus dem Spiel gegen den SC Neuenheim möchten die Mannen des RK 03 Berlin in’s heiß ersehnte 1. Kräftemessen mit einem weiteren Abstiegskandidaten mitnehmen. Nach abertausenden von Kilometern auf Deutschlands Bahnstrecken haben die Spieler des RK 03 erstmals in dieser Saison das Privileg, vor einer Partie ausschlafen zu können. Die Heimpremiere im nagelneuen Stadion Buschallee müssen die Gelb-Schwarzen zwar wegen der noch nicht ausreichenden Rasenlänge auf ihrem neuen Spielg