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Phoenix-Sieg bei der EM in Hürth, Drama bei der WM
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Montag, 7. November 2022

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Mit einem einzigen Punkt rettete sich Neuseeland ins Endspiel der Heim-WM. Foto (c) World Rugby

Aus deutscher Sicht war es ein ganz ganz wichtiger Sieg. Die Damen des Phoenix-Teams zeigten vor allem Kampfgeist und Willen beim 12:10 gegen Tschechien. So hat das Trainerteam nun knapp drei Monate um die zweite Hälfte der Saison in der Rugby Europe Trophy vorzubereiten. In Neuseeland wurden parallel die WM-Semfinalpartien ausgetragen. Beide boten das, was beim Rugby World Cup bisher fehlt: Spannung! Und davon gab es besonders bei Neuseeland - Frankreich sehr sehr viel.

Deutsche Frauen erkämpfen sich wichtige EM-Punkte in Hürth

Am Ende war es vor allem der „Kampfgeist“, der die deutsche Frauen-Nationalmannschaft beim EM-Spiel vor den Toren Kölns über die Ziellinie brachte. Genau für diesen lobte Trainer Cieran Anderson sein Team im Nachgang. Dank des Sieges im „Herzschlagspiel“, wie es der zweite Nationaltrainer im Bunde Dirk Frase nannte, geht das deutsche Team mit einem guten Gefühl in die kurze Winterpause.

Nach einer Stunde hatten die deutschen Damen noch immer keine Punkte erzielt, liefen einem 0:10 Rückstand nach zwei tschechischen Versuchen hinterher und nicht viele der Zuschauer in der Anlage des RC Hürth hätten mit einem Comeback gerechnet. Erst Laura Schwinns Solo-Versuch samt der wertvollen Erhöhung hatte dem Team und seinen Anhängern Hoffnung gegeben.

Nach der zu Gunsten einer Strafgasse ausgelassenen Kickchance zum Ausgleich und einem kurz vor der Linie gescheiterten Sturmlauf von Lokalmatadorin Luise Lauter war es schließlich Veteranin Steffi Gruber, die für die Entscheidung sorgte. Die Neuenheimerin lief trotz tiefem Platz einen suboptimalen Befreiungskick der Gäste nach über 80 Minuten harter Arbeit zum entscheidenden Versuch ein.

Erleichterung, Jubel und Stolz - die 33-jährige hatte dem deutschen Team die ersten EM-Punkte gesichert. Vor den Frühjahrsspielen bleiben dem Team nun drei Monate. Mit Belgien wartet ein Gegner vom Kaliber Tschechien, mit den Portugiesinnen aber auch ein Gegner, gegen den man im ersten Spiel nach COVID deutlich unterlegen war.

Seitdem habe man sich weiterentwickelt, so Trainer Anderson, gleichwohl sei man noch „weit vom eigenen Potenzial entfernt“. Die nächsten Wochen gelte es vor allem an der Fitness und Kraft zu arbeiten - denn genau dies war die Lektion nach der Auswärtspleite in Helsinki - erst im Vorbereitungscamp werde man die spielerischen Details auf dem Feld optimieren.

Neuseeland gewinnt dramatisches Halbfinale

Es wird das WM-Finale, mit dem die meisten Beobachter zuvor gerechnet hatten. Titelverteidiger und Gastgeber Neuseeland nimmt es kommendes Wochenende im ausverkauften Eden Park vor Rekordkulisse mit den seit 30 Spielen ungeschlagenen Engländerinnen auf. Doch um Haaresbreite wäre es gar nicht zum vermeintlichen Traumfinale gekommen.

Mit nur noch 23 Sekunden auf der Uhr setzte Frankreichs Caroline Drouin zum entscheidenden Straftritt beim Stand von 24-25 aus französischer Sicht an. Mittig aus 35 Metern hätte ein Treffer das Spiel mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit entschieden.

Drama Baby Drama: Neuseeland zieht mit Glück ins Endspiel der Heim-WM ein

Doch die 26-jährige Französin verzog und der Kick flog nicht einmal weit genug, um einen neuseeländischen Dropout zu erzwingen. So feierten die Black Ferns keine 30 Sekunden später überschwänglich den Einzug in das Endspiel und damit die Chance auf den sechsten WM-Titel in der Geschichte der Black Ferns.

Zuvor hatten die Französinnen über fast die gesamte Spieldauer gezeigt, wie man den Topfavoritinnen beikommen kann. Eine Mischung aus direkten Spiel mit starken Sturmläufen, wie denen von Doppelpack-Achterin Romane Ménager, sowie flinke Kombinationen entzauberten les Bleues die Gastgeberinnen.

Diese duellieren sich nun mit England und dabei dürfte es keinerlei Favoriten geben. Die Engländerinnen hatten gegen Kanada im ersten Semifinale so ihre Mühe, denn nach einer frühen Führung mit zwei Versuchen kam Kanada noch vor der Pause zurück und machte ein spannendes Halbfinale aus der Partie. Schlussendlich setzte sich England auch dank eines Weltklasse-Versuchs von hinter der eigenen Mallinie mit 26-19 durch.

Der wohl beste Versuch des Turniers: England macht 110 Meter bis ins Malfeld

So kommt es also zum Duell Neuseeland - England vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Eden Park um den Titel. 7:30 deutscher Zeit in der Früh erfolgt der Ankick am kommenden Samstag. Den Livestream gibt es gratis auf der Webseite der WM.

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