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ENC Division 2 2006-2008
Spielbericht - 7. Spieltag

Samstag, 19. April 2008 - 15:00 Uhr
Deutschland Ukraine

Deutschland

Ukraine


13


5


Zuschauer: 6.730


Startaufstellung
Ein- / Auswechslungen
50' ausgewechselt Wilhelm, Manuel (Zweite Reihe)
eingewechselt Danso, Benjamin (Zweite Reihe)
57' ausgewechselt von Grumbkow, Clemens (Hakler)
eingewechselt Weselek, Christopher (Innendreiviertel)
70' ausgewechselt Coly, Tim (Hakler)
eingewechselt Williams, Steve (Prop)
75' ausgewechselt Pipa, Alexander (Dritte Reihe )
eingewechselt Schmidt, Jens (Dritte Reihe )

Ereignisse

  • VersucheVersuche
  • StraftritteStraftritte
  • DropkicksDropkicks
  • ErhoehungenErhoehungen
  • Gelbe KartenGelbe Karten
  • Colin Grzanna 58'
    • Matthieu Franke 17'
      • Mustafa Güngör 26'
        • Matthieu Franke 58'
          • Alexander Widiker 57'

            Zusammenfassung

            Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft steht kurz vor der Rückkehr in die EM-Division 1, der sie letztmals 1981 angehörte. Das Team des Trainerduos Rudolf Finsterer/Mark Kuhlmann kam gestern vor 6730 Zuschauern im Rudolf-Kalweit-Stadion in Hannover zu einem hart erkämpften 13:5 (6:5)-Erfolg gegen die Ukraine und übernahm damit vor dem abschließenden Spiel am 26. April in Amsterdam gegen das sieglose Schlusslicht Niederlande die Tabellenführung in der Division 2A. Zudem baute die Auswahl des Deutschen Rugby-Verbandes (DRV) ihre beeindruckende Heimbilanz aus und ist nun auf eigenem Platz bereits seit 15 Spielen ungeschlagen. Die letzte Heimniederlage datiert vom 12. November 2000 – 12:19 in Heusenstamm. Gegen die Ukraine.



            “Wir müssen diesmal Geduld haben”, hatte Claus-Peter Bach vor der Partie prophezeit. Und der Präsident des Deutschen Rugby-Verbandes (DRV) sollte Recht behalten. Denn die Begegnung wurde für Spieler und Zuschauer zu einer Nervenprobe. Die deutsche Mannschaft war den robusten Osteuropäern zwar erwartungsgemäß in spielerischer Hinsicht überlegen, konnte ihre schnelle Hintermannschaft jedoch nur selten in Szene setzen. Bei den wenigen gut vorgetragenen Angriffen haperte es jeweils am entscheidenden letzten Pass. Dafür stand die deutsche Verteidigung umso besser. So hielt die DRV-Auswahl die Gäste in der ersten Hälfte lange vom eigenen Malfeld fern und ging durch Matthieu Franke (Strafritt) und den abermals überragenden Mustafa Güngör (Dropkick) mit 6:0 in Führung. Die erhoffte Sicherheit brachte diese dem Spiel der deutschen Mannschaft allerdings nicht. Im Gegenteil: Die Quote bei den Ballverlusten war weiterhin hoch, so dass es nur selten Entlastung gab und die Ukraine folglich kurz vor der Pause ein Gedränge mit vereinten Kräften ins Malfeld schob und den Ball zum Versuch ablegte. Da die anschließende Erhöhung misslang, ging Deutschland mit einer knappen Führung (6:5) in die Halbzeitpause.



            Zu Beginn der zweiten Hälfte hatten die Gäste ihre stärkste Phase. Minutenlang belagerten sie das deutsche Malfeld, fanden aber letztlich keine Lücke in der dichten Verteidigung der DRV-Auswahl. Wenig später dann eine unschöne Szene, als eine Rangelei zwischen Alexander Widiker und Mykola Kirsanov zu einer für den rauen, aber fairen Rugbysport untypischen Massenschlägerei führte. “Das sind Sachen, die man nicht sehen will. Zum Glück hat sich niemand ernsthaft verletzt”, meinte Nationaltrainer Rudolf Finsterer. Schiedsrichter Seitan aus Rumänien ließ Gnade vor Recht ergehen und belegte lediglich die beiden Verursacher der Tumulte mit einer Zehn-Minuten-Strafe. Obwohl in Clemens von Grumbkow allerdings einer bis dahin besten Deutschen infolge der Schlägerei ausgewechselt werden musste, ließ sich die DRV-Auswahl nicht von der harten Gangart der Ukrainer beeindrucken. Im Gegenteil: Ausgerechnet der für von Grumbkow eingewechselte Christopher Weselek leitete wenig später die Vorentscheidung ein, als er nach einem langen Befreiungskick den Ball eroberte. Über Kieron Davies wanderte das Rugby-Ei zu Colin Grzanna, der es an der linken Eckfahne zum Versuch ablegte. Matthieu Franke erhöhte aus spitzem Winkel zum 13:5-Endstand.



            “Wir haben gegen einen körperlich sehr starken Gegner sehr gut verteidigt. Und: Wir haben die drei Punkte”, zeigte sich Finsterer nach dem Schlusspfiff sichtlich erleichtert. Claus-Peter Bach sah es ähnlich: “Wir wussten, dass die Ukrainer durch ihre großen Spieler Vorteile bei den Gasseneinwürfen haben und mit ihrem Sturm immer wieder Rollangriffe starten würden. Bei unserer Mannschaft war die Nervosität bis zum Schluss zu spüren, aber sie hat sehr gut verteidigt”, lobte der DRV-Präsident und richtete den Blick bereits auf die abschließende Partie am Samstag in Amsterdam gegen die Niederlande, bei der das deutsche Team mit einem Sieg den Aufstieg in die europäische Spitzenklasse perfekt machen kann. “Wir haben eine große Chance vor uns”, sagte Bach. “Wenn wir dieses Spiel gewinnen, wäre das der größte Erfolg seit 1981, als wir letztmals in der Division 1 gespielt haben. Aber nächste Woche wird es keinesfalls leichter.” Finsterer ist jedoch davon überzeugt, dass sich seine Mannschaft diese Möglichkeit nicht mehr nehmen lässt: “Jedes Spiel ist schwer, aber wir werden auch in den Niederlanden drei Punkte holen.”



            Deutschland: Benjamin Krause (SG 1878 Hannover/08 Ricklingen), Tim Coly (RC Strasbourg/70. Steve Williams, New South Wales RU), Alexander Widiker (RC Orléans), Manuel Wilhelm (RG Heidelberg/50. Benjamin Danso, DRC Hannover), Bodo Sieber (University of Cape Town), Tim Kasten (RG Heidelberg), Gerrit van Look (Berliner RC), Alexander Pipa (TSV Handschuhsheim/75. Jens Schmidt, TSV Handschuhsheim), Mustafa Güngör (RG Heidelberg), Lars Eckert (SC Neuenheim), Clemens von Grumbkow (RC Orléans/57. Christopher Weselek, RG Heidelberg), Colin Grzanna (Berliner RC), Kieron Davies (Bedford RFC), Matthieu Franke (RC Orléans), Edmoore Takaendesa (RG Heidelberg)



            Punkte: 3:0 Straftritt Franke (17.), 6:0 Dropkick Güngör (26.), 6:5 Stürmerversuch Ukraine (34.), 11:5 Versuch Grzanna, 13:5 Erhöhung Franke (58.) – Zehn-Minuten-Strafe: Widiker (Deutschland, 57.) / Kirsanov (Ukraine, 58.) – Schiedsrichter: Seitan (Rumänien) – Zuschauer: 6700



            Christian Düncher – 20.04.2008

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