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Back with a Bang: Super Rugby kehrt mit Thriller zurück
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Sonntag, 14. Juni 2020

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Vor wenigen Wochen noch undenkbar: Rugby mit Publikum in Neuseelands größter Arena Eden Park. Foto (c) The Blues

Drei lange Monate dauerte die durch die Coronavirus-Pandemie bedingte Pause im wohl Rugby-verrücktesten Land der Welt. Seit dem gestrigen Samstag ist der ovale Ballsport zurück in Neuseeland und zwar wie. Die Zuschauer in Dunedin und Auckland, sowie Millionen um den Globus vor den TV-Schirmen, sahen zwei großartige Spiele - die Duelle von Superstar Beauden Barrett gegen sein Ex-Team Hurricanes, sowie das Vater-Sohn-Duell der Gatland-Familie enttäuschte nicht - auch die Regel-Innovationen der Neuseeländer fanden viel Zustimmung.

Die Vorfreude in Neuseeland kannte keine Grenzen. Neuseelands-Premierministerin Jacinda Ardern hatte Neuseeland früh in den Lockdown geschickt und das Team von fünf Millionen Neuseeländern beschworen. Es sollte sich auszahlen - Neuseeland ist seit drei Wochen frei vom Coronavirus und konnte diesen Montag die letzten Maßnahmen kassieren.

Das Auftaktduell des eigens kreierten Wettbewerbs Super Rugby Aotearoa der fünf neuseeländischen Super-Rugby-Teams enttäuschte nicht. Unter dem Dach der WM-Arena von Dunedin, im äußersten Süden Neuseelands, lieferten sich die Highlanders und Chiefs im ersten Duell nach der Pause gestern einen Kampf bis in die Schlussminute, in dem die Führung allein in den letzten drei Minuten zwei Mal wechselte. Das ganz besondere Vater-Sohn-Duell des Chiefs-Trainers Warren Gatland mit seinem Sohn Bryn, ging an den Sprössling der Rugby-Dynastie.

Highlanders-Verbinder Bryn Gatland bewies Nerven aus Stahl: Er versenkte die von seinem Vater trainierten Chiefs von der Nordinsel mit einem spektakulären Dropgoal gegen die anlaufende Defensive aus 40 Metern in der 79. Spielminute. Die drei Zähler zum 28:27 machten nicht nur seinen Vater zum Verlierer - auch Neuseelands Premierministerin Ardern, die noch am Spieltag auf Social Media ein Foto von sich im Chiefs-Trikot gepostet hatte, musste sich mit der knappen Niederlage zufrieden geben.


Zuvor hatten die Highlanders den Punktereigen mit einem Versuch durch Kapitän Ash Dixon nach einem Paket eröffnet. Die Chiefs schlugen mit einem tollen Versuch durch Wanui direkt zurück. Nach einer Reihe von Offloads konnten die Landers ihre Führung durch Innen Sio Tomkinson ausbauen. Die Chiefs kamen über einen tollen Spielzug und Damien McKenzie, der Sean Wanui bediente, wieder in Reichweite.

Trotz zweier gelber Karten für Siebener-Star Vilimoni Koroi und Jordan Nareki hielten sich die Highlanders nach der Pause vorne - Marino Mikaele Tu’u für die Gastgeber und All Black Anton Lienert Brown für die Gäste nach toller Vorarbeit von Aaron Cruden punkteten in Durchgang zwei, bevor es in die bereits erwähnte hochspannende Schlussphase ging.

Neuseelands Premierministerin im Trikot ihrer Chiefs

Blues-Hype in Neuseelands Metropole

Am heutigen Sonntag füllten 45.000 Fans Neuseelands größtes Stadion Eden Park in Auckland, das erstmals seit mehr als 10 Jahren für ein Ligaspiel ausverkauft war. Die Vorfreude in Neuseelands einziger Millionenstadt war spürbar und ein Überflug der neuseeländischen Air Force tat ihr Übriges dazu bei. Auch in der City of Sails ging es auf dem Rasen hin und her. Die seit Jahren unter den Erwartungen zurückbleibenden Blues, die mit den Verpflichtungen von Beauden Barrett und Dan Carter für viel Aufsehen gesorgt hatten, spielten vor heimischen Publikum mit viel Rückenwind.

Folgerichtig ging der erste Versuch nach zwölf Minuten auch an die Gastgeber in Form von Außen Caleb Clarke, der von All-Blacks-Star Rieko Ioane freigespeilt wurde. Die Antwort kam von Hurricanes-Kapitän und All-Blacks-Hakler Dane Coles, der im Stile eines Außen aus 20 Meter mit spektakulärem Finish an der Eckfahne einlief. Noch bevor 30 Minuten auf der Uhr waren, bekamen die Fans zwei weitere Versuche zu sehen - 14:13 für die Blues nach Tries für Faiane und Ben Lam - beim Lams Versuch für die Hurricanes nahmen die in Gelb gekleideten Gäste ihren ehemaligen Mitspieler Barrett in die Jubeltraube.

Vor ein paar Wochen noch undenkbar: Rugby im ausverkauften Eden Park

In der zweiten Hälfte konnten die Blues mit einem tollen Bodenroller-Kick und dem Touchdown von Dalton Papalii zum dritten Versuch weiter an ihrem Vorsprung arbeiten. Drei weitere Straftritte von Verbinder Otere Black - Beauden Barrett lief als Schluss auf - erhöhten die Gastgeber-Führung auf 30:13 aus. Ein später Versuch der Hurricanes über Ersatz-Neuner Booth zum 20:30 änderte nichts mehr am Ergebnis. Die Blues sind zurück und übernehmen vorerst die Tabellenführung von Super Rugby Aotearoa - der große Favorit Crusaders greift aber erst kommende Woche ins Geschehen ein.

Regeländerung als Vorbild?

Schon im ersten Spiel war der Fokus der Schiedsrichter auf den Kontaktpunkt sichtbar. Null Toleranz für sich zu langsam wegbewegende Tackler, aber genauso für getackelte Spieler, die sich im Boden noch fortbewegen, oder den Ball nicht sofort platzieren. Zunächst bedeutete dies mehr Straftritte, als man es gewohnt ist, mit der Zeit soll das Spiel dadurch dynamischer werden, da das langsam machen des Balles erschwert wird. Gleiches gilt für die Null-Toleranz-Politik in Sachen Abseitslinie - auch diese Maßgabe an die Schiedsrichter soll den angreifenden Teams mehr Raum zum kombinieren geben.

Lob gab es für diese Maßnahmen vom englischen Rugby-Kolumnisten Stephen Jones. Der oftmals umstrittene aber ebenso einflussreiche Meinungsmacher der Londoner Times zählt üblicherweise zu den größten Kritikern des neuseeländischen Rugbys. Er plädiert nun aber dafür, dass World Rugby sich ein Beispiel an den neuseeländischen Maßnahmen zur Beschleunigung des Spiels nimmt.

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