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Die Hauptstadt als dritte Rugby-Hochburg: BRV startet mit neuem Präsidenten ambitioniert
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Dienstag, 12. Mai 2020

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Hauptstadt-Derbys als Zuschauermagnet, wie hier zwischen dem BRC und den Grizzlies. Foto (c) Braun

Denis McGee ist seit letzter Woche der neue Vorsitzende des Berliner Rugby-Verbands. Der 43-jährige gebürtige Hauptstädter mit schottischen Vorfahren kommt vom Berliner Rugby Club, den er weiter als Präsident leitet. Der neue Mann an der Spitze des Landesverbands will den Wachstumskurs in der Hauptstadt fortsetzen und sieht den Dachverband dabei als Unterstützer der elf Vereine. Mittelfristig soll sich Berlin als drittes deutsches Rugby-Zentrum etablieren.

Schon heute ist jedes zehnte Mitglied des DRV aus der Hauptstadt, womit Berlin deutlich im landesweiten Vergleich überrepräsentiert ist (nur etwa jeder 22. Deutsche lebt in Berlin). Die elf Vereine der Bundeshauptstadt waren zuletzt auf Wachstumskurs - hätte es beim größten Verein der Stadt BRC nicht 2019 eine massive Bereinigung der Mitglieder-Datei gegeben, der knapp 200 Karteileichen zum Opfer fielen, hätte das Mitgliederwachstum seit 2017 stolze 30% betragen.

Aber auch mit dem statistischen Sondereffekt sind noch immer 10% mehr Mitglieder bei den Berliner Vereinen registriert als vor drei Jahren. Vor allem Berlin Irish, die Bruisers und nicht zuletzt die Grizzlies taten sich zuletzt in der Mitgliedergewinnung hervor. Noch immer sieht der neue BRV-Vorsitzende Denis McGee aber großes Potenzial. „Wir haben einige weiße Flecken auf der Berliner Rugby-Karte“ und genau diese wolle man künftig füllen, so der in Berlin geboren und aufgewachsene Halb-Schotte.

Der HHRV-Vorsitzende Nils Zurawski hatte zuletzt gegenüber TR vorgeschlagen, das deutsche Rugby solle sich das Ziel 30.000 Mitglieder bis zum Ende der Dekade setzen, was in etwa einer Verdoppelung entsprechen würde (TR berichtete). Sein Berliner Pendant McGee pflichtet ihm bei: „Ein derartiges Wachstum muss das Ziel sein - Berlin ist eine riesige Stadt und es gibt genug Menschen und vor allem Kinder, die man für Rugby begeistern kann!“

 

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Seit letzter Woche ist McGee (rechts) Vorsitzender des BRV


Hausaufgaben im Jugendbereich

Die „Hausaufgaben“, so McGee im Gespräch mit TR, werde man vor allem im Jugendbereich und an den Schulen machen müssen. Die Hürden sieht der dabei nicht im mangelnden Interesse, ganz im Gegenteil: „Wir beim BRC rennen mit unserem Angebot in Zehlendorf offene Türen ein. Die Schulen sind froh, Alternativen zum Fußball anbieten zu können.“ Mithilfe des Hauptsponsors ImmoMa habe man mittlerweile zwei Jugendtrainer einstellen können, die an den lokalen Schulen im Berliner Südwesten Rugby anbieten, was sich 2017 und 2018 auch mit U-18-Meisterschaften bezahlt machte.

Doch nicht jeder Berliner Verein befinde sich in einer derart komfortablen Situation. Mehr Manpower in der Jugendarbeit müsse das Credo deshalb lauten und an Berliner Vorbildern mangele es nicht. Die vom Basketball-Bundesligisten Alba Berlin aufgezogene Schul-Liga könne als Vorbild dienen. Diese anfangs kleine Nachwuchsliga habe nicht nur für mehr Jugendspieler für den Verein, sondern auch für mehr Interesse an den Heimspielen der Senioren gesorgt. Dies ist allerdings noch ein weiter Weg, angesichts der Tatsache, dass eine BRC-Nachwuchsmannschaften aktuell in der niedersächsischen Liga spielen, um regelmäßige Praxis zu erhalten.

Die Berliner Klubs nach Mitgliedern:
410 RK 03 Berlin
286 Berliner RC
254 Berliner Sport-Verein
104 Berliner Sport-Club
104 RC Berlin Grizzlies
87 SC Siemensstadt
73 Berlin Irish
43 Berlin Bruisers
36 Crocodiles
30 BRURS (Schiedsrichter)
14 Coepenick Captains


Als anderen Pfeiler sieht McGee die Berliner Derbyspiele, die mittlerweile zumindest beim Aufeinandertreffen der großen Stadtrivalen RK 03 und BRC mehr Zuschauer- und Medieninteresse verzeichnen. Diese „punktuelle Aufmerksamkeit“ sei aber lediglich ein Anfang. McGee sähe Vorteile im Falle einer Rückkehr zur eingleisigen Bundesliga, um dem Berliner Publikum regelmäßig Duelle auf hohem Niveau bieten zu können. Auch sportlich würde man davon profitieren regelmäßiger auf die Top-Klubs des Südens zu treffen.

Denn langfristig müsse Berlin als Standort für ambitionierte Nachwuchskräfte attraktiver werden. Den Weggang der Gleitze-Brüder vom BRC an den Olympiastützpunkt Heidelberg empfindet McGee als schmerzhaft. „Wir wollen in Berlin nicht von Heidelberg und Hannover abgehängt werden“, so McGee.

Die Rolle des Dachverbands BRV sieht der neue Vorsitzende künftig als die eines Turbos, der den Motor der Vereine ergänzend unterstützen soll. Eine Entwicklung, die den Verantwortungsbereich des BRV aber schon bald handfester machen könnte, ist die Regionalauswahl. Weiterhin ist im Gespräch ergänzend zur Bundesliga einen Wettbewerb der Regionen aufzuziehen, um ambitionierten Spielern Praxis oberhalb des Bundesliga-Niveaus zu ermöglichen. Dann könnten die Rivalen RK 03 und der BRC zusammen mit dem dritten Bundesliga-Klub im Bunde, den Grizzlies, gemeinsame Sache auf dem Feld machen und es so mit der Süd-Konkurrenz aufnehmen.

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