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TR-Review Rugby-Bundesliga: SCN mit zweitem dramatischen Derbysieg
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Montag, 9. Mai 2022

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Königsblaue Schützenhilfe für Frankfurt: Dank des SCN-Derbysiegs kann 1880 nun auf das Heim-Halbfinale hoffen.

Perfekte Bedingungen, großartiges Rugby und einige spannende Topspiele. Die Rugby-Bundesliga biegt auf die Zielgerade der regulären Spielzeit ein. Ein weiteres dramatisches Derby vor toller Kulisse sorgt im Süden für einen Wechsel an der Tabellenspitze. Im Norden untermauert Hannover 78 den eigenen Status als das Über-Team mit einem Kantersieg in Berlin.

Die Bundesliga-Review wird euch präsentiert von unserem Partner Solidsport, eurem Partner für Live-Streams.

Süd/West

Tabelle

Rang Team Spiele Punkte Differenz
1 SC Frankfurt 1880 12 56 +512
2 TSV Handschuhsheim 12 52 +494
3 SC Neuenheim 12 45 +237
4 RG Heidelberg 12 30 -25
5 RK Heusenstamm 12 22 -201
6 Heidelberger RK 12 19 -278
7 SG Pforzheim 12 11 -417
8 RC Luxemburg 9 9 -322

TSV Handschuhsheim 17–20 SC Neuenheim

Im Heidelberger Norden spricht man ganz unbescheiden von der Mutter aller Derbys. Gemeint ist das ewige Duell der einstigen Nachbarn TSV Handschuhsheim und SC Neuenheim. Beide Teams verbindet eine lange Hassliebe und vielen Anhängern der beiden Traditionsklubs sind Siege gegen den Nachbarn fast wichtiger als Pokale.

Das Derby am Samstag wurde von beiden Teams sehnsüchtig erwartet und hatte mit mehr als 1.000 Zuschauern auch eine würdige Kulisse im Lions Park. Die mehrheitlich den Löwen gewogenen Fans hatten auch direkt Grund zu jubeln, denn die Gastgeber erwischten den deutlich besseren Start.

Nach einem frühen Straftritt des Walisers Rhys Williams konnte selbiger Verbinder eine Vorlage von Jaco Otto nutzen, sich aus einem versuchten Tackling per Drehung befreien und unter den Stangen ablegen. 10:0 nach einer gespielten Viertelstunde. Den Neuenheimer Gästen, die nur noch mit theoretischen Playoff-Chancen in die Partie gegangen waren, blieb keine Zeit zu verschnaufen.

Denn wenige Minuten später war es erneut Jaco Otto, der wichtige Meter machte und auf Erste-Reihe-Stürmer Paul Schüle ablegte. Der ist normalerweise eher als Kraftprotz, denn als Sprintwunder bekannt – in Minute 25 des Derbys allerdings zeigte er seine Sprinterqualitäten und brachte die Löwen auf 17:0, so dass der eine oder andere Löwen-Fan schon frohlockte.

Was folgte, war aber ein Bruch, denn der TSV verlor völlig den Faden, wofür Pressesprecher und Ex-Gedrängehalb Moritz Bayer zwei Faktoren ausmachte: Zu viele Handling-Fehler und Straftritt in den Offenen. Einer dieser Straftritte leitete die erste massive Druckphase des SCN ein. Mehrmals rannten die Gäste nach einer Strafgasse fünf Meter vor der Linie an – schließlich war es ausgerechnet Verbinder Nkosi, der sich ein Herz nahm, einen Straftritt schnell ankratzte und über die Linie kam.

Die Erhöhung verpasste Nkosi zwar, aber wenig später wurde Nkosi aus Abseitsposition von TSV-Spielertrainer Stelling von den Beinen geholt, der dafür Gelb kassierte - Nkosi konnte per Straftritt zum Pausenstand von 17-8 verkürzen. Die Unterzahl überstand der TSV unbeschadet, musste dann aber in Minute 60 den Anschlussversuch von Neuenheims Achter Senzo Ngubane hinnehmen.

Der Jubel beim Neuenheimer Team kannte keine Grenzen

Beim Stand von 17-13 wurde ein echter Krimi aus der Partie und der TSV schadete sich mit einfachen Fehlern immer wieder selbst, bis SCN-Eigengewächs Leo Becker mit 10 Minuten auf der Uhr die Wende brachte. Der Versuch des Schlussspielers der Neuenheimer unter dem Jubel der königsblauen Anhänger sollte die Entscheidung bringen.

SCN-Coach Clemens von Grumbkow zeigte sich gegenüber TR überglücklich: „Es war ein unglaublich intensives Spiel, anfangs sind wir gar nicht reingekommen und es hätte auch schief gehen können. Wir sind dann immer besser reingekommen und haben den Druck erhöht – die Jungs waren happy mit dem Sieg, vielleicht wäre sogar noch der Bonuspunkt drin gewesen, aber wird sind stolz auf das Geleistete!“

Von TSV-Seite erkennt man den verdienten Sieg des Erzrivalen an und muss nun schnellstens die eigenen Wunden lecken. Bereits kommenden Samstag müssen die Löwen beim SC Frankfurt 1880 antreten. In diesem Spiel entscheidet sich dann, wer das Heimrecht im Halbfinale und eventuell später im Endspiel hat.

 

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RG Heidelberg 5–57 SC Frankfurt 1880

Ohne die Siebener-Nationalspieler hatte die RGH gegen den amtierenden Meister Frankfurt 1880 wenig entgegenzusetzen. Für diesen war der Ausflug ins Rugby-Wohnzimmer bei frühsommerlichen Bedingungen eher ein Warmlaufen für das Topspiel kommende Woche in Handschuhseim.

Frankfurt dominierte in allen Belangen und führte bereits zur Pause mit 33:0. Bitter für die RGH, gleich zwei Erste-Reihe-Stürmer – Jordan Gogo und Cem Bayram – verletzten sich noch vor dem Pausenpfiff.

Die Frankfurter, die vor allem im Sturm hochdominant auftraten, nahmen nach der Pause den Fuß ein wenig vom Gas, wechselten früh einige Leistungsträger aus und konnten dennoch vier weitere Versuche legen. Der vermeintlich lockere Aufgalopp in Heidelberg könnte sich kommende Woche als Vorteil herausstellen, wenn die Löwen nach ihrem hart umkämpften Derby an die Feldgerichtsstraße reisen.

Heidelberger RK 39–24 RC Luxemburg

Pünktlich zur Jubiläumsfeier gelang dem HRK daheim gegen den direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt ein Big Point im Abstiegskampf. Kurz nachdem die Klub-Frauen ihren achten Meistertitel feierten, ging es für die erfolgsverwöhnten Herren um den Klassenverbleib.

Dabei lief der Auftakt alles andere, als nach Maß. Es waren keine zwei Minuten gespielt, da konnten die Gäste aus dem Großherzogtum nach einem abgeblockten Befreiungskick per Versuch in Front gehen. Bis zur Pause gelang es den Hausherren aber, die Verhältnisse geradezurücken.

Mora und Furno sorgten mit zwei Versuchen nach schnellen Klub-Spielzügen über das halbe Feld für die 15-10 Pausenführung des HRK. Straftritte für Liebig und Luxembursg Galtier hatten beiden Teams zuvor drei Zähler beschert. Nach dem Pausentee war es Adler-Kapitän Jörn Schröder sowie Rohan Floegel Shetty die per Doppelschlag auf 29-10 erhöhten.

Der zwischenzeitliche Anschluss durch Luxemburgs Wheeler machte keinen Unterschied, da Co-Kapitän Liebig noch per Straftritt und Versuch das Klub-Punktekonto auf 39 ausbauen sollte. Der letzte Luxemburger Versuch war da nur Ergebniskosmetik.

Für den Klub ist der Klassenerhalt damit fast sicher. Spätestens ein Sieg kommende Woche in Pforzheim würde den Verbleib endgültig besiegeln. Luxemburg wiederum muss noch daheim gegen die RGH und bei Frankfurt 1880 antreten. Der Sieg gegen die Orange Hearts und Klub-Schützenhilfe wären die einzige Chance, sich noch in die Relegation zu retten.

SG Pforzheim 31–34 RK Heusenstamm

Heusenstamm bleibt erstklassig, das ist die wichtigste Nachricht nach einem dramatischen Rugby-Nachmittag. Die Füchse hatten in Durchgang eins souverän aufgespielt und waren durch Versuche von Verbinder Tobias Apelt, Daniel Almeida und Zinzan Haas mit 19-12 in die Pause gegangen.

Doch Pforzheim startete Halbzeit zwei mit extrem viel Druck und konnte drei Versuche in ganz kurzer Folge legen. Plötzlich liefen die Gäste aus Hessen einem 19-31 Rückstand hinterher. Zwei späte Versuche durch Patrick Weber und Josh Beaufort zum Ausgleich, sowie ein Straftritt von Pascal Schuster in allerletzter Minute drehten das Spiel aber zu Gunsten des RKH.

Der hat sich damit den Ligaverbleib gesichert, aber auch die Pforzheimer können mit ihren beiden Punkten relativ gut leben. Dann damit hat man ein wenig Luft zwischen sich selbst und den Letzten Luxemburg gebracht. Sofern Luxemburg gegen die RGH und 1880 nicht mehr, als einen Punkt holt, ist die Relegation sicher. Der direkte Klassenverbleib dagegen scheint nun für Pforzheim außer Reichweite.

Nord/Ost

Tabelle

Rang Team Spiele Punkte Differenz
1 Hannover 78 10 45 +186
2 RK 03 Berlin 10 33 +68
3 SC Germania List 10 31 +174
4 Berliner Rugby Club 10 28 +171
5 RC Leipzig 10 23 +15
6 Hamburger RC 10 16 -88
7 VfR Döhren 10 -1 -526

 

 

RC Leipzig 41-15 SC Germania List

Ein besseres Geschenk für Leipzigs neuen Trainer Geofrey Lwiwa hätte es kaum geben können. Nachdem Leipzig seit Ende März kein einziges Spiel mehr bestritten hatte war Playoff-Anwärter Germania List zu Gast, gegen den die Sachsen im Hinspiel noch deutlich verloren hatten.

Bis zur Pause konnten die Gäste von Germania noch gut mithalten und hielten sich beim Stand von 15-8 für die Hausherren gut im Spiel. Doch bereits vor dem Pausenpfiff hatte Leipzigs Man of the Match, Schluss Pule Sibiya, mehrfach seinen Speed im offenen Spiel angedeutet. Er und Verbinder de Kock hatten die ersten beiden Versuche für Leipzig erzielt.

Leipzigs Bester Pule Sibiya läuft zu einem seiner Versuche ein

Nach der Pause war es dann erneut Sibiya, der mit einem weiteren Solo auf 22:8 erhöhte. Germania gelang zwischenzeitlich mit einem Sturm-Versuch der 15-22 Anschluss, doch die Hoffnung auf Zählbares aus der Messestadt hielt nur kurzfristig an.

Leipzigs bulliger Außen du Plessis bestrafte einen Germania-Ballverlust an der 22 mit einem 70-Meter-Sprint zum Versuch. Achter Jacobs gelang kurz vor Ende mit einem explosiven Run der Schlusspunkt nach einem dominanten Auftritt der Leipziger. Für Germania ist dies im Rennen um die Playoffs ein Rückschlag, bzw. eine verpasste Chance – nun müssen die Lister auf einen weiteren Ausrutscher des RK 03 hoffen.

RK 03 Berlin 12-52 Hannover 78

Es war eine Machtdemonstration des Tabellenführers auf dem Feld des direkten Konkurrenten. Vor 350 Zuschauern und bei bestem Rugby-Wetter waren aber nur die ersten 30 Minuten wirklich spannend. Unter großem Jubel des gelb-schwarzen Anhangs war der RK 03 früh mit 5:0 in Front gegangen.

Wieder einmal war es Gedrängehalb Reinhardt Engelbrecht, der nach mehreren Sturmphasen die entscheidende Lücke fand und zum Versuch einlief. Ohne die beiden etatmäßigen Kicker gelang die Erhöhung nicht. In der Folge konnte sich der RK 03 trotz einer augenscheinlichen Schwäche bei den Standards – Kapitän Sacksofsky sowie Co-Kapitän Schilling fallen in der ersten Reihe aus – hielt sich der RK im Spiel.

Erst nach einer halben Stunde kombinierte sich 78 erstmals ins Malfeld und konnte kurz darauf durch Christopher Kopp per Straftritt punkten. Kurz vor der Pause dann aber ein Nackenschlag für die Gastgeber: Ein fallengelassener Ball der 78er wurde von RK-Verbinder Caramella Richtung Malfeld gekickt – doch Brosowski klärte in höchster Not im eigenen Malfeld und setzte zum Konter an. 78 kombinierte sich über gute 100 Meter durch die unsortierte RK-Defensive und ging mit 17:5 in die Pause.

Nach dem Intervall neutralisierten sich die Teams rund eine Viertelstunde, der RK scheiterte zwei Mal kurz vor dem Malfeld der Hannoveraner bis sich schließlich im letzten Spielviertel klare Auflösungserscheinungen in der Verteidigung der Gastgeber zeigten. Bei frühsommerlichen Temperaturen bewies 78 nicht nur überlegene Fitness, sondern konnte von der Bank auch noch echte Verstärkungen, wie Wolfpack-Spieler Jarrod Saul bringen, der nach langer Verletzung sein Comeback feierte.

Die Folge waren fünf weitere Versuche für die Hannoveraner Gäste, die die sich bietenden Räume gnadenlos nutzten. Die Berliner hatten nicht mehr viel entgegenzusetzen, bis auf einen Ehrenversuch durch Achter Franz Müller, womit die Hannoveraner nicht nur endgültig das Halbfinal-Ticket buchen konnten, sondern mit der besten Rückrundenleistung auch noch einmal den eigenen Anspruch untermauern konnten. Nun richtet sich der Blick bereits auf das Semifinale, auch wenn noch Spiele gegen Leipzig und Döhren ausstehen.

Berliner RC 80-12 VfR Döhren

So etwas wie Spannung gab es in der Jungfernheide nur etwa 20 Minuten lang. Die Gäste aus Hannover konnten gleich zwei Versuche legen und lagen zwischenzeitlich gar in Führung. Doch noch vor der Pause riss der Berliner RC das Heft des Handelns an sich und begann mit den starken Sturmläufern Lücken die Defensive der Roten zu reißen.

Diese hatten speziell nach der Pause nicht mehr viel entgegenzusetzen, so dass am Ende ein überdeutliches 80-12 auf der Anzeigetafel an der Jungfernheide stand. Für Döhren steht bereits seit vorletzter Woche fest, dass man in die Relegation muss, wo eventuell mit Victoria Linden ein Lokalkonkurrent wartet.

Der BRC wiederum spielt noch gegen Germania List und den RK 03 Berlin und hat sogar noch theoretische Chancen auf einen Playoff-Einzug. Dazu wäre man aber auf Ausrutscher beider Konkurrenten angewiesen.

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