| RC Hürth gewinnt das Lokalderby gegen den ASV Köln II
Der RCH fährt einen weiteren Sieg in der Rugby-Regionalliga ein und schlägt den Lokalrivalen ASV Köln II mit 24:5. Es war eine harte, aber faire Partie, die zur Halbzeit noch punktlos war. Die Hürther Rugbyspieler haben mit diesem Sieg den großen ASV von Platz 1 gestoßen und sind nun selber neuer Tabellenführer.
Der Rugbygott muss Hürther sein. Wieder beste Bedingungen an der Kendenicher Buschstraße, bei strahlenden Sonnenschein und perfektem Rasen. Nach dem hohen Sieg am vergangenen Wochenende gegen Aachen ging man zuversichtlich in diese Partie, auch wenn mit dem ASV Köln, dem Tabellenführer, ein echter Brocken auf die Panther wartete. Trainer Willi Lauter hatte fast den kompletten Kader zur Verfügung. Musste aber erneut umstellen, da die beiden starken Center Jonas Reuber und Kai Boehlke verletzungsbedingt ausfielen. Somit rückte Fabian Thieme, Hürths bester Außen, wieder auf die Centerposition. Im Sturm verzichtete Lauter zunächst auf den hünenhaften Christian Lammers. Dafür durfte aber ‚Malocher‘ Michael Krause von Beginn an ran.
Pünktlich um 14 Uhr pfiff Schiri Whitley die Partie an. Die Anfangsminuten waren geprägt von vorsichtigem Abtasten, auch wenn die Platzherren deutlich mehr Ballbesitz hatten. Doch so richtig gefährlich wurde es für die Kölner nicht, die ihrerseits mit guten Tacklings den RCH zu stoppen wussten. Auch wenn der RCH die bessere Mannschaft war und sich tief im generischen Territorium aufhielt, so scheiterte man immer wieder an sich selbst, indem man sich kleinere Fehler im Passspiel leistet und so manch guten Angriff ins Stocken brachte. Der ASV hingegen gelang nur selten in die Hälfte ihrer Gegner, was vor allem an der guten Defensivarbeit der Gastgeber lag. Allem voran Schluss Hans Woitha, der einen glänzenden Tag erwischte und defensiv wie offensiv eine Hausnummer war. Dennoch, mehr als zwei versemmelte Strafkicks brachten Lauters Männer in den ersten 40 Minuten nicht zu Stande und so hieß es 0:0 zur Halbzeit.
‚Wer seine Chancen nicht nutzt, wird bestraft‘, so sagt man. Aber den RCH störte das wenig. Kurz nach dem Seitenwechsel und vor allem nach der Ansprache des Übungsleiters legten die Platzherren nun eine Schüppe drauf. Bereits drei Minuten später war es dann soweit als sich Martin Schulz nach guter Vorarbeit seiner Sturmkollegen auf der rechten Seite durchtankte und den ersten Versuch der Partie erzielte. Die Erhöhung erzielte Tobi Theissen, der bis dahin vor allem durch seine sehr gute Defensivarbeit auffiel. 7:0 für die Panther. Der Knoten schien geplatzt und das Selbstvertrauen war wieder da. Wenige Minuten später gab der Unparteiische einen weiteren Strafkick. Diesmal verwandelte Theissen sicher und es hieß 10:0 für den Club aus Kendenich. Nun hatten die Panther Blut geleckt und wollten mehr. Vor allem Hürths Sturm kam immer besser ins Spiel und bedrängte den ASV zusehends. Als man kurz vor dem Malfeld den Ball mit vereinten Kräften hineintragen wollte, wussten die Kölner sich anders zu helfen und ließen das offene Gedränge regelwidrig zusammenbrechen. Whitley hatte keine andere Wahl und gab einen Strafversuch für die Gastgeber. Die Erhöhung gelang und der RCH baute seine Führung auf 17:0 aus.
Nun spielten die Hürther befreit auf und legten ihre Nervosität endgültig ab. Besonders sehenswert der Versuch von dem vielleicht schnellsten Hakler der Liga, Paddy Jakubczyk, der fast 50 Meter über den Platz jagte, dann nach außen rechts zog und einschlug wie ein Geschoss. Mit Theissens Erhöhung auf 24:0 schien keiner unter den zahlreichen Zuschauern mehr daran zu zweifeln, dass dem RCH der Sieg noch zu nehmen sei. In den Schlussminuten gelang den Kölnern noch der Ehrenversuch zum 24:5 Endstand, was auch völlig verdient war, denn zu keinem Zeitpunkt ließen die Gäste die Köpfe hängen und blieben stets eine Gefahr für die Platzherren. Auch wenn die Spieler ihrer Euphorie über den Sieg über den Nachbarn aus Köln freien Lauf ließen, so betrachtete Lauter das Match eher nüchtern. ‚Es war ganz ordentlich‘, kommentierte der Coach, der weiß, dass sein Team noch viel Luft nach oben hat.
Nach fünf Spielen und vier Siegen grüßt der Rugby Club Hürth nun von der Tabellenspitze, denn Liga-Konkurrent Münster patze völlig überraschend gegen Solingen und spielte unentschieden. Nun haben die Panther zwei Wochen Spielpause, bevor am 28.10.2012 der RFC Bochum-Witten in die Buschstraße kommt. Eine gute Gelegenheit am Feinschliff zu arbeiten, denn die Konkurrenz schläft nicht. (CH) |