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TR-Vorschau Six Nations: Vorentscheidung in Edinburgh oder Corona-Unsicherheit?
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Freitag, 6. März 2020

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Auf dem Weg zum Grand Slam? Frankreich muss Sonntag in Edinburgh antreten.

Die vorletzte Runde der Six Nations, zwei Spiele und eine Absage. Das älteste Rugby-Turnier der Welt geht in die Zielgerade, doch die weltweite Unsicherheit in Sachen Coronavirus hat auch im Rugby ihre Folgen. Mit zwei Absagen droht ein Turnier-Ende mit ungewissem Ausgang. Lediglich die Franzosen können dies verhindern, indem sie sich mit zwei weiteren Siegen den Grand Slam sichern. Die erste Hürde ist Schottland an diesem Sonntag. England kann bereits morgen gegen Wales vorlegen und den Druck auf Frankreich hochhalten.

Die Tabelle

Rang Land Spiele Punkte Differenz
1. Frankreich 3 13 +24
2. England 3 9 +12
3. Irland 3 9 +5
4. Wales 3 6 +28
5. Schottland 3 6 +3
6. Italien 3 0 -72

Irland - Italien
Eigentlich angesetzt für Samstag den 7. März, ist auf unbestimmte Zeit verschoben!

England - Wales
Samstag 7. März 17:45 Uhr, Twickenham Stadium London (Live bei ProSieben Maxx / DAZN)

Kaum einem Duell im Welt-Rugby liegt eine derartige Rivalität zugrunde. Kaum ein Duell fasziniert die Rugby-Gemeinden der involvierten Länder derart. Samstag empfängt Vizeweltmeister England den alten Rivalen Wales. Der Erzrivale von der anderen Seite der Severn-Brücke ist zum 69. Mal im Twickenham Stadium zu Gast. Nur gute 2.5 Stunden Fahrzeit trennen die beiden Heimspielstätten, doch in Sachen Mentalität könnten beide Teams nicht weiter auseinander liegen. Während in England vornehmlich die Mittel- und Oberschicht dem ovalen Leder nachjagt, ist das Spiel in Wales ein identitätsstiftender Volkssport.

Für die Waliser ist Rugby schlicht eine Religion, vom Arbeiter bis zum Aristokrat - Nationalheld und Sänger Max Boyce singt in seinem Klassiker „Hyms and Arias“ vom Sieg seiner Drachen in Twickenham. Derer hat es in 140 Jahren aber lediglich 20 gegeben und auch in diesem Jahr geht Wales nicht als Favorit in dieses Duell. Hatten bei der WM noch beide Teams überzeugt, haben die Waliser ihre Fans zwei Mal enttäuscht: Sowohl die Niederlage gegen Irland in Dublin, als auch die Heimpleite gegen Frankreich vor zwei Wochen in Cardiff. Darüber kann auch der souveräne Auftaktsieg gegen Italien nicht hinwegtäuschen.

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Der neue Coach Wayne Pivac ist mit seinem Vorhaben, das walisische Spiel offener und attraktiver zu gestalten, bisher nicht erfolgreich gewesen. Immerhin gab es am gestrigen Donnerstag gute Nachrichten aus walisischer Sicht, ein kollektives Durchatmen war die Folge. Spielmacher Dan Biggar wird rechtzeitig fit, obwohl er am vergangenen Wochenende in Diensten seines Vereins Northampton vorzeitig vom Feld musste. Der Wales-Zehner ist mit seiner ruhigen Art und soliden Defensive nicht nur unglaublich wichtig für Wales, Pivac hat aktuell schlicht keinen adäquaten Ersatz.

Dazu kehren mit Außen Liam Williams, für den angeschlagenen Josh Adams, sowie Flanker Josh Navidi zwei erfahrene Leistungsträger nach Verletzungen zurück in die Start-XV. „Wir müssen die Enttäuschung gegen Frankreich überwinden und mehr aus unseren Chancen machen“, so der neuseeländische Coach der Waliser. Auch er weiß, Wales hatte sich zuletzt bei seinen Six-Nations-Gastspielen beim großen Bruder meist nicht sonderlich gut angestellt, der letzte Sieg datiert aus dem Jahr 2012.

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Im letzten Jahr konnten die Waliser auf dem Weg zum Grand Slam England vor allem mit ihrer schier unüberwindbaren Defensive mürbe machen. Doch die Defensive der Waliser ist in diesem Jahr nicht mit dem Bollwerk des letzten Jahres zu vergleichen. Mit sechs kassierten Versuchen nach drei Runden haben die Dragons schon jetzt fast genauso viele Versuche kassiert wie 2019 zum Ende des Turniers. Gegen Englands starke Ballträger keine großartige Voraussetzung.

Die Gastgeber wollen derweil ihre Titelhoffnungen aufrecht erhalten, müssen dafür aber Wales bezwingen und auf einen französischen Ausrutscher in den abschließenden beiden Spielen hoffen. Dann wäre die Titel-Entscheidung mit dem ausstehenden Spiel in Rom, das auf unbestimmte Zeit verlegt wurde, immerhin vertagt. England Coach Eddie Jones hat nach dem Heimsieg gegen Irland vor zwei Wochen rotiert. Mark Wilson ersetzt den verletzten Sam Underhill in der dritten Sturmreihe. Anthony Watson ersetzt Aushilfs-Außen Jonathan Joseph auf dem Wing.

Mako Vunipola wurde bekanntermaßen nicht berücksichtigt, nachdem er kürzlich einen Zwischenstopp am Flughafen Hongkong absolviert hatte und deshalb als Coronavirus-Gefahr gilt. Eddie Jones stapelte unter der Woche ungewohnt tief und attestierte dem Gegner unter Neu-Trainer Wayne Pivac ein noch gefährlicheres Team zu sein, das mehr mit dem Ball anstellen könne und dennoch genauso hart sei, wie unter Warren Gatland. 

TotalRugby-Prognose: Englands Marschroute am Samstag Abend dürfte keinen überraschen. Mit den starken Ballträgern im Sturm, sowie Manu Tuilagi im Mittelfeld will England seinen Gegner ermüden und wertvolle Defensiv-Ressourcen binden. Dazu werden die beiden Spielmacher Ford und Farrell immer wieder versuchen hinter die walisische Defensiv-Linie zu kicken, um die Defensive unter Druck zu setzen. Gegen Irland brachte diese Kick-Taktik zwei Versuche ein. Doch das lag auch an der Inkompetenz der Iren - mit Leigh Halfpenny haben die Waliser, trotz dessen Fehler gegen Frankreich, einen zugverlässlichen Schluss auf der 15. Die walisische Defensive zeigte sich gegen Frankreich verbessert, jedoch fehlt den Gästen am Ende das Durchhaltevermögen, um England in Schach zu halten. England mit +9 Zählern.

Schottland - Frankreich
Sonntag 8. März 16:00 Uhr, Twickenham Stadium London (Live bei ProSieben Maxx / DAZN)

Für Frankreich geht es um den ersten Six-Nations-Titel seit zehn Jahren, ein Sieg in Edinburgh wäre ein riesiger Schritt Richtung Titel. Frankreich geht sicherlich als Favorit in diese Partie - für das Team von Fabien Galthié, das in den letzten Jahren für seine Auswärtsschwäche und Unbeständigkeit bekannt war, sicherlich etwas neues.   Schottland dagegen kann gegen les Bleus befreit aufspielen, sofern die Spieler von Coach Gregor Townsend den schier ewig andauernden Skandal um ihren abwesenden Star aus den Köpfen bekommen können.

Am letzten Wochenende noch hatte es ermutigende Schlagzeilen im endlosen Drama um Verbinder Finn Russell gegeben. Er werde nach den Six Nations zurück ins Nationalteam kommen und bereits jetzt mit den Coaches über das Frankreich-Team sprechen. Nach mittlerweile knapp zwei Jahren bei Racing 92 in Paris sollte Russell den Schottland-Coaches wichtige Tips über die Spielweise Frankreichs geben, so eine Meldung aus dem schottischen Camp. Am Dienstag hieß es dann, dass das Gespräch wegen terminlicher Schwierigkeiten nicht stattgefunden habe.

Nach dem Sieg in Italien kann Schottland gegen les Bleus befreit aufspielen

Vielleicht nimmt diese endlose Saga den schottischen Spielern auch den Druck, denn sie gehen als Underdog in dieses Duell, obwohl sie die letzten beiden Six-Nations-Heimspiele gegen Frankreich gewinnen konnten. Doch Schottlands enttäuschende Auftritte in Dublin und daheim gegen England haben den Bravehearts früh alle Hoffnungen im Turnier genommen. Der Arbeitssieg gegen Italien, bei dem lange lediglich ein Geniestreich von Kapitän Stuart Hogg die Teams trennte, war das Minimum, um den letzten Platz zu vermeiden.

Frankreich zeigt dagegen bisher offensiv inspiriertes Rugby, angeführt von Gedrängehalb Antoine Dupont und Verbinder Romain Ntamack. Beide dürften bisher die führenden Kandidaten auf Spieler des Turnier sein. Aber was wohl den größten Unterschied ausmacht ist Frankreichs stark verbesserte Defensive unter Shaun Edwards. Dieser hatte Wales in den letzten Jahren zur besten Defensive gemacht und arbeitet nun nahtlos so weiter.

Das dürften schlechte Nachrichten für Schottland sein, zumal Damien Penaud von seiner Verletzung zurückkehrt und den durchwachsen spielenden Teddy Thomas ersetzt. Penaud war bei der WM Frankreichs bester Außen und hatte sich beim Warmup vor dem Six-Nations-Auftakt eine Muskelblessur zugezogen. Mit ihm auf Außen dürfte Frankreich sehr nah an seiner besten Fünfzehn sein. Lediglich Fragezeichen in Sachen Beständigkeit bleiben - sollte Frankreich diese beantworten, steht dem Team ein Grand-Slam-Entscheidungsspiel gegen Irland bevor.

Schottlands beste Chance den französischen Angriffswirbel zu stoppen, ist über die formidable dritte Reihe um Hamish Watson, die die Bälle der Franzosen langsam machen und immer wieder für Turnover sorgen muss. Ausgerechnet dort steht ihnen der schottischstämmige Franzose Gregory Aldritt gegenüber, einer der besten im Turnier bisher. Sollten les Bleus tatsächlich stolpern, werden wir den Six-Nations-Sieger wohl erst im Herbst kennen, wenn überhaupt. Denn eine endgültige Absage der beiden verschobenen Spiele steht noch immer im Raum. 

TotalRugby-Prognose: Spielerisch ist Frankreich aktuell eine Nummer zu stark für die Franzosen. Die Defensive von les Bleus ist stark verbessert. Wenn Frankreich die chronische Auswärtsschwäche der Vergangenheit überwinden kann, sollte dieses Spiel eine klare Angelegenheit werden. Sollten die Franzosen aber mit der plötzlichen Favoritenrolle Probleme haben, oder nicht mit einer einhundertprozentigen Einstellung in diese Partie gehen, könnte es eine enge Angelegenheit werden. Dann hätte Schottland mit den lautstarken Fans im Rücken durchaus eine Chance auf die Überraschung. Wir bei TR sehen die Franzosen jedoch mit +8 Punkten vorne.

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