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Weltmeister-Coach Erasmus unterzog sich Chemotherapie während des RWC in Japan
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Montag, 22. Juni 2020

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Südafrikas Weltmeister-Coach Erasmus mit seinem Kapitän Kolisi - bereits während der WM musste Erasmus sich einer Chemotherapie unterziehen.

32:12 im Finale gegen England, Siya Kolisi als erster schwarzer Kapitän der Springboks und gleich der ganz große Wurf beim Rugby World Cup in Japan zum insgesamt dritten Südafrika-Titel. Was damals nicht einmal die Spieler der Boks wussten: Ihr Coach Rassie Erasmus litt an einer seltenen und potenziell tödlichen Autoimmunerkrankung, wegen der er sich selbst während des WM-Turniers einer Chemotherapie unterziehen musste.

Rassie Erasmus hat sich mit dem WM-Gewinn als Coach der Springboks im Land am Kap der guten Hoffnung bereits zu Lebzeiten selbst ein Denkmal gesetzt. Er hatte aus einem Team, das noch zwei Jahre vor dem World Cup in Auckland gegen die All Blacks eine 0:57 Rekord-Abreibung kassierte, eine Mannschaft geformt, die den Boks den dritten Webb-Ellis-Cup ihrer Geschichte bescherte - und all dies in nur 18 Monaten Amtszeit. 

Ein Detail, das erst gestern an die Öffentlichkeit kam, dürfte den Legenden-Status von Erasmus nur noch mehr zementieren. Wie die Afrikaans-sprachige Nachrichten-Webseite Rapport berichtet, wurde Erasmus im gesamten Jahr 2019 und bis in den März diesen Jahres wegen der einer äußerst seltenen Form der Autoimmunerkrankung Mikroskopische Polyangiitis behandelt. Diese greift Lunge, Niere, Nebenhöhlen und den Rachen an und ist potenziell lebensbedrohlich.

Selbst während des sechswöchigen Turniers in Japan musste sich der zu dem Zeitpunkt 46-jährige einer Chemotherapie unterziehen - auch wenn die Dosierung der Chemotherapie während des World Cups reduziert werden musste, um Erasmus die nötige Energie für die umfangreichen Aufgaben als Springboks-Coach zu geben.

Erasmus inspirierte die Boks in der Halbzeitpause des WM-Finales mit seiner Ansprache zu einer grandiosen Leistung im zweiten Durchgang

Nach dem Turnier hatte Erasmus überraschend seinen Rückzug auf den Sportdirektor-Posten verkündet und die Trainerrolle an seinen Assistenten Jacques Nienaber übergeben - wohl auch aufgrund seiner Erkrankung. Erst seit März dieses Jahres gilt Erasmus als geheilt - seitdem befindet er sich samt Familie in häuslicher Quarantäne.

Laut der gestrigen Meldung wollte Erasmus sein Team und die Öffentlichkeit nicht vom Ziel WM ablenken und behielt die Erkrankung deswegen für sich. Wie Rapport weiter berichtet, dankt Erasmus für die Anteilnahme, möchte das Thema aber weiterhin privat behandeln. Wann die Boks wieder auf das Feld zurückkehren, ist derweil noch nicht abzusehen.

Südafrika verzeichnet weiter steigende Coronavirus-Infektionszahlen und laut einer Verkündung der Regierung von Präsident Ramaphosa müssen Sportverbände Konzepte zur Rückkehr in den Spielbetrieb vorlegen - wann in Südafrika wieder professionell gespielt werden kann, ist dennoch weiter fraglich.

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