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Regionalliga NRW Westfalen
Spielbericht - 12. Spieltag

Samstag, 24. November 2012 - 15:00 Uhr
TuS Düsseldorf II RC Hürth

TuS Düsseldorf II

RC Hürth


12


12


Startaufstellung
Ein- / Auswechslungen

Zusammenfassung

Verkehrte Welt in Düsseldorf


Wenn ‚Drachen‘ gegen ‚Panther‘ spielen, verspricht das für den Zuschauer viel Spannung. Und dieses Match hatte in der Tat einiges davon zu bieten. Mit 12:12 endete die Partie in Düsseldorf bei guten Bedingungen. Dass man aber dieses Ergebnis am Ende mit ‚nochmal Glück gehabt‘ bezeichnen würde, hatten sich die Hürther im Vorfeld nicht vorstellen können. Zumal man gegen das Schlusslicht der Liga spielte.


Es war Spiel zwei unter der Leitung des Spielertrainers Carsten Huhn. Noch eine Woche zuvor bot man Köln die Stirn, als man dem ASV ein Unentschieden abrang. Entsprechend breit war die Brust der Hürther vor der Partie, die vom unparteiischen Terörde geleitet wurde. In der Startformation nicht viel neues, außer dass Hürths bester Hakler Paddy Jakubczyk zunächst auf die Außenposition rückte und Tobias Segener dafür in die erste Reihe. Die Platzherren indes stellten vielleicht nicht die fitteste, aber dafür eine sehr erfahrene Mannschaft auf den aufgeweichten Platz.


Gleich nach dem Anpfiff das erwarte Bild. Die jüngeren und schnelleren Panther hielten die Dragons in den Anfangsminuten ordentlich auf Trapp, auch wenn bereits jetzt klar wurde, dass Düsseldorf sich hier, im letzten Spiel des Jahres, nicht abschlachten lassen wollte und seine ganze Routine ausspielte. Das bekamen vor allem Hürths starke Stürmer zu spüren, die keinesfalls leichtes Spiel hatten. Dennoch gingen die Gäste nach dem ersten sehenswerten Angriff über die Reihe mit 5:0 nach 10 Minuten in Führung, als Jakubczyk sich, ganz im Stile eines Stürmers, auf der linken Außenposition rustikal durchsetzte. Was dann folgte, war dann aber nicht mehr zu begreifen, denn statt diese Partie nun mit einfachem Rugbyspiel zu dominieren, traten Unkonzentriertheit und Verunsicherung offen zu tage. Düsseldorf spürte das und erhöhte den Druck und drängte den RCH tief in dessen Territorium zurück. Auch wenn man lange dem Anrennen der Dragons standhalten konnte, bot sich in der 30. Minute eine Lücke und der RCH kassierte den ersten Versuch und es stand 5:7 aus Sicht der Gäste.


Hürths starke Männer wollten nun aufdrehen und die Sache wieder zurechtrücken, aber man scheiterte an diesem kalten Novembertag an sich selbst. Viele Fehlpässe trübten das Bild und man wunderte sich, dass die Platzherren nicht mehr davon profitieren konnten. Denn trotz oft fahrigem Spiel, verteidigten die Hürther gut und hart. Doch es war dann ein Ballverlust zu viel und die Dragons punkteten erneut und erhöhten auf 12:5. „Jetzt erst recht!“, dachten sich die Mannen vom RCH, aber es kam anders. Denn kurz vor dem Seitenwechsel stellte Schiri Terörde, der auch nicht seinen besten Tag hatte, Hürths Kapitän Sebastian Jung mit Gelb vom Platz. Eine echte Schwächung.


In der Pause stellte Huhn die Mannschaft um und brachte Hürths Talente Lammers und Schröder. Jakubczyk rückte dafür auf seine angestammte Position als Hakler. Zwar wurden die Gassen in der Folge öfter gewonnen, aber Düsseldorfs Stürmer hatten sich nun richtig festgebissen und erkämpften sich Gedränge um Gedränge. Über weite Strecken war es ein Match auf Messers Schneide und an Spannung kaum zu überbieten. Was die Qualität des Spiels anbelangte, gab es allerdings noch viel Luft nach oben. Der RCH war zwar körperlich überlegen, kam aber gegen die routinierten Dragons nicht so richtig ins Spiel. Dass änderte sich auch nicht, als sich Huhn selber einwechselte und irgendwie versuchte so etwas wie Ruhe ins Spiel zu bringen.


Doch das Wunder geschah, als man, ganz typisch für diese Partie, einen üblen Pass aus dem offenen Gedränge doch noch irgendwie an den schnellsten Mann des RCH, Fabian Thieme, beförderte und der das Ei im Malfeld ablegte. Die Erhöhung gelang: 12:12 Ausgleich! Wenige Minuten vor Schluss, als man schon bei Flutlicht spielte, geriet die Partie vollends aus den Fugen, denn beide Teams spielten nun mit dem Mut der Verzweifelten. Und genau diese Verzweiflung bescherte Düsseldorf in der Schlussminute einen Strafkick, den der Schiri als letzte Aktion des Spiels ankündigte. Hürths Männer standen da und hatten die Köpfe angesichts der vermeintlich bitteren Niederlage bereits gesenkt, als das dumpfe Klatschen des Balles an den Pfosten alle aufschreckte. Der Ball landete in den Händen der Panther. Letzte Aktion, Attacke. Doch dann pfiff Terörde diese letzte Aktion ab, bevor sie beendet war.


Am Ende waren die Panther froh, dem Teufel noch mal von der Schüppe gesprungen zu sein und Düsseldorfs Kicker wird sicher noch lange an seinen ‚Treffer‘ denken müssen. Irgendwie war das Ergebnis dann doch leistungsgerecht, denn keine Mannschaft war wirklich besser als die andere. Die Hürther ‚Panther‘ überwintern nun auf Tabellenplatz 2. Aber der Schein trügt, denn nach neun Spielen haben die Rheinländer mit 27 Punkten nur zwei Punkte Vorsprung auf den Tabellenfünften, dem Rugby Club Aachen II, die ihrerseits noch zwei Nachholspiele haben. Man muss nicht Informatik studiert haben, um zu begreifen, was das bedeutet. Anfang März 2013 geht’s in der Regionalliga NRW weiter. Dann reisen die Rheinländer nach Dortmund, ein Gegner, an den man sich gern erinnert, denn im Hinspiel setzte es für die Westfalen eine böse Klatsche. (CH)

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