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Friedenssignale in Hannover: Odin und Döhren geben sich versöhnlich
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Montag, 7. September 2020

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Ein Jahr nach dem Aufstieg in die Bundesliga gehen Odin und der VfR getrennte Wege - mittlerweile auch wieder versöhnlich.

Der Konflikt zwischen den Ex-Partnern hatte sich über Monate hingezogen und wurde in der Öffentlichkeit ausgetragen. Über zehn Jahre traten Odin und der VfR Döhren gemeinsam in einer Spielgemeinschaft an und trennten sich überraschend in der Corona-Pause. Nachdem die Ligazugehörigkeit des VfR über die Sportgerichtsbarkeit geklärt werden musste, zeigt sich Ex-Partner Odin nun versöhnlich - kommendes Wochenende soll es gar ein Abschiedsspiel geben.

Das DRV-Präsidium hatte dem VfR Döhren die angestrebte Bundesliga-Lizenz zunächst verweigert, mit Verweis auf einen Paragraphen im Reglement, der bei der Auflösung einer Spielgemeinschaft eine ausdrückliche Vereinbarung beider involvierter Klubs über die Spielklasse erfordere. Das Schiedsgericht unter Vorsitz von Dirk Nannen sieht eine Rückstufung Döhrens allerdings als Disziplinarmaßnahme an, die die Spielordnung nicht vorsehe.

Deshalb sei die Lizenz-Frage lediglich eine der wirtschaftlichen und sportlichen Leistungsfähigkeit, die jeweils gewährleistet seien. Zumal Odin mit der Entscheidung in der Verbandsliga anzutreten, den Anspruch auf eine Bundesliga-Lizenz von sich aus aufgegeben habe. Das Schiedsgericht erlegte dem VfR lediglich auf, keine Spieler und Coaches des ehemaligen SG-Partners abzuwerben.

Odin: Keine Steine in den Weg legen

Odins Spartenleiter Julian de Riva will nun aber keinem Spieler Steine in den Weg legen, der lieber oberklassig spielen möchte, anstatt den Neuanfang mit Odin in der Verbandsliga zu wagen: „Wer in der Bundesliga spielen will, soll das tun. Wir legen denjenigen keine Steine in den Weg“, so de Riva gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Man werde, so der in Hannover beheimatete Spanier, den Blick nach vorne richten.

Für Odin Rugby begann am Wochenende eine neue eigenständige Ära

Für Odin heißt das zunächst Fahrrad-Cup, der in wenigen Wochen in der niedersächsischen Landeshauptstadt startet. Odins Gegner heißen dann Ricklingen, sowie die Zweitvertretungen von 78, dem DRC und Victoria Linden - man werde für diesen eine junge und ambitionierte Truppe aufbieten, so de Riva weiter. 

Der VfR wird derweil gegen die großen Hannoveraner Klubs antreten - gegen Germania, Hannover 78, Victoria Linden und die erste Mannschaft des DRC werden die Döhrener auf eigenen Beinen stehend antreten müssen. Es könnte eine Art Vorgeschmack auf das werden, was in der kommenden Saison in der Bundesliga-Nord auf den alten neuen Oberhaus-Klub zukommt.

Versöhnlicher Abschied

Doch zunächst steht noch der gemeinsame Abschied auf dem Platz vom alten Partner an. Am Samstag um 13:30 werden Odin und der VfR ein letztes Mal gemeinsam trainieren, auf dem Platz der Odiner - für ein Duell wären die Kräfteverhältnisse zu eindeutig. Dennoch will man abschließend in getrennten Farben noch ein wenig richtiges Rugby spielen, wenn auch kein echtes Spiel über 80 Minuten, wie Julian de Riva gegenüber TR betont.

Der Ton zwischen den Vereinsverantwortlichen ist wieder freundschaftlicher geworden, wie de Riva erklärt. Zwischen den Spielern hätte es sowieso nie ein Problem gegeben, der ganze Streit sei immer eine Sache der Funktionäre gewesen. Doch auch dieser sei mittlerweile beigelegt. Auch Michael Bukowski vom VfR betont, dass man freundschaftlich auseinander gehen werde, mehr noch seitdem klar ist, dass Odin auf das Wechselverbot verzichtet.

Damit werden zwei Odin-Spieler kommende Saison in VfR-Farben auflaufen, obwohl laut Schiedsgericht Odin hätte dies verhindern können - da für diese Spieler die Verbandsliga nicht in Frage gekommen wäre, würde es sowieso keinen Sinn machen darauf zu bestehen, dass fragliche Spieler für Odin auflaufen. So wird die Trannungs-Saga der beiden ehemaligen Partner am Samstag doch ein versöhnliches Ende haben - mit dem gemeinsamen Training und einer Corona-gerechten Grillparty im Freien, sofern es das Wetter zulässt.

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