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Exeter schlagen „Betrüger“ Saracens im England-Topspiel, Leinster beendet Munster-Serie
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Geschrieben von TotalRugby Team   
Montag, 30. Dezember 2019

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England Team-Kollegen, die sich gegenseitig an die Gurgel gehen und ein siegreicher Trainer, der das Verlierer-Team als „Betrüger“ brandmarkt. Es war wahrlich nicht weihnachtlich, was sich Englands beste Klubs gestern Abend zum Abschluss der festlichen Rugby-Saison lieferten - dafür gab es einen knüppelharten Kampf und am Ende zwei dicke Kontroversen. Anderswo unterstrich Leinster seine nahezu unheimliche Dominanz im europäischen Vereinsrugby und Wales kann auf einen neuen Shooting-Star hoffen.

Zu behaupten, dass sich Englands amtierender Meister Saracens und Dauer-Rivale Exeter nicht grün sind, wäre sicherlich noch eine Untertreibung und das bei weitem nicht nur sportlich. Als Saracens illegales Gehaltsschema aufflog, mit dem der Klub über Investments die Gehaltsobergrenze der englischen Premiership jahrelang umgangen hatte, waren die Exeter Chiefs die lautesten Kritiker des zuletzt besten englischen Klubs. Kein Wunder, hätten die Chiefs doch ohne Saracens Betrug bei der Gehaltsobergrenze allein seit 2015 drei Tital mehr auf dem Konto.

Wie sehr die Rivalität mittlerweile geht, konnte man gestern Abend sehen. Gegen Ende der Partie kochten die Emotionen mehrmals über. Jack Nowell legte sich mit England-Kapitän Owen Farrell an und Exeter-Prop Harry Williams wurde Sekunden vor dem Ende, nachdem er eigentlich bereits ausgewechselt worden war, aber von der Bank aus mitten ins Getümmel sprintete, von Referee Wayne Barnes ein Platzverweis gegeben.

Rein sportlich hatte Exeter die Partie dominiert und am Ende mit 14:7 gewonnen. Die Defensive der Chiefs, angetrieben von den lautstarken Fans im ausverkauften Sandy Park im Rugby-verrückten äußersten Südwesten Englands, hatte die Angriffs-Maschinerie der Saracens fast durchgehend unter Kontrolle und im Spielverlauf auch zusehends frustriert. Und selbst als die Chiefs in Unterzahl spielten und als England-Hakler George sich bis ins Malfeld vorarbeitete, konnte Exeter noch immer irgendwie den Versuch verhindern.

Saracens-Spielmacher und England-Kapitän Owen Farrell zeigte sich dagegen im Spitzenspiel wenig inspiriert, verpasste mehrere Kickchancen und verursachte den ersten Chiefs-Versuch mit einem Katastrophen-Pass - dieser fand seinen angedachten Adressaten nicht und Chiefs-Gedrängehalb Nic White nahm das Leder artig und ohne sich zu bedanken bis ins Malfeld mit. Der zweite Chiefs-Versuch fiel dann nach der Pause in typischer Exeter-Manier und mit brutalem Sturmspiel, vollendet durch Jacques Vermeulen.

Saracens später Strafversuch sicherte den Gästen immerhin den Defensiv-Bonus. Der Abstand zum rettenden Ufer auf die Leicester Tigers beträgt aktuell 18 Zähler - keine unüberwindbare Hürde für ein Team, das mit internationalen Topstars gespickt ist und letzten Saison in 22 Spielen 78 Punkte erzielte.

Doch zwei große Hürden stellen sich aktuell für die Saracens dar: Die Leicester Tigers finden so langsam wieder ihre Form, gegen Harlequins vor 76.000 im Twickenham Stadium holten die Tigers am Samstag ein achtbares 30:30 Unentschieden. Den zuletzt stark schwächelnden Rekordmeister einzuholen ist also kein Selbstläufer. Dazu folgen nur noch zwei Premiership-Spiele bis zum Six-Nations-Start - dann nämlich werden Saracens wieder ein großes England-Kontingent abstellen müssen.

Für die zweite Kontroverse sorgte Exeter-Trainer Rob Baxter nach dem Spiel, als er seinen Wut über die Methoden von Saracens im BBC-Interview freien Lauf ließ. Trainer seien gefeuert worden, Verträge nicht verlängert und Fans seien enttäuscht nach Hause gegangen, weil Saracens sich einen unlauteren Wettbewerbsvorteil verschafft haben. Er ergänzte: „Manchmal wurden gar diejenigen, die auf Saracens Fehlverhalten hingewiesen haben, zu den Bösewichten gemacht. Aber nicht diejenigen, die das Ganze kommentiert haben, sind die Betrüger in der ganzen Angelegenheit!“

Leinster erobert die Festung Thomond Park

Zwei Jahre lang und über 20 Spiele konnte kein Team - weder im Heineken Champions, noch in der Guiness Pro 14 - Munsters Festung Thomond Park erobern. Bis zu diesem Samstag - denn wie bereits 2017, war es auch am Saint Stephen’s Day, wie der Boxing Day in Irland heißt, die Dubliner, die Munster daheim schlugen. In einem spielerisch nicht sonderlich spektakulären Match, in dem auf beiden Seiten zahlreiche große Namen verletzungsbedingt fehlten, war am Ende Leinster das Team, das mit 13:6 vorne lag.

Munster belagerte, angefeuert von den über 26.000 im seit Wochen ausverkauften Thomond Park, gegen Ende des Spiels minutenlang die Linie und war kurz vorm Ausgleich. Doch dass am Ende die Blues um Kapitän Scott Fardy vorne lagen, lag vor allem am Sturm der Blues. Gerade da, wo sich Munster derart rühmt, bei seinen schweren Jungs, wurden sie am Ende geschlagen.

Six Nations Countdown: Taulupe Faletau kehrt zurück, Englands Slade fraglich, neuer Shooting Star für Wales

Henry Slade war Teil der siegreichen Exeter-Mannschaft, die den Saracens gestern Abend die schmerzhafte Pleite im Sandy Park zugefügt hat. Dennoch dürfte dem England-Innen nicht zum lachen zumute gewesen sein, hat er sich doch einen Bruch des Knöchels zugezogen, der ihm zumindest einen Großteil der in gut einem Monat beginnenden Six Nations kosten dürfte.

Bei Wales dagegen gab es zuletzt gleich doppelt gute Nachrichten. Achter Taulupe Faletau, einer der weltbesten seines Faches, aber bereits mehr als ein Jahr verletzungsbedingt außer Gefecht. Nun kehrte er am Wochenende bei Baths 16:14 Sieg über Sale zurück und schaffte gleich die gesamten 80 Minuten. Für die Waliser und ihre Titelverteidigungshoffnungen ist die Rückkehr des 29-jährigen ein Segen.

Wales neuer Wunderknabe? Louis Rees-Zammit, drei Premiership-Spiele, aber bereits fünf Versuche

Zu einem ähnlichen Plus könnte sich ein ganze elf Jahre jüngerer Außen entwickeln, der erst seit ein paar Monaten bei den Herren spielt. Louis Rees-Zammit aus der Nähe von Cardiff, aktuell bei Gloucester unter Vertrag, hat zwar erst drei Premiership-Spiele absolviert, aber dafür bereits fünf Versuche gelegt. Über die Zukunft des 18-jährigen im internationalen Rugby wurde in den letzten Tagen heiß spekuliert, erst recht nach seinem Hattrick am Wochenende - doch zumindest eine Frage beantwortete der Teenager derweil selbst. Spielberechtigt für England und Wales fragte ihn Ex-England-Verbinder Andy Goode auf Twitter, für wen der mit atemberaubendem Speed gesegnete Rees-Zammit den auflaufen werde - seine Antwort kam ihn Form eines Smileys, nämlich dem mit der walisischen Flagge.

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