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TR-Update international: Titel, Tränen und Triumphe
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Dienstag, 21. Juni 2022

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Die Euphorie nach Freddie Burns Dropgoal zum Sieg kannte keine Grenzen.

Drei große Endspiele gab es am Wochenende zu bewundern. In der englischen Premiership, im Super Rugby und in der reformierten United Rugby Championship wurden die Titel vergeben. Reichlich Action und Drama, bevor die Juli-Länderspiele losgehen.

Nur noch 24 Sekunden auf der Uhr und beim Stand von 12:12 ging es um alles, als Tigers-Ersatz-Verbinder Freddie Burns sich an der 22 in Position brachte. Dem 32-jährigen Spielmacher gelang der Kick zum Titel und in die Rugby-Geschichtsbücher. Sein Dropgoal flatterte zwischen den Stangen durch und bescherte Leicester den elften Premiership-Titel Vereinsgeschichte.

Der Jubel unter den mehrheitlich mit den Leicester Tigers sympathisierenden 80.000 Zuschauern in Twickenham kannte keine Grenzen. Die neunjährige Titel-Durststrecke r des Rekordmeisters endete, nachdem man 2020 nur durch den Zwangsabstieg der Saracens vor der Zweitklassigkeit gerettet wurde - rein sportlich waren die Tigers das schlechteste Team der durch Corona torpedierten Saison.

Am Samstag lieferten sich eben jene beiden Teams - Saracens war voriges Dank des Star-Aufgebots der direkte Wiederaufstieg gelungen - ein brutales Duell um jenen Zentimeter Rasen des legendären Rübenackers von Twickenham. Es war deutlich taktischer, als das Premiership-Finale im Vorjahr mit den spielfreudigen Harlequins. Umso mehr lieferten sich Maro Itoje, Dan Cole, Billy Vunipola und Co. eine Sturmschlacht epischen Ausmaßes.

Obwohl die Tigers während der Saison das beste Team waren, galten doch die Sarries Experten und Buchmachern als Finalfavorit, erst recht nachdem Leicesters Stamm-Verbinder George Ford nach einer Knöchelverletzung bereits in Minute 23 vom Feld musste. Der Sohn von Ex-Adler-Trainer Mike hatte in seiner Abschiedssaison bei den Tigers die Strippen gezogen.

Doch auch ohne den England-Verbinder, der kommende Spielzeit durch Springboks-Zehner Handré Pollard ersetzt wird, waren die Tigers das bessere Team. Zwei mal wuchtete sich der Tigers-Sturm über die Linie. Zum ersten Mal nach einem Durchbruch von Ex-Saracen Chris Ashton, als der Südafrikaner Liebenberg aus kurzer Distanz vollendete.

Das zweite Mal, als die Tigers einen Straftritt fünf Meter vor der Linie schnell ankratzten - Kapitän Genge schaffte es mit all seiner Power bis kurz vor die Linie, wo Jasper Wiese nach einem cleveren Richtungswechsel vollendete. Die Saracens hielten sich nur über die Kicks von Verbinder Farrell ins Spiel und suchten ihr Heil nicht im bedingungslosen Angriff.

Selbst als Saracens fünf Minuten vor Schluss mit einem Mann Überzahl fünf Meter vor der Linie einen Straftritt erhielt, wählte Farrell die sicheren drei Punkte. Es sollte sich rächen und sein Gegenüber Burns sollte zum Helden dieses Endspiels werden. Die Titelfeier danach war mindestens ebenso episch wie das Foto-Finish.

Crusader werden zum Spielverderber im Eden Park

Es war alles angerichtet für einen historischen Triumph. Erstmals seit 2003 hätten die Blues den Super-Rugby-Titel holen können und dann noch im heimischen Eden Park vor über 50.000 Zuschauern. Es wäre der 16. Sieg in Folge gewesen und damit wäre der Vereinsrekord noch einmal ausgebaut worden.

Anton Segner hatte das Endspiel nach seiner Knöchelverletzung im letzten Spiel der regulären Saison in Sydney von der Tribüne aus verfolgen müssen. Von dort musste er mit ansehen, wie sein Ex-Team, die Crusaders, einmal mehr zum Spielverderber wurden.Im winterlichen Dauerregen von Auckland zeigte sich der Rekordmeister eiskalt.

Trotz einer großartigen Saison sollte es für die Blues nicht zum Titel reichen

Angeführt von Verbinder Richie Mo’unga, der zum Man of the Match gewählt wurde, gewann das Team von der Neuseeländischen Südinsel mit 21:7.Meistertrainer Scott Robertson, der seit Jahren als Kandidat für einen prominenten Trainerposten im internationalen Rugby gilt, stellte sein Team perfekt auf die schwierigen Bedingungen ein.

Für die Blues heißt das, ein weiteres Jahr Wartezeit, bis es zum ersten Titel seit 2003 reichen könnte. Nach dem Anton Segner bereits in seiner Debütsaison erstaunlich viel Spielzeit erhielt, dürfte der junge Frankfurter kommende Saison noch mehr zu einer Stütze der Mannschaft aus der Neuseeländischen Millionenmetropole werden.

Stormers gewinnen ersten URC-Titel

Nachdem die Kapstädter Stormers vorige Woche in einem dramatische Halbfinal Ulster in letzter Minute ausgeschaltet hatten, durfte das Team vom Kap der guten Hoffnung nun das Finale der neu geschaffenen URC ausrichten.

Das Interesse an Karten war so groß, dass die Website der Stormers mehrmals zusammenbrach. Doch noch immer gelten in Südafrika Corona Restriktionen, weshalb nur 31.000 Zuschauer (50% Stadionkapazität) ins Stadion durften.

Gegen den Erzrivalen Blue Bolts wurde es im Endspiele ähnlich dramatisch. Erst ein Dropgoal in der 75. Minute von Manie Libbok sicherte den Stormers den ersten Titel, nachdem die Bulls die erste Halbzeit dominiert hatten. Unter dem Strich ein würdiges Endspiel der beiden Turnier-Neulinge, die eine Bereicherung für die ehemalige PRO 14 sind.

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