 Mit gewohnt schonungslosem Einsatz will 78-Kaptiän Benjamin Krause sein Team zum Überraschungserfolg über den Berliner RC führen - (c) Miriam May
Die Rugbybundesliga ist in, das haben nicht nur unsere Server, die seit dem Start der Bundesligasaison 2009/2010 unter Vollast stehen zu spüren bekommen. Das neue 10er-Format hat sich schon am 1. Spieltag als überaus unterhaltsam erwiesen und Lust auf mehr geweckt. Wir freuen uns auf mehr Dramatik, mehr sensationelle Ergebnisse, mehr Action – einfach mehr Bundesligarugby. Deshalb wagt TotalRugby auch heute wieder einen kleinen Ausblick auf das, was uns am kommenden Wochenende erwarten könnte.
DSV Hannover 78 : Berliner Rugby Club
Samstag, 5. September 2009
Der Aufsteiger aus Niedersachsen präsentierte sich beim Bundesligadebüt in blendender Verfassung und war dem TSV Handschuhsheim bis zur 57. Spielminute ein ebenbürtiger Spielpartner. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Trainer Sven Gabbei das Ziel vorgegeben hat, die gute Form vom 1. Spieltag zu bestätigen. Allerdings haben sich nach dem vergangenen Spieltag auch noch Verbinder und Kapitän der U19-Nationalmannschaft Christopher Kopp und Außendreiviertel Steven Boualjiala (beide mit Schulterverletzungen) beim ohnehin schon überfüllten Lazarett der Hannoveraner vorgestellt. Umso mehr werden die Anhänger des Aufsteigers sich darüber freuen, dass Innendreiviertel Vivile Dakunimata, Verbinder Will Gough, Nummer 8 Mark Gordon sowie der litauische 1. Reihe Stürmer Aldevinas Burokas, erstmals in dieser Saison mit von der Partie sein werden. Vor allem die beiden zuletzt genannten wurden beim Saisonauftakt schmerzlich vermisst, waren die hannoverschen Stürmer ihren Heidelberger Gegenspielern doch durch die Bank körperlich auffällig unterlegen. Nationalspieler Benjamin Krause war der Einzige, der seinem Gegenüber absolut ebenbürtig erschien, doch trotz seiner großen Klasse und Einsatzfreude, erschien der 1. Reihe Stürmer phasenweise allein auf weiter Flur. Auch dem Trainerteam von Hannover 78 sind die körperlichen Defizite natürlich bewusst, allerdings erwartet Head-Coach Sven Gabbei keine so krasse körperliche Überlegenheit zu Gunsten der Gäste, die eher durch ihre Kompaktheit, als durch körperlich besonders große und kräftige Stürmer zu überzeugen wissen. In der Hintermannschaft sieht Gabbei sein Team “Pari oder sogar etwas im Vorteil” – gepaart mit dem Heimvorteil im Rücken, schöpft der ehemalige Spieler der Berliner RC also die Hoffnung im Duell mit seinem ehemaligen Verein die Oberhand behalten zu können, oder zumindest den ein oder anderen Bonuspunkt zu ergattern. Eine Hoffnung, die nach dem engagierten Auftreten der 78er bei den Löwen aus Handschuhsheim durchaus berechtigt erscheint. Allerdings bleibt abzuwarten, wie die neue Halbpaarung harmoniert. Da neben dem verletzten Kopp auch 7s-Nationalspieler Raphael Pyrasch, der gegen den TSV Handschuhsheim zu überzeugen wusste, auf Grund seines Wechsels nach England ersetzt werden muss. Außerdem muss es Sturmtrainer Andreas Muder gelingen, seine “Buben” in den Standardsituationen zu stabilisieren, damit die aufregende Hintermannschaft der Gastgeber ins Laufen kommen kann.
Laufstark und aufregend sind zwei Prädikate, die man ohne weiteres auch der Hintermannschaft der Gäste aus der Bundeshauptstadt zuschreiben kann, schon allein deswegen dürfen sich die Zuschauer am Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg auf ein aufregendes Duell freuen. Die Moral bei den Weiß-Rot-Schwarzen ist nach dem überraschenden Auftaktsieg verständlicherweise blendend, gelang es doch in beeindruckender Art und Weise, einen der Meisterschaftsfavoriten zu bezwingen und somit einen verpatzten Saisonstart zu vermeiden. 1. Reihe Stürmer Krystian Trochowski freut sich besonders über die neue Abgeklärtheit, mit welcher der BRC 2009 zu Werke geht. Daraus ergibt sich auch die taktische Marschroute für das Spiel gegen den DSV Hannover 78, welchem die Spreestädter durchaus großen Respekt entgegenbringen. “Man muss bzw. kann das Spiel nicht nach 20 Minuten gewinnen, wir werden konzentriert unseren Stiefel herunterspielen und geduldig auf unsere Chancen warten und dabei nicht in Panik verfallen, wenn nach 10 Minuten noch kein Versuch gefallen ist”, so Trochowski. Die Zielsetzung bleibt dennoch klar, 5 Punkte sollen es werden, schließlich wollen die Berliner auch auf der Zielgerade der Saison 09/10 noch oben mitspielen. Dafür soll das Spiel mit dem Sturm aufgebaut werden und dann die schnelle Berliner Hintermannschaft ins Laufen gebracht werden, denn gerade im Sturm sieht sich der Viertplatzierte der vergangenen Saison leicht im Vorteil, doch mit dem oben zitierten Krystian Trochowski und 1. Reihe Kollege Alexander von der Marwitz fehlen zwei wichtige Stützen des Berliner Sturmspiels und wenn der Berliner Rugby Club sich auch diese Woche an seinen hauseigenen Kodex hält, dürfte mit Victor Fe |